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Olympia Sichtung in Balve - Wer fährt mit?
Der Bundestrainer Kurt Gravemeier hat vor der ersten Olympia Sichtung der Springreiter bei den deutschen Meisterschaften in Balve keine leichte Wahl: Bleibt der Deutsche Meister auf der Strecke oder muss sich der Doppel Europameister die Spiele am Fernseher anschauen?
«Die Auswahl ist groß», sagt Gravemeier, bei dem das Motto 4 aus 7 lautet. Sieben Reiter sind im Olympiakader nominiert, unter ihnen wird nach seiner auch Einschätzung der neue deutsche Meister ermittelt. Überraschungen erwartet der Bundestrainer nicht.
Bei der Auswahl des Olympiateams führt wohl kein Weg am viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) vorbei, auch wenn mit Goldfever eines seiner beiden Top Pferde in Balve wegen einer leichten Verletzung pausiert. Das gilt auch für die neue Nr. 1 der Weltrangliste, Marcus Ehning (Borken), dessen 18jähriger Hengst For Pleasure immer noch in Weltklasse-Form ist.
Hinter diesen beiden scheint Meredith Michaels-Beerbaum die besten Aussichten auf einen Team-Platz zu haben. Die Weltcup-Zweite aus Thedinghausen und ihr Pferd Shutterfly haben dieser Tage beim Sieg im Großen Preis der Schweiz ihre absolute Topform bewiesen. Ähnliches gilt für Marco Kutscher (Riesenbeck). Im vergangenen Jahr war sein Sieg bei den Meisterschaften in Gera noch eine Überraschung, inzwischen ist der Beerbaum-Schüler mit Montender aber eine «sichere Bank in den Nationenpreisen». Gute Chancen darf sich auch Otto Becker (Sendenhorst) mit Cento ausrechnen.
Leidtragender der Entwicklung könnte ausgerechnet der Doppel- Europameister werden: Christian Ahlmann (Marl) ist nach seiner Winterpause mit Cöster noch von seiner Vorjahresform entfernt. Nummer sieben im Olympia-Kader ist Lars Nieberg (Homberg/Ohm).
Noch mehr Sorgen hat Dressur-Trainer Schmezer, denn in den vergangenen Monaten waren mehrere Pferde von Kader-Mitgliedern angeschlagen. Nachdem am Montag bekannt wurde, dass die Weltranglisten-Erste Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) trotz des Doping-Falles in Athen starten darf, kann Schmezer jedoch ein wenig durchatmen: «Das ist eine Beruhigung.» Einzige Konstante neben der Meisterschafts-Favoritin war zuletzt Heike Kemmer (Winsen/Aller) mit Bonaparte. «Bei allen anderen ging es auf und ab», kommentiert der Bundestrainer: «Das ist so offen wie nie».
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