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CHIO Aachen (09. Juli bis 18. Juli 2010)
18.7.2010
Olympiasieger Eric Lamaze gewinnt den Rolex Grand Prix
Erster kanadischer Sieg im Großen Preis von Aachen überhaupt
Nur zwei Millisekunden betrug der Abstand zwischen Sieger und Zweitplatzierten. Damit ging der Sieg im ROLEX Grand Prix in fehlerfreien 51,62 Sekunden an den Kanadier Eric Lamaze. Das Paar ist große Erfolge gewohnt: Mit seinem 14-jährigen KWPN Hengst Hickstead wurde Lamaze auch Olympiasieger in Hongkong 2008. Der 42-Jährige lebt in Ontario und führt momentan in der Weltrangliste. Lamaze nahm viermal an Weltmeisterschaften teil und holte dort 1994 in Den Haag Silber, 1998 in Rom Bronze. Beim CHIO Aachen, Weltfest des Pferdesports, ist dieser Sieg im Großen Preis der erste, der nach Kanada geht.
Platz zwei belegte der Schweizer Pius Schwizer mit seiner neunjährigen Stute Carlina. Die Carvallo-Tochter beendete den Parcours in 51,86 Sekunden. Dritter wurde in fehlerfreien 57,55 Sekunden der 25-jährige Spanier Sergio Alvarez-Moya auf dem belgischen Heartbreaker-Sohn Action-Breaker. Pech hatte die deutsche Meredith Michaels-Beerbaum auf ihrem 17-jährigen Shutterfly. Das Siegerpaar von 2005 musste acht Fehlerpunkte verbuchen und gelangte so auf den vierten Platz.
Insgesamt 20 Reiter gelangten mit Null-Fehlerritten in den zweiten Umlauf. Dort hatte der deutsche Daniel Deusser besonders Pech: Sein Holsteiner Caballero überwand einen Sprung direkt am Ständer und berührte das Fähnchen – ausgeschieden. Das Stechen erreichten nur vier Reiter.
Der Preis des Bundesministers des Innern ging an den Schweizer Pius Schwizer. Dieser Sonderehrenpreis, gegeben von Thomas de Maiziére, Bundesminister des Innern.
Der Halla-Wanderpreis,gegeben von Hans Günter Winkler, geht anden Besitzer des erfolgreichsten Springpferds des Turniers. Das war in diesem Jahr Hickstead, der im Besitz der Ashland Stables und Torrey Pines Stable steht.
O-Töne aus der Pressekonferenz
Eric Lamaze: Jeder Reiter träumt von einem Sieg im Großen Preis von Aachen. Für mich stellt dieser Sieg gemeinsam mit meinem Olympiasieg 2008 ein absolutes Highlight in meiner Karriere dar. Ich war hier schon mal vor vielen Jahren und habe immer gesagt, hier möchte ich mal gewinnen. Hier starten die besten Reiter und Pferde der Welt. Hickstead haben wir gekauft, kurz bevor er acht Jahre alt wurde. Nun ist er 14 und ich denke, er ist das Pferd meines Lebens. Für mich war er immer ein besonderes Pferd.
Pius Schwizer: Bevor ich ins Stechen geritten bin, ist Ludger Beerbaum mir nach gelaufen und hat gesagt, Du musst mit Deiner Stute Gas geben, Du kannst das hier gewinnen. Das ist eine große Ehre für mich, dass ein Ludger Beerbaum mir nachläuft und einen Tipp gibt. Ich habe hier definitiv nicht den Sieg verloren, sondern den zweiten gewonnen. Für mich ist es eine Ehre, hinter der Nummer eins der Welt und dem Olympiasieger zweiter zu werden.
Sergio Alvarez-Moya: Ich weiß, dass mein Pferd nicht das Schnellste ist und so bin ich auf Sicherheit geritten. Vor vier Jahren war ich hier auf den Weltreiterspielen erstmals in Aachen und wurde dort 18. Action Breaker haben mein Bruder und ich gekauft, als er drei Jahre alt war. Ich war immer verrückt nach diesem Pferd und habe immer an ihn geglaubt. Die letzten sechs Monate hat er sehr gute Ergebnisse gebracht. Er wird auch in der Zucht eingesetzt und hat schon sehr gute fünf- und sechsjährige Springpferde gebracht. Ich lebe eigentlich in Spanien aber die meiste Zeit bin ich in Belgien bei Antwerpen. Trainiert wurde ich von Albert Voorn, bekam auch Hilfe von dem Dressurreiter Jordi Domingo und dem spanischen Dressur-Nationaltrainer Jean Bemelmans. Ich schaue auf jedem Turnier, was ich von den anderen Springreitern lernen kann.
Frank Kemperman; Turnierveranstalter: Wir hatten hier eine super Woche, wenn es auch manchmal etwas schwer mit dem Wetter war. Wir hatten fantastischen Sport und eine ganz besondere Atmosphäre. Insgesamt hatten wir 353 000 Zuschauer, allein heute waren es 51.000. Wir haben hier die besten Pferde und Reiter und sind sehr froh, dass der Boden im Stadion in diesem Jahr so gut war. Das war 2009 ein Albtraum. Aber in diesem Jahr kamen die Reiter mit positiven Kommentaren über den Boden auf mich zu.
Frank Rothenberger, Parcoursbauer: Wir haben schon etwas mehr Fehler erwartet anstelle von 20 Nullrunden. Vielleicht habe ich ein paar zu viel Tipps gegeben. Aber die guten Resultate lagen mit Sicherheit auch viel an dem sehr guten Boden.
18.7.2010
Moorlands Totilas siegt im Deutsche Bank Preis
Sonderehrenpreis: Edward Gal Dressurchampion von Aachen
Insgesamt 24 Mal zückten die Richter die Traumnote 10: Mit 90,96 Prozent siegten der Niederländer Edward Gal und sein zehnjähriger Rapphengst Moorlands Totilas im Deutsche Bank Preis beim CHIO 2010, Weltfest des Pferdesports. „Das Gefühl war wieder sehr gut, auch wenn wir zwei Fehler hatten“, berichtet Edward Gal. In einer Trabverstärkung war der Gribaldi-Sohn in den Galopp gefallen, und in einer Piaffe machte er kurz einen Galoppsprung. „Ich wollte etwas zuviel und habe zu viel gemacht. Aber das sind kleine Details, die nicht mehr vorkommen werden“, scherzte Gal. Für den Hengst ist es die erste Turniersaison, in der er auch in der Zucht eingesetzt wird. „Er wird dreimal die Woche abgesamt. Es war natürlich ein Risiko, das anzufangen, aber er macht es hervorragend mit, wiehert nur im Stall etwas mehr“, so Gal. Auch der zweite und dritte Platz in der Grand Prix Kür ging in die Niederlande: Adeline Cornelissen wurde mit dem 13-jährigen Jazz-Ulft-Sohn Jerich Parzival Zweite. Das Paar hatte 85,607 Prozent erzielt. Besondere Schwierigkeit in der Kür: Eine Piaff-Pirouette, die innerhalb der Pirouette die Richtung ändert. „Parzival ging hier so konzentriert, er hat sich überhaupt nicht ablenken lassen. Früher war er sehr aufgeregt, wenn er in solch ein Stadion kam, aber jetzt scheint er die Zuschauer mehr und mehr zu mögen. Ich war sehr zufrieden mit seiner Leistung hier“, berichtete Adelinde Cornelissen. Ihre Team-Kollegin Imke Schellekens-Bartels gelangte mit 81,00 Prozent auf den dritten Platz mit ihrer Stute Hunter Douglas Sunrise. „Ich habe hier viel nachgedacht. Im Grand Prix ging Sunrise gut, aber normal und mit zu wenig Ausdruck. Im Special bin ich mehr auf Risiko geritten, aber wir hatten Fehler. Heute war das Ziel Risiko ohne Fehler, und das ist gelungen, die Musik hilft mir immer.“
Auf dem vierten Platz endete die zehnfache Aachen-Siegerin Isabell Werth. „Satchmo hat sich hier von Tag zu Tag gesteigert und sich hier heute sehr gut präsentiert. Er hat unheimlich mit gemacht, leider hatte er einen Fehler in den Einerwechseln und hat sich in der zweiten Piaffe selbst getreten“, so die Mutter von Sohn Frederik. Ihre neue Kür zur Musik von Roberto Blanco und Tom Jones überraschte mit witzigen Elementen. „Ich hatte früher oft so schwere Musik und wollte nun mal etwas Besonderes mit positivem Einfluss. Mir macht es Spaß, dazu zu reiten.“ Werth hatte als Einzige neben Edward Gal beim Ausritt Standing Ovations des Publikums bekommen. „Satchmo ist trotz seines Alters in sehr guter Form“, sagte der deutsche Bundestrainer Holger Schmezer. Anabel Balkenhol (Coesfeld) musste ihren Ritt mit Dablino absagen. „Sie hatte die ganze Nacht Durchfall und ist sehr geschwächt“, bedauerte Schmezer.
Team-Newcomer Christoph Koschel (Hagen a.T.W.) gelangte mit 75,00 Prozent auf Platz sieben. „Donnperignon hat hier heute die letzte Kraft gefehlt. Drei Prüfungen ist er auf einem Turnier noch nicht so oft gegangen. Aber er ist in dieser Atmosphäre sehr gelassen geblieben, ich habe ihn extra auf dem Abreiteplatz nicht so gefordert“, berichtete der 34-Jährige. Zufrieden war auch die Österreicherin Victoria Max-Theurer, die mit 78,50 Prozent auf den sechsten Platz kam. „Aachen war für Augustin nach seiner Kolik-Operation im vergangenen Jahr erst das dritte Turnier. Er hat gezeigt, dass er sehr gut zurück gekommen ist“, freute sich die 24-Jährige.
„Als Organisator kann man nur glücklich sein mit dieser Stimmung, die Dressur ist seit Freitagabend ausverkauft“, so Turnierveranstalter Frank Kemperman.
18.7.2010
„Zum richtigen Zeitpunkt den Staffelstab weitergeben“
Klaus Pavel übergibt nach 17 Jahren an der Spitze des Aachen-Laurensberger Rennvereins an Carl Meulenbergh
Es war ein emotionaler und stimmungsvoller Abend in der Aachener Soers: Klaus Pavel hat nach 17 Jahren an der Spitze des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV) seinen Rücktritt erklärt. „Es gehört zu einer guten Präsidentschaft dazu, dass man zum richtigen Zeitpunkt die Verantwortung weitergibt“, begründet Pavel seinen Entschluss.
Mit vielen Emotionen wurde Pavel von Freunden, Kollegen und Weggefährten am Sonntagabend verabschiedet. Mit einer kurzen Ansprache würdigte Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle den scheidenden Präsidenten. Unmittelbar vor dem traditionellen „Abschied der Nationen“ wurde Pavel mit einem Gespann ins Hauptstadion gefahren – in Begleitung seiner Ehefrau Gudrun und der Präsidentin des Internationalen Reiterverbandes Prinzessin Haya von Jordanien.
Als Klaus Pavel 1993 das Amt als Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins übernahmen, befand sich der Verein in turbulenten Zeiten. Umsichtig und schnell führte Pavel den Verein wieder in ruhige Gewässer. In seine Amtszeit fiel die erfolgreiche Bewerbung um die Weltreiterspiele 2006. Die traditionsreiche Anlage in der Aachener Soers hat sich während seiner Präsidentschaft zur modernsten der Welt entwickelt, die Zuschauerkapazitäten wurden kontinuierlich ausgebaut.
Dem Verein wird er aktiv erhalten bleiben. „Ich habe mir erlaubt, Klaus Pavel als Ehrenpräsidenten des Aachen-Laurensberger Rennvereins vorzuschlagen“, so Vizepräsident Carl Meulenbergh, „und freue mich, dass der Aufsichtsrat angekündigt hat, diesem Vorschlag bei der nächsten Sitzung am Dienstag auch zu folgen.“ Die Mitglieder des ALRV müssen dies bei der nächsten Generalversammlung noch bestätigen. Pavels Nachfolger soll Vizepräsident Carl Meulenbergh werden: „Ich freue mich, dass sich auf meinen Vorschlag hin Carl Meulenbergh bereit erklärt hat, das Amt des Präsidenten des Aachen-Laurensberger Rennvereins zu übernehmen“, so Klaus Pavel. Der Aufsichtsrat folgte dieser Empfehlung.
18.7.2010
Werner Ulrich siegt im Preis der Coca-Cola Erfrischungsgetränkte AG
Schweizer Sieg im Hindernisfahren „Jagd um Punkte“
Mit 1900 Punkten und einer Zeit von 195,09 Sekunden siegte der Schweizer Werner Ulrich im Preis der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports. Der Schweizer, der bereits zweimal Weltmeister war und insgesamt neunmal an Weltmeisterschaften teilnahm, hatte seine Lusitanos Tulipa, Unix II, Valeria II und Xaval angespannt. Der 50-Jährige lebt im schweizerischen Bäriswil und hat den FEI Top Driver Award 2005 gewonnen und war mehrfacher Schweizer Champion.
Platz zwei ging an Christian Sandmann aus Lähden. „Für unser erstes Turnier in diesem Jahr ein schöner Erfolg“, freute sich der Inhaber einer Spedition. Sandmann (43) musste sich einer Knie-Operation unterziehen und kehrte erst vor wenigen Wochen zurück auf den Kutschbock. Sein Ergebnis: 1870 Punkte und 195,33 Sekunden. Der dritte Platz ging nach Schweden an Tomas Eriksson, der 1860 Punkte in 190,33 Sekunden erzielt hatte. Der 48-Jährige wurde im Jahr 2000 Weltmeister in Wolfsburg und nahm insgesamt neunmal an Weltmeisterschaften teil. Den FEI Top Driver Award hat der zweifache Familienvater bereits dreimal gewonnen.
18.7.2010
Janne-Friederike Meyer und Chika’s Way siegen im YAGEO Preis
Deutscher Sieg in der Soers
Diesmal war sie die Schnellste: Team-Neuling Janne-Friederike Meyer siegte auf Chika’s Way im Yageo-Preis beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports. Die Holsteiner Caretino-Lord-Tochter flog in 61,27 Sekunden fehlerfrei durch den Parcours. „Ein Sieg in Aachen ist natürlich toll“, freute sich Meyer, die nach ihren guten Leistungen im Nationenpreis nun in den A-Kader berufen wurde.
Platz zwei ging in 62,88 fehlerfreien Sekunden an den Spanier Sergio Alvarez Moya mit dem Darco-Sohn Wisconsin vor dem Iren Cian O’Connor, der den elfjährigen Lester-Sohn Splendor gesattelt hatte. Das Paar durchritt die Ziellinie nach 63,71 Sekunden.
18.7.2010
Anke Fleig gewinnt die „Silberne Kamera“
Das Foto „Sonnenuntergang“ hat die Jury überzeugt
Gestern Abend wurde der Medienpreis „Die Silberne Kamera“ im Rahmen der Springprüfungen vergeben. Die Fotografin Anke Fleig konnte sich gegen 73 Einsendungen aus insgesamt sechs Ländern durchsetzen und gewann auf dem diesjährigen CHIO Aachen den renommierten Medienpreis „Die Silberne Kamera“. Ihr Foto „Sonnenuntergang“ wurde von der vierköpfigen Fachjury zum besten Pferdefoto 2009/10 ausgezeichnet. Anja Fleig konnte den begehrten Preis leider nicht persönlich entgegennehmen. Als Vertretung nahm Thomas Zimmermann, ebenfalls Fotograf, den Preis von Hubert Herpers, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Aachen, entgegen.
Platz 2 ging an Nicole Bökhaus aus Winterthur/Schweiz mit dem Bild „SplishSplash“, Dritter wurde der norwegische Fotograf Roger Svalsrød. Dotiert ist der Medienpreis mit 4000 Euro, wovon 2500 Euro an den Sieger, 1000 Euro an den Zweit- und 500 Euro an den Drittplatzierten gehen. Verliehen wird die Silberne Kamera in jedem Jahr gemeinsam vom CHIO-Veranstalter Aachen-Laurensberger Rennverein, von der Sparkasse Aachen und vom Rheinischen Sparkassen- und Giroverband.
17.7.2010
Kevin Staut gewinnt Best of Champions
Der Europameister triumphiert vor Weltmeister Jos Lansink
An dem amtierenden Europameister, der seit acht Monaten in Belgien lebt, war im Springen Best of Champions heute kein Vorbeikommen: Mit einer makellosen Bilanz setzte sich der 29-Jährige mit Abstand ganz nach vorne. Sein neunjähriger Wallach Brazil M, ein belgisches Warmblut von Gran Corrado-Grandeur, war das zweitjüngste Pferd in der Prüfung. Staut, der seit acht Monaten in Belgien lebt und Trainiert, ist der Partner des französischen Shooting-Stars Pénélope Leprovest.
Zugelassen sind in diesem Springen nur die aktuellen Championatssieger und der Vorjahressieger des Großen Preises von Aachen 2009: Denis Lynch, Olympiasieger Eric Lamaze und der Weltmeister von Aachen 2006, Jos Lansink. Während Staut mit seinem eigenen Pferd und den Pferden der drei Konkurrenten jeweils fehlerfrei blieb, unterlief Jos Lansink ausgerechnet ein Abwurf mit seinem eigenen Pferd Calimero van’t Roth, die Vierbeiner seiner Kollegen pilotierte er ohne Makel durch den Kurs. Dagegen blieb Lynch nur mit seinem eigenen Pferd Upsilon d’Ocquier fehlerfrei und kassierte mit den drei Wechsel-Pferden jeweils einen Abwurf, was Rang 3 bedeutete. Mit 16 Punkten – je zwei Abwürfen mit Stauts und Lansinks Pferd – musste Olympiasieger Lamaze diesmal mit Rang 4 zufrieden sein.
Die erfolgreichsten Pferde in dieser Prüfung waren die zehnjährige Voltaire-Landgraf I-Tochter Atlete van T Heike, Pferd von Eric Lamaze, und Lynchs Pferd, der 13-jährige BWP-Wallach Upsilon d’Ocquier, denen jeweils nur ein Abwurf unterlief.
17.7.2010
Boyd Exell siegt im Preis der Familie Richard Talbot
Niederlande gewinnen Fahr-Nationenpreis, Yjsbrand Chardon siegt im Wohnwelt Pallen Marathon
Die Gesamtwertung im Preis der Familie Richard Talbot gewann nach drei Wertungsprüfungen der Australier Boyd Exell mit 142,90 Punkten. Erstmals stand der Marathon beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports, am Ende der über drei Prüfungen gehenden Gesamtwertung. „Das ist für die Zuschauer sehr gut und deswegen wichtig für unseren Sport. Aber man merkt es doch, denn gestern waren meine Pferde sehr frisch beim Hindernisfahren. Nach dem Gelände sind sie natürlich etwas müder“, so Boyd Exell, der seit 1993 in Großbritannien lebt. Auf dem zweiten Platz landete der Niederländer Ijsbrand Chardon mit 149,19 Punkten vor dem Deutschen Christian Sandmann mit 154,34 Strafpunkten. „Aachen war in diesem Jahr mein erstes Turnier überhaupt, denn ich bin erst vor vier Wochen am Knie operiert worden. Übrigens zusammen mit meinem Sohn, der sich beim Fußballspielen verletzt hatte. Da ich seit langem Probleme am Miniskus habe, bin ich mit ihm zum Arzt, und dort haben wir dann entschieden, uns beide operieren zu lassen“, berichtet Sandmann. Fahren ist für den Inhaber einer Spedition im niedersächsischen Lähden nur Hobby. „Deswegen weiß ich auch noch nicht, ob ich nach Kentucky will. Wenn, dann nur mit einem Top-Gespann, da möchte ich noch die nächsten Turniere abwarten. Denn der Aufwand für Kentucky ist natürlich enorm.“ Sandmann wurde für Aachen ohne vorherige Qualifizierung nominiert. „Das hat natürlich Diskussionen gegeben, aber ich möchte mich bei unserem Bundestrainer für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken. Ich denke, ich habe es mit meiner Leistung bestätigt.“
Die Teamwertung ging an die Niederlande, in dessen Team neben Chardon Koos de Ronde und Theo Timmermann stehen. Die Mannschaft verbuchte 305,89 Punkte. Rang zwei erreichte Deutschland mit Michael Brauchle, Rainer Duen und Christoph Sandmann mit 316, 65 Punkten. Dritter wurde das Schweizer Team mit Felix Affrini, Daniel Wurgler und Werner Ulrich mit 329,72 Punkten.
Im Wohnwelt Pallen Marathon siegte der Niederländer Ijsbrand Chardon mit 101,70 Punkten. „Das war ein sehr schöner Marathon mit schwierigen Elementen. Besonders das erste Hindernis war schwierig, vielleicht hätte man sich da ein einfacheres Hindernis als Einleitung gewünscht“, so der dreifache Weltmeister. „Eigentlich ist es nicht meine Woche gewesen, mein sehr gutes Dressurpferd bestand den Vet-Check nicht. Der Marathon hat es dann wieder herausgerissen für mich“, so der 49-Jährige.
17.7.2010
Der Joker bleibt liegen, und auch die Zeit stimmt
Der Ire Billy Twomey gewinnt den LANXESS arena Preis
23.05 Uhr – doch Ludger Beerbaum (Riesenbeck) ist hellwach. Als vorletzter Starter geht der 46-Jährige in den Parcours um den LANXESS arena Preis, eine Progessive-Springprüfung mit Joker. Mit dem elfjährigen, niederländischen Baloubet du Rouet-Sohn Chaman blieb er fehlerfrei, überwand auch den Joker perfekt und verbuchte 65 Punkte, benötigte dafür allerdings 57,10 Sekunden. 0,88 Sekunden schneller erreichte vor ihm der Ire Billy Twomey auf dem zehnjährigen Quickstar-Sohn Tackeray die Ziellinie und gewann das Springen am späten Samstagabend. Rang 3 ging an den Schweizer Pius Schwizer auf dem achtjährigen KWPN-Wallach Verdi II. Schwizer hatte am Nachmittag schon mit Ulysee den „Preis der AachenMünchener“ gewonnen.
Progressivspringen mit Joker – das ist eine etwas andere Prüfungsform, als die Springen auf Fehler und Zeit. Platziert wird nach Bonuspunkten und Zeit. So gibt es für Hindernis 1 einen Punkt, für Hindernis 2 zwei Punkte usw. Das letzte Hindernis, der Joker, wird mit der doppelten Punktzahl bewertet. Bonuspunkte werden nur für fehlerfrei überwundene Hindernisse vergeben. Fällt allerdings zum Schluss des Parcours der Joker-Sprung, so wird die Punktzahl von dem bis dahin errittenen Punktestand abgezogen.
17.7.2010
Rasante Jagd über die Gräben und Wälle Shane Breen gewinnt den Preis der Sparkasse
Das Springen stellt besondere Anforderungen an Reiter und Pferde, Anforderungen, die ihnen nicht jeden Tag im Parcours begegnen: Das Jagdspringen um den „Preis der Sparkasse“ führt traditionell über die Naturhindernisse auf dem großen Springplatz. Darunter Gräben, Wälle und der große Teich. Solche Parcours kennt man in Irland, und so hatte der zwölfjährige irische Wallach Dorada keine „Berührungsängste“ mit den Naturhindernissen. Er siegte in 77,82 Sekunden unter dem Iren Shane Breen.
In 79,77 Sekunden ritt der Schweizer Werner Muff mit dem neunjährigen niederländischen Heartbreaker-Sohn Unik GS auf Rang 2 vor dem Niederländer Vincent Voorn, der auf dem zwölfjährigen KWPN-Pferd Audi’s Radja 80,79 Sekunden benötigte. Bester deutscher Starter war Lars Nieberg (Homberg/Ohm) mit dem neunjährigen Oldenburger Landadel. Er benötigte 83,02 Sekunden.
17.7.2010
Helen Langehanenberg siegt mit Fleur Rubin im WOTAX-Preis
Deutscher Sieg in der Intermediaire I
Im Prix St. Georges hatte Helen Langehanenberg mit Fleur Rubin, einer zehnjährigen, westfälischen Stute, noch Rang 10 genommen. Heute wirbelte sie das Klassement in der Intermédiaire I um und siegte mit 73,632 Prozent im Wotax-Preis. Auf Rang 2 kam die Niederländerin Christa Laarakkers auf dem Rheinländer Don Fuego mit glatten 70 Prozent vor Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln) auf dem Westfalen Figo (69,603) und Isabell Werth (Rheinberg/68,842) auf Don Johnson. Imke Schellekens-Bartels (Niederlande/66,868), die den Prix St. Georges mit dem KWPN-Wallach Toots gewonnen hatte, belegte Rang 7.
17.7.2010
Laura Bechtolsheimer gewinnt den PHILIPS-Preis
Britischer Sieg in der Grand Prix Kür CDI
Gleichstand in der Kür – und ein Stechen gibt es im Dressursport nicht. Helen Langehanenberg und die Britin Laura Bechtolheimer endeten mit dem exakt gleichen Ergebnis von 71,5 Prozent. Laut Reglement geht der Sieg dann an den Reiter mit der höheren B-Note, und das war Laura Bechtolsheimer auf ihrem 15-jährigen Aarking xx-Sohn Andretti H mit 75 Prozent. „Andretti musste heute schon einige Siegerehrungen gehen, ich glaube, es ist Zeit für ihn, ins Bett zu gehen. Natürlich freue ich mich über den Erfolg. Aber das war nicht ganz die Leistung, die er bringen kann“, so die Britin.
Helen Langehanenberg (Münster) war etwas enttäuscht. „Ich freue mich natürlich über diesen super Erfolg. Doch wenn man so eng an einem Sieg in Aachen vorbei schrammt, ist das natürlich etwas schade“, so die 28-Jährige. Ihre B-Note lag bei 73 Prozent. Platz drei holte sich Victoria Max-Theurer mit dem westfälischen Hengst Eichendorff. „Wir hatten leider zwei Fehler, und ich habe diese Kür schon mit 74 Prozent gewonnen. Doch zu dieser späten Zeit ist es gar nicht so leicht, sein Pferd zu motivieren, und dafür hat er seine Sache sehr gut gemacht“, so die Österreicherin.
17.7.2010
Julie de Deken wiederholt ihren Erfolg in der Dressur U 25
Belgischer Sieg im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung
„Ich bin sehr froh, dass ich meinen Sieg hier noch einmal wiederholen konnte. In Aachen reiten zu dürfen, ist einfach wunderbar“, freute sich die Belgierin Julie de Deken. Mit ihrem Florestan I-Rivellino xx-Sohn Fazzino siegte sie mit 69,395 Prozent. Die 24-Jährige stammt aus der Nähe von Antwerpen und trainiert bei der früheren niederländischen Dressurreiterin Tineke Bartels, deren Tochter Imke Schellekens-Bartels in Aachen zur niederländischen Dressurequipe gehört. De Deken entdeckte Fazzino als Sechsjährigen bei der WM der jungen Dressurpferde in Verden. Im vergangenen Jahr ging der Zwölfjährige schon erfolgreich in der kleinen Tour und steigt nun ebenso erfolgreich in Richtung Grand Prix um.
Platz zwei belegte die Norwegerin Lillan Jebsen auf dem Jet Set-Sohn Pro-Set mit 67,674 Prozent. Der Niederländer Diederik van Silfhout belegte mit Luxform’s Popeye Platz drei. Beste Deutsche wurde Kirsten Sieber, die in der ersten Prüfung Zweite gewesen war, mit ihrem Chagallo-Sohn Charly WRT auf Platz 5.
Die Premiere ist gelungen: Erstmals wurde beim CHIO Aachen eine Prüfung für die jungen Dressurreiter U 25 um den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung geritten. Die neue Prüfung war eine Idee von Frank Kemperman, Turnierchef des CHIO Aachen und Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), um damit den hoffnungsvollen Talenten auf internationaler Ebene den Umstieg vom Nachwuchs- in den internationalen Grand-Prix-Bereich zu erleichtern.
17.7.2010
Pius Schwizer gewinnt den Preis der AachenMünchener
Meredith Michaels-Beerbaum beste Deutsche auf Rang 3
Eine Kombination aus der Schweiz und Belgien siegte im Preis der Aachen Münchener beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports: Der aus der Schweiz stammende Reiter Pius Schwizer und sein 13-jähriger BWP-Wallach Ulysse. Das Paar galoppierte fehlerfrei in 44,15 Sekunden durch den Parcours. „Der Parcours war nicht einfach, lange Strecken und teilweise sehr enge Kombinationen. Da konnte man schon mal schnell zu dicht kommen“, so Schwizer. „In dieser Prüfung durften nur die 30 Besten aus drei schweren Springen an den Start gehen. Da musste sich Parcoursbauer Frank Rothenberger schon was hinstellen, er hat sich die Starterliste angeguckt und wird sich seine Gedanken gemacht haben“, so Schwizer. Gute Nachrichten gibt es übrigens von seinem Olympiapferd Nobless M. „Die Stute fiel elf Monate aus, lahmte immer wieder, das Bein war weder dick noch warm. Wir haben nach 200 Röntgenbildern einen Chip im Hufbein gefunden, der wie eine Nadelspitze war. Seit der OP ist sie lahmfrei und wird nun beim CSI Ascona starten.“ Für den Großen Preis will Schwizer jedoch nicht auf Ulysse, sondern auf die neunjährige Holsteiner Carvallo-Landgraf I-Tochter Carlina setzen.
Rang zwei ging an den Franzosen Kevin Staut mit der KWPN-Stute Sea Coast Silvana, eine Corland-Widor-Tochter. Das Paar blieb in 44,39 Sekunden fehlerfrei. Meredith Michaels-Beerbaum gelangte mit dem 15-jährigen Contender-Sohn Checkmate in 45,26 Sekunden auf den dritten Platz.
17.7.2010
Totilas und Edward Gal gewinnen den MEGGLE-Preis, Grand Prix Spécial CDIO
Niederlande siegen im Lambertz-Nationenpreis vor Deutschland
Wie erwartet, war auch im MEGGLE-Preis, Grand Prix Spécial CDIO, kein Vorbeikommen an der niederländischen Waffe Totilas. Mit 86,458 Prozent siegte Edward Gal mit Totilas beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports. „Totilas erstaunt mich jedes Turnier, jedes Mal wird er noch ein bisschen besser. Es fühlt sich so gut an und ich kann nur glücklich sein, so ein Pferd zu haben“, strahlte Edward Gal nach seinem Sieg. Erstmals gelangte Totilas im Grand Prix Spécial CDIO über 86 Prozent – persönliche Bestmarke. Der zehnjährige KWPN-Hengst gewann mit 86,45 Prozent vor seiner Landsmännin Adelinde Cornelissen, die mit dem Jazz-Sohn Jerich Parzival 82,542 Prozent erzielt hatte. „Ich bin sehr froh, dass Parzival hier sehr konzentriert war“, so die Niederländerin, die ihre berufliche Laufbahn als Lehrerin zu Gunsten des Dressursports unterbrochen hat. Auch der dritte Platz ging außer Landes: Die Britin Laura Bechtolsheimer wurde mit dem dänischen Michellino-Sohn Mistral Hojris Dritte. Das Paar hatte 79,375 Prozent erzielt. „Aachen ist ein spezielles Stadion, in dem man immer mal Überraschungen erleben kann. Ich bin sehr froh, dass alles so gut lief bis auf ein paar Reiterfehler“, so die 25-jährige.
Beste deutsche Starterin wurde Isabell Werth mit Satchmo auf Platz vier. „Im Laufe der Saison hat sich Satchmo sehr gesteigert. Ich bin mit ihm sehr zufrieden“, so die Rheinländerin. Team-Neuling Christoph Koschel gelangte mit dem finnischen Donnerhall-Sohn Donnperignon auf den sechsten Platz mit 74,33 Prozent. „Es ist wirklich etwas anderes, wenn man hier in der Mannschaftswertung reitet. Man reitet ein und die Atmosphäre knistert, das hat mich unheimlich motiviert. Man merkt, wie die Zuschauer mitgehen“, so Koschel, der mit 15 Jahren seine erste S-Dressur gewonnen hat.
Den Lambertz-Nationenpreis entschieden die Niederlande mit insgesamt 236,140 Prozentpunkten für sich. In ihrem Team stand neben Gal und Cornelissen die an 7. Stelle platzierte Imke Schellekens-Bartels. „Ich bin sehr glücklich über diesen Erfolg in Aachen. Hier ist es immer schwer, fast schon wie eine Weltmeisterschaft“, so Nationaltrainer Sjef Janssen. Deutschland erreichte mit 219,665 Prozentpunkten Platz zwei. „Wir sind froh, dass unser Super-Star Isabell Werth zurück ist“, freute sich Equipe-Chef Ullrich Kasselmann. Neben Isabell Werth und Christoph Koschel stand Matthias Alexander Rath auf Sterntaler-Unicef im Team. Der Sion-Sohn verweigerte erneut die Mitarbeit in der Piaffe auf der letzten Mittellinie. „Natürlich mache ich mir vor dieser Lektion Gedanken, sie funktioniert einfach zu selten“, so Matthias Alexander Rath.
Rang drei ging an Großbritannien mit Laura Bechtolsheimer/Mistral Hojris, Fiona Bigwood/Wie-Atlantico de Ymas, Emile Faurie/Elmegardens Marquis vor Belgien, Spanien und Kanada.
17.7.2010
Neuseeländer Andrew Nicholson siegt im DHL-Preis
Deutschland gewinnt den Nationenpreis Nur noch zu dritt war das deutsche Team vor dem Start im Gelände. Denn Dirk Schrade musste sein Pferd King Artus nach der Dressur wegen Lahmheit zurückziehen. Doch auch mit der Dreier-Besetzung Michael Jung auf Weidezaunprofi’s River of Joy, Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas und Andreas Dibowski mit Euroriding Butts Leon gelang es den Deutschen, ihre Sieges-Serie beim CHIO Aachen, Weltfest des Pferdesports, zu halten. „Wir standen natürlich unter Druck wegen der Verletzung des Pferdes. So sind wir stolz, hier wieder gewonnen zu haben“, berichtete Bundestrainer Hans Melzer. Nur der Einzelsieg blieb erstmals in der nun vierjährigen Eventing-Geschichte beim CHIO nicht in Deutschland: Der Neuseeländer Andrew Nicholson siegte im DHL-Preis auf dem zehnjährigen Nereo. „Ich habe mit Nereo ein ganz tolles Pferd, ich liebe es, ihn zu reiten und vertraue ihm sehr. Ich bin sehr glücklich über seine Leistung, habe mich nur in der Dressur über die Benotung eines Richters geärgert. Aber jedes Jahr kommen hier bessere Pferde an den Start. Und die Pferde bekommen nach der Bewältigung eines solchen Parcours mehr Erfahrung“, so Nicholson.
Platz zwei holte sich Andreas Dibowski auf dem 13-jährigen Euroridings Butts Leon. Der 44-Jährige schrammte knapp an der Wiederholung seines Siegs von 2009 – damals mit der nach dem CHIO Aachen aus dem Sport verabschiedeten Stute Serve Well – vorbei. „Die Geländestrecke war in diesem Jahr noch anspruchsvoller als 2009. Vor allem das knifflige Wasserhindernis kam sehr schnell. Am Anfang der Strecke lassen sich die Pferde oft noch ablenken, so zählte das Wasser schon zu den Hauptklippen. Auch die Zeit war schwer zu kriegen“, berichtet Dibowski. Dritter wurde Dirk Schrade auf seinem Zweitpferd Gadget de la Cere: „Über diesen Erfolg bin ich natürlich froh. Schade aber, dass ich hier nicht auch mein Erstpferd King Artus reiten konnte. Als wir ihn nach der Dressur aus der Box holten, ging er lahm. In dieses Pferd hatte ich große Hoffnungen gesetzt. Wir werden ihn am Montag direkt in der Klinik checken lassen, ich hoffe, es ist nichts Schlimmes. Mein Ziel mit ihm ist Kentucky und geplant waren die Deutschen Meisterschaften in Schenefeld, wenn er fit ist.“ Auch Michael Jung lieferte mit seinem Zweitpferd Leopin ein besseres Ergebnis als mit seinem Teampferd Weidezaunprofi’s River of Joy. Mit dem elfjährigen Legal Legend xx-Sohn gelangte er auf den vierten Platz. Eine Verweigerung musste Jung auf seinem Teampferd Weidezaunprofi’s River of Joy verbuchen. Der Rubicell-Sohn war im Rolex-Complex am Ecksprung vorbei gelaufen. Auf den sechsten Platz gelangte die frischgebackene, zweifache Mutter Ingrid Klimke. „Abraxxas hat schon in Luhmühlen sein Leistungsvermögen gezeigt und hier bestätigt. Es war ein anspruchsvoller, aber schöner Kurs, der Spaß gemacht hat.“
Für den Australier Clayton Fredericks war der Kurs nach einem Sturz am Meydan-Complex vorbei. Sein Pferd Be My Guest prallte gegen den Sprung. Dabei wurde die Vorlegestange so zerstört, dass der Sprung aus dem laufenden Wettbewerb genommen werden musste. Eine Reparatur war nicht möglich, und aus Sicherheitsgründen wurde der Meydan-Complex gesperrt. Eine Situation, die so noch nie dagewesen war. Ihre Lösung steht jedoch im Reglement und dementsprechend handelte die Ground Jury: Die Reiter, die den Sprung noch überwunden hatten, bekamen jeweils fünf Sekunden gut geschrieben. „Der Kurs wurde im Vorfeld von den Reitern sehr unterschiedlich diskutiert. Die ersten Reiter ritten noch etwas vorsichtiger. Das Risiko für Fehler steigt natürlich, wenn die Reiter am Ende versuchen, um den Sieg zu reiten“, so Kurs-Designer Rüdiger Schwarz.
17.7.2010
Marcus Ehning siegt mit Campbel im Sparkassen-Youngsters-Cup-FINALE
Bernardo Alves, Sieger in beiden Qualifikationen, wird vierter
Sieben Jahre alt ist der Hannoveraner Hengst Campbel erst. Das hinderte den Contendro-Argentan I-Sohn jedoch nicht am Sieg im Sparkassen-Youngsters-Cup- FINALE. Unter Marcus Ehning blieb der Hengst in beiden Runden fehlerfrei und setzte sich mit 42,84 Sekunden an die Spitze. „Er ist sehr sprunggewaltig und vorsichtig. Das hat er hier in der Soers bewiesen“, freute sich Ehning, der heute den ersten Geburtstag seiner Tochter Yula Ekatherina feiert. Die Kleine ist für den Pferdesport gleich zweifach erblich vorbelastet: Mama Nadia Ehning, ehemals Zülow, war dreimal Weltmeisterin, dreimal Europameisterin und sechsmal Deutsche Meisterin im Voltigieren.
Dicht auf den Fersen war Ehning Ludger Beerbaum mit der Schimmelstute Gut Neuenhof’s Cimba. Die westfälische Clinton-Galoubet A-Tochter – ebenfalls erst sieben Jahre alt – galoppierte nach 43,79 Sekunden durchs Ziel. Die ersten drei Ränge machte Deutschland unter sich aus: Philipp Weishaupt pilotierte den siebenjährigen Heraldicus-Nobel-Sohn Heraldo S in 44,25 Sekunden auf den dritten Platz.
Geschlagen geben musste sich der Brasilianer Bernardo Alves, der mit der Holsteiner Canturo-Tochter Canturada beide Qualifikationsspringen gewonnen hatte. Ebenfalls fehlerfrei im Finale, war das Ziel erst nach 44,28 Sekunden erreicht.
16.7.2010
Isabell Werth triumphiert auch im Lindt-Preis
Die fünffache Olympiasiegerin gewinnt auf Warum nicht den Grand Prix Spécial
Es war eine ähnlich klare Angelegenheit wie schon am Mittwochabend im Grand Prix: Gestern Abend gewann Isabell Werth (Rheinberg) im Deutsche Bank Stadion unter Flutlicht auch den Grand Prix Spécial um den Lindt-Preis. Mit Warum nicht siegte sie mit 73,393 Prozentpunkten vor Monica Theodorescu (Füchtorf) auf Whisper und Sabine Becker auf dem 14-jährigen Lamarc von Leggiero.
„Ich bin sehr zufrieden mit meinem Hannes, er hat super reagiert und eine schöne Runde gedreht. In der ersten Pirouette hatte er sich etwas überdreht, das kommt wohl davon, dass wir in der Kür eine doppelte Pirouette reiten. Hannes ist ein schlaues Kerlchen und dachte, da kommt noch eine Drehung nach“, berichtete Isabell Werth. Erstmals steigt sie beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen 2010, als Mutter in den Sattel. Ein anderes Gefühl? „Sobald ich auf dem Pferd sitze, nicht. Da bin ich voll konzentriert. Aber in den Pausen beruhige ich mich schneller, wenn ich mich mal geärgert habe. Da hilft mein Frederik sehr“, lacht die Erfolgsreiterin.
Pech hatte Gina Capellmann-Lütkemeier. Erst hatte sie sich direkt nach dem Grüßen verritten, dann wurde sie abgeklingelt, da ihre Stute Baldessarini nicht klar ging.
16.7.2010
Team aus Wesel gewinnt den Preis des Handwerks
Quadrillen-Wettbewerb ist ein Publikumsrenner
Die Zuschauer lieben die Quadrille zur Musik, denn die teilnehmenden Teams denken sich immer wieder neue, ausgefallene Choreographien und Musiken aus. Der Kreisverband Wesel und der Kreisverband Aachen waren dabei in den letzten Jahren die erfolgreichsten Teams. Und auch diesmal dominierten diese beiden Mannschaften im „Preis des Handwerks“. Mit 17,8 Prozent – das setzt sich aus 8,4 in der a- und 9,4 in der B-Note zusammen – gewann der Kreisverband Wesel vor dem Kreisverband Aachen mit 17,5 (8,5/9,0) und dem Kreisverband Mettmann mit 17,2 Prozent (8,4/8,8).
Der Weseler Team ritt in der Besetzung Mareike Mondrowski auf Baumann’s leonardo, Julia Miß auf Loresco, Martina Binnenbrücker auf Prosecco und Maria Theussen auf Wendolin. Mannschaftsführerin war Helmi Abeck. „Die Pferde passten toll zusammen, die Choreographie war schwierig, mit neuen Figuren, und trotz ein paar kleiner technischer Mängel war es eine tolle Kür“, kommentierte die bekannte Richterin Katharina Wüst.
Für Aachen ritten Sabine Winkens-Bähr auf Don Miguel, Bianca Lüttgens auf Fabrizio, Manuela Hein auf Real Pleasure und Paulina Krafft auf Desperado. Mannschaftsführerin war Susanne Rueben. „Präzise geritten, schwungvolle Pferde, peppige Musik“, lobte Wüst.
16.7.2010
231 Pferdestärken zu gewinnen
Mercedes-Benz, BILD online und der CHIO Aachen verlosen einen Mercedes-Benz GLK 300 4Matik
Immer wieder in Aachen im Parcours: 231 Pferdestärken. Gewinnen Sie anlässlich des CHIO Aachen 2010 mit Mercedes-Benz, BILD online und dem CHIO Aachen einen Mercedes-Benz GLK 300 4Matik. Mit exklusiver Sonderausstattung hat der Offroader einen Wert von über 60.000 Euro. Teilnahmekarten gibt es überall auf dem Turniergelände an den Merchandisingständen und bei den Programmverkäufern. Alle Informationen auch unter www.bild.de. Viel Glück wünschen Mercedes-Benz, BILD online und der CHIO Aachen.
16.7.2010
Deutsche Vielseitigkeitsreiter führen im DHL-Preis
Weltranglisten-Erster Andreas Dibowski ist vor dem Gelände Zweiter
Nach Dressur und Springen in der Disziplin Eventing hat Vorjahressieger Deutschland wieder die Nase vorne: Das deutsche Team mit Andreas Dibowski und Euroridings Butts Leon, Michael Jung auf Weidezaunprofi’s River of Joy, und Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas führt mit 140 Punkten vor Großbritannien (148) und Belgien 149,40. Der vierte deutsche Teamreiter, Dirk Schrade, musste vor dem Springen King Artus verletzungsbedingt zurückziehen.
Die Britin Emily Baldwin geht auf Drivetime als Führende ins Gelände. 40,20 Punkte verbuchte das Paar, und damit fünf Minuspunkte weniger, als der Weltranglisten-Erste Andreas Dibowski auf Euroridings Butts Leon (45,20). Hinter dem Italiener Stefano Brecciaroli (46,00) „lauert“ der derzeit so erfolgreiche Michael Jung, der mit Weidzaunprofi’s River of Joy 46,20 Punkte erzielte. Sein Zweitpferd Leopin ritt Jung zudem mit 48,20 Punkten auf Rang 12. In „Schlagdistanz“ liegen zudem die deutschen Starter Simone Deitermann mit Free Easy NRW (47,60/Rang 8), Dirk Schrade mit Gadget de la Cere (48,20/Rang 13) und Ingrid Klimke mit FRH Butts Abraxxas (48,60/Rang15).
Die Entscheidung fällt am Samstag ab 10.30 Uhr im Gelände. Um die Spannung zu erhöhen, geht die führende Reiterin als Letzte auf die Strecke.
16.7.2010
Niederlande vorne im Preis der VUV-Vereinigte Unternehmerverbände Aachen
Imke Schellekens-Bartels siegt auf Toots Die niederländische Dominanz hielt auch im Prix St. Georges, dem Preis der VUV-Vereinigte Unternehmerverbände, an: Imke Schellekens-Bartels siegte auf dem zehnjährigen Jazz-Havidoff-Sohn Toots. Die Team-Silbermedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Hongkong erzielte 70,132 Prozent. Die nächsten vier Plätze unterschieden sich nur minimal in ihren Prozentzahlen. Brigitte Wittig, Ehefrau von Isabell Werths Trainer Wolfram Wittig, gelangte mit dem erst siebenjährigen Balmoral W auf den zweiten Platz. Balmoral W ist ein Sohn von Wolfram Wittigs Grand-Prix-Sieger Breitling, auf den Familie Wittig ihre Zucht aufgebaut hat. Rang drei ging an die Österreicherin Victoria Max-Theurer auf dem achtjährigen Münchhausen-Sohn Moliere
16.7.2010
Schweizer Sieg im RWE Preis von Nordrhein-Westfalen
Philipp Weishaupt bester deutscher Starter
„In Aachen einmal zu gewinnen, ist wunderbar, ein zweites Mal ist geradezu unglaublich“, sagte Steve Guerdat nach seinem Sieg im RWE Preis von Nordrhein-Westfalen. Im Sattel des Oldenburger Wallachs Ferrari setzte sich der 28-Jährige mit einer fehlerfreien Runde in 44,04 Sekunden an die Spitze. Dabei waren drei Starter schneller als er gewesen: Doch Ludger Beerbaum auf dem Baloubet du Rouet-Sohn Chaman, Luciana Diniz mit dem gekörten Darco-Sohn Winningmood und Christian Ahlmann auf dem KWPN Hengst Taloubet Z mussten alle einen Fehler am letzten Sprung verbuchen. Das war besonders bitter für Ahlmann, der mit 41,52 Sekunden die schnellste Zeit beim CHIO 2010, Weltfest des Pferdesports, vorgelegt hatte.
Elf Jahre nach dem Tod seines bedeutenden Vaters Furioso II via Tiefgefriersamen geboren, legte Ferrari nunmehr 24 Jahre nach Furiosos Ableben Ehre für seinen Vater ein. Der Selle Francais-Hengst hat die gesamte Sportpferdezucht weltweit beeinflusst und lebt in seiner Hengstlinie noch immer weiter. „Ferrari ist ein sehr schnelles Pferd, manchmal sogar zu schnell und zu stark. Er will immer alles auf einmal machen, aber wenn ich seinen Ehrgeiz im Griff habe, ist er sehr vorsichtig. Dieser Sieg war der bisher schönste in seiner Laufbahn“, so Guerdat. Platz zwei ging an den Olympiasieger von 2008, den Kanadier Eric Lamaze, mit seinem Goldpferd Hickstead. „Ich bin erst gestern in Aachen angekommen, und die Runde hier heute war mein erster Start. Hickstead ist bereits am Mittwoch aus Calgary angekommen und dass er hier so gut ging, zeigt, dass er eine gute Reise hatte“, so Lamaze. Das Paar hatte den Parcours in 44,16 Sekunden fehlerfrei überwunden. Rang drei ging an den Niederländer Albert Zoer, der mit dem KWPN-Wallach Uraguay in 44,91 Sekunden durch die Soers flog. „Uraguay ist erst neun Jahre alt und ein sehr gutes Pferd, dem noch etwas Erfahrung fehlt. Bei jedem Turnier wird er besser, und ich sehe in ihm ein Pferd mit Zukunft“, berichtet Zoer.
16.7.2010
Ungar Zoltan Lazar siegt im ZENTIS-Preis
Rainer Duen bester Deutscher im Vierspänner-Hindernisfahren mit Stechen
Mit vier schneeweißen Lipizzanern fuhr der Ungar Zoltan Lazar zum Sieg im Zentis-Preis beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports. In 78,08 Sekunden hatte der Ungar den Hindernis-Parcours fehlerfrei durchfahren. Der 37-Jährige begann seine Pferdesport-Karriere als Springreiter und wechselte 1990 zum Fahrsport. 1997 krönte er seine Karriere mit dem Weltmeistertitel in Riesenbeck. Rang zwei ging an Deutschland: Rainer Duens Vierspänner durchlief den Hindernis-Parcours ebenfalls fehlerfrei in 81,65 Sekunden. Und auch Rang drei bleibt in Deutschland: Christoph Sandmann holte sich in 89,81 Sekunden den dritten Platz.
Damit ist die zweite Wertung für den Nationenpreis im Fahren entschieden. Erstmals fand das Hindernisfahren vor dem Geländekurs, der am morgigen Samstag folgt, statt. Um die Spannung im Gelände noch mal zu erhöhen, geht der in der laufenden Wertung Führend als letztes an den Start. „Wir wollten den Fahrsport mit dieser Änderung noch attraktiver machen, damit direkt nach dem Gelände feststeht, wer der Sieger ist“, berichtet Frank Kempermann, Turnierleiter des CHIO Aachen.
16.7.2010
Zweiter Sieg für Zoltan Lazar im Heitkamp & Thumann Jump and Drive
Dirk Gerkens bester deutscher Fahrer
Null Fehler im Springparcours für Jaroslaw Skryzynski und eine schnelle Runde in insgesamt 140,32 Sekunden für den Lipizzaner-Vierspänner von Zoltan Lazar: Das bedeutete den Sieg für diese Kombination im Heitkamp & Thumann Jump and Drive beim CHIO Aachen 2010, Weltfest des Pferdesports. Pech hatte Christoph Sandmann: Nachdem der zu ihm gehörende Reiter Max Kühner einen falschen Parcours eingeschlagen hatte, wurde er disqualifiziert und Sandmann musste unverrichteter Dinge nach einer kleinen Ehrenrunde wieder aus dem Stadion fahren. Zweitbeste Kombination waren der Niederländer Ijsbrand Chardon und die Amerikanin Candice King auf Naiky D’Elca. Acht Fehlerpunkte im Parcours in 145,48 Sekunden sicherte dem 21-fachen Niederländischem Meister und vierfachen Weltmeister den zweiten Platz. Rang drei belegte die Schweizer Kombination des Vierspänner-Fahrers Daniel Würgler und Theo Muff auf Liv Grete, deren Ergebnis vier Fehlerpunkte in 155,77 Sekunden lautete.
16.7.2010
Unicef Sterntaler wird Reiter Revue, Pferd des Jahres 2009
Ehrung im Hauptstadion beim CHIO Aachen 2010, Welftfest des Pferdesports
Die Pferde haben Großes geleistet und dafür haben sie eine Ehrung verdient: Seit 26 Jahren wählen die Leserinnen und Leser der Reiter Revue International das "Pferd des Jahres", das regelmäßig im großen Stadion während der CHIO-Woche geehrt wird. Sterntaler hat nach den Sternen gegriffen. Seine Erfolge im Dressurviereck haben die Leser von Reiter Revue International gewürdigt und ihn zum Pferd des Jahres gewählt. Die große Ehrung fand heute im Aachener Hauptstadion hat. Mit dabei Sterntalers Reiter Matthias Alexander Rath, der sich sichtlich gerührt zeigte und auf der letzten Gerade in Richtung Ausgang nochmal Gas gegeben hat.
2009 war Sterntalers Erfolgsjahr. Er gewann mit seinem erst 24-jährigen Reiter Matthias Alexander Rath aus dem hessischen Kronberg die Kür der Deutschen Meisterschaft, siegte trotz starker Konkurrenz in Saumur, in Wiesbaden und zum krönenden Abschluss auch im Finale der Meggle Champions Tour in Dortmund. Höhepunkt seiner Saison war jedoch die Berufung ins Dressurteam der Europameisterschaft. Dort, vor dem königlichen Schloss Windsor in England, holte der Sion-Sohn als bestes deutsches Ergebnis die Bronze-Medaille für das schwarz-rot-goldene Team. „Sterni“, wie ihn Matthias Alexander Rath liebevoll nennt, „ist keine Prüfung unter 70 Prozent gelaufen. 2009 war seine bislang beste Saison." Obwohl Sterntaler als introvertiert und eher schüchtern gilt, will der 15-jährige braune Oldenburger immer sein Bestes geben. Er hat seinen jungen BWL-Studenten bis nach ganz oben getragen und trägt nun all unsere Hoffnungen auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft im Dressurviereck.
15.7.2010
Irland siegt im Mercedes-Benz Preis
Im Meydan FEI Nations Cup landet Deutschland auf Platz zwei vor den USA
Im zweiten Umlauf im Mercedes-Benz Preis, Teil des Meydan FEI Nations Cup, zogen gleich fünf Nationen mit Gleichstand ein. Doch die jeweils vier Fehlerpunkte konnte nur Irland halten. Als letzter Reiter musste Denis Lynch gar nicht mehr an den Start gehen – den Sieg hatte die Nation bereits in der Tasche. „Wir sind alle sehr starke Reiter, viele haben jedoch neue Pferde. Das war eine starke Leistung von uns allen“, berichtet der in Münster lebende Ire. Zum CHIO Aachen, dem Weltfest des Pferdesports, hat er eine starke Bindung: 2009 gewann der 34-Jährige den Großen Preis in der Soers und seine erste Station in Deutschland war der Aachener Stall von Peter Weinberg. Zum irischen Team zählte neben Lynch der 2002-er Einzel-Weltmeister Dermott Lennon (41) auf dem irischen Wallach Hallmark Elite und der 30-jährige Cian O’Connor, der mit der Holsteiner Stute K Club Lady von Calido I-Landgraf I in beiden Umläufen fehlerfrei blieb. Der 33-jährige Billy Twomey musste mit der Tinka’s Boy-Tochter Tinka’s Serenade insgesamt vier Fehlerpunkte verbuchen.
Rang zwei ging an das deutsche Team mit insgesamt neun Fehlerpunkten. Den größten Sprung darin machte Ludger Beerbaum, der sich und seine Stute Gotha von 16 Fehlerpunkten im ersten Umlauf auf einen fehlerfreien zweiten Umlauf steigerte. „Wir haben vor dem zweiten Umlauf noch mal eine Tripplebarre auf dem Abreiteplatz gesprungen“, berichtet Bundestrainer Otto Becker. „Gotha ist mit ihren neun Jahren ein noch junges Pferd, der bei speziellen Anforderungen noch die Erfahrung fehlt. Als Ludger ritt, stand die Sonne sehr tief und konnte leicht irritieren.“ Becker war mit seinem Team dennoch zufrieden. Als Neuling im Team schlug sich Janne-Friederike Meyer sehr achtbar. Die 29-Jährige musste mit dem Holsteiner Cellagon Lambrasco vier Fehlerpunkte im ersten Umlauf verbuchen und handelte sich im zweiten Umlauf einen Zeitfehler ein. „Ich habe mich sehr gefreut, hier im Team reiten zu dürfen. Ich hatte unheimlich tolle Unterstützung innerhalb der Mannschaft und es ist toll, dass nun auch Nachwuchsreiter eine Chance bekommen. Es ist natürlich absolut aufregend, wenn man in die Soers einreitet, aber am Ende muss man sich auf sich und sein Pferd konzentrieren und wenn es dann klappt, ist die Freude noch größer“, so Meyer. Siebenmal war die in Schleswig-Holstein lebende Amazone bereits in Nationenpreisen für Deutschland am Start – in Aachen feierte sie jedoch Premiere. Marcus Ehning, im ersten Umlauf fehlerfrei, musste im zweiten Umlauf gar nicht mehr antreten. „Wir wollten vor diesem Publikum natürlich sehr gerne gewinnen, aber leider hat es nicht ganz gereicht“, so der 36-Jährige. Mit vier Fehlerpunkten endete die Bilanz von Marco Kutscher, der den Holsteiner Carthago-Sohn Cash gesattelt hatte. „Insgesamt hätten sie sehr gerne gewonnen, aber wir freuen uns auch über Platz zwei“, zog Bundestrainer Otto Becker sein Fazit. Die USA landete mit zwölf Fehlerpunkten auf Rang drei. Im Team standen Lauren Hough und Quick Study, Candice King auf Skara Glen’s Davos, Nicole Simpson mit Tristan und Laura Kraut auf Cedric.
15.7.2010
Niederlande bestätigen Favoritenrolle in der Dressur und führen im Lambertz Nationenpreis
Edward Gal siegt im Grand Prix, Preis der TESCHINKASSO – Isabell Werth beste Deutsche auf Rang vier
„Ich denke nur von Tag zu Tag, Schritt für Schritt“, ließ der niederländische Dressur-Nationaltrainer Sjef Janssen beim CHIO Aachen 2010, dem Weltfest des Pferdesports, verlauten. „Wir haben unsere Hausaufgaben gut gemacht, und die Prüfungen der drei Teamreiter liefen gut, können jedoch noch besser sein“, so der anspruchsvolle Trainer. „Gut“ reichte jedoch mit Weile für die Führung im Lambertz Nationenpreis. Hinter den Niederlanden liegt Deutschland in der laufenden Wertung – erstmals zählt der Grand Prix Special mit zum Nationenpreis – auf Platz zwei.
Moorlands Totilas und Edward Gal heißt das Siegerpaar im Preis der TESCHINKASSO. Mit 83,86 Prozent siegte der Weltcup-Sieger überlegen. Für die Linkstraversale und eine Piaffe erhielt der pechschwarze KWPN-Hengst teilweise die Traumnote 10,0. „Hier einzureiten unter dem begeisterten Applaus der Zuschauer bringt wirklich Gänsehaut-Feeling. Die Besucher applaudieren schon vor unserem Ritt, als hätten Totilas und ich schon gewonnen. Das baut etwas Spannung auf, aber Totilas kann die eigentlich sehr gut verarbeiten“, berichtet Edward Gal. Der zehnjährige Sohn des in diesem Jahr überraschend an einem Aorta-Abriss eingegangenen Trakehner Hengstes Gribaldi, mit dem Edward Gal einige Jahre zuvor in der Soers startete, schreibt neue Dressursport-Geschichte. Bereits mit dem Gewinn von Europameisterschafts-Gold in der Kür 2009 stellte er mit 90,75 Prozent einen Weltrekord auf, den er in London mit noch nie erreichten 92,5 Prozent noch toppte. „Totilas war hier in Aachen noch etwas zu sehr im Vorwärts in der Piaffe und setzte sich später zu viel. Aber wenn das das Einzige ist, bin ich zufrieden“, so Edward Gal. Hinter ihm platzierte sich Adelinde Cornelissen auf Jerich Parzival mit 78,541 Prozent vor der Britin Laura Bechtolzheimer auf dem dänischen Wallach Mistral Hojris (77,295 Prozent).
Beste Deutsche wurde mit 75,836 Prozent Isabell Werth mit ihrem Olympiapferd Satchmo auf Rang vier. „Ihr Ritt war gut, mit schönen Traversalen, aber insgesamt noch steigerungsfähig. Teuer waren natürlich die Fehler in den Zweierwechseln“, zog Deutschlands Bundestrainer Holger Schmezer ein Fazit. Deutschland war mit einem jungen Team in die Soers gereist: Neben Deutschlands erfolgreichster Dressurreiterin Isabell Werth und dem 25-jährigen Deutschen Meister Matthias Alexander Rath stand erstmals Christoph Koschel mit dem elfjährigen, in Finnland gezogenen Donnerhall-Sohn Donnperignon im Team. „Christoph Koschel hat die Erwartungen hier bestätigt. Er hielt dem Druck auch nervlich bei seinem ersten Start im Team des Nationenpreises von Aachen gut stand“, so Schmezer. Team-Neuling Christoph Koschel, der gemeinsam mit seinem Vater Jürgen Koschel in Hagen am Teutoburger Wald einen Turnier- und Ausbildungsstall unterhält, gelangte mit Donnperignon auf den sechsten Platz. „Ich bin mit unserem Ergebnis sehr zufrieden, bin heute auf Sicherheit geritten und hatte schon beim Einreiten ein sehr gutes Gefühl. Pepe hat noch Reserven drin“, so der Derbysieger von Hamburg 2009. Rang 1, 2 und 5 lautete das Ergebnis für die Niederlande; Deutschland hingegen belegte Platz 4, 6 und 7. „Matthias Alexander Rath ist heute etwas zu brav geritten und hatte leider Fehler. Bei dem gezeigten Piaff-Problem auf der Mittellinie hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht“, so Schmezer. Der sensible Sion-Sohn Sterntaler Unicef streikt öfter bei der letzten Piaffe auf der Mittellinie. „Wir wissen selbst nicht, woran das liegt. Sterntaler macht das nur in der Prüfung, nicht zu Hause und auch nicht auf dem Abreiteplatz“, so Rath. Auch Anabel Balkenhol startete erstmals im Dressurnationenpreis, zählte jedoch nicht für die erstmals nur aus drei Reitern bestehende Teamwertung. Sie gelangte mit dem zehnjährigen De Niro-Sohn Dablino auf Rang acht.
15.7.2010
Roger-Yves Bost geht wieder schnell zur Sache
Der Franzose gewinnt den Preis des Handwerks über Naturhindernisse Wenn es im Parcours schnell zur Sache gehen muss, dann steht sehr oft ein Mann ganz vorne: der Franzose Roger-Yves Bost. Das musste Christian Ahlmann (Marl) bereits im Eröffnungsspringen am Dienstag feststellen, als er mit dem zwölfjährigen Rheinländer Perry Lee nur dem schnellen Franzosen auf Jovis de Ravel den Vortritt lassen musste. Heute sattelte Ahlmann im „Preis des Handwerks“, einem Zeitspringen, das über die Naturhindernisse führte, erneut seinen schnellen Wallach. Und wieder war Bost schneller, diesmal im Sattel der zwölfjährigen Stute Kire Royal Star. Bost benötigte für den Kurs nur 58,87 Sekunden, Ahlmann 62,43 Sekunden. Auf Rang 3 landete Puis Schwizer (Schweiz/63,44) auf Mi Sam de Landes.
1990 sattelte der Franzose erstmals seine Pferde in der Aachener Soers beim „Weltfest des Pferdesports“. „Und in dem Jahr haben wir den Nationenpreis gewonnen, und ich war Zweiter im Großen Preis von Aachen“, berichtet der 45-Jährige. „Mein persönliches Erfolgsjahr war allerdings 2008, als ich zwei Springen gewann und zweimal Zweiter wurde.“ 2010 könnte sein Rekord nach nun schon zwei Siegen fallen…..
15.7.2010
Erneut Sieg unter brasilianischer Flagge im Sparkassen-Youngsters-Cup
Ludger Beerbaum als bester Deutscher auf Rang vier Sie sind die möglichen Stars von morgen, die beim CHIO Aachen schon einmal einen der bedeutendsten Parcours der Welt kennenlernen. Im Sparkassen-Youngsters-Cup, einem Springen ausschließlich für sieben- und achtjährige Pferde, machte einst schon der berühmte E.T. seine ersten Schritte in Aachen unter dem Österreicher Hugo Simon. Damals warf der Fuchswallach seinen Reiter übrigens ab und verließ mit einem beherzten Sprung über die Eingangsschranke alleine den Parcours. 1998 gewann das Paar dann den „Großen Preis von Aachen“.
Derartige Probleme hatte der Brasilianer Bernardo Alves heute nicht mit seiner achtjährigen Holsteiner Stute Canturada. Im Gegenteil: An diese Zeit kam kein Konkurrent auch nur annähernd heran. Der 35-Jährige gewann die erste Qualifikation im Sparkassen-Youngster-Cup mit einem fehlerfreien Ritt in 71,95 Sekunden und war um 4,03 Sekunden schneller als Marcus Ehning (Borken) auf dem siebenjährigen Hannoveraner-Hengst Campel und sogar 5,34 Sekunden schneller als der Brite John Whitaker, der den achtjährigen Arko-Sohn Argento gesattelt hatte.
Canturada ist eine Holsteiner Stute von Canturo, Alves ehemaligem Top-Pferd, mit dem er 2005 den „Preis von Europa“ in Aachen gewann. Der Hengst ist nicht mehr im Springsport aktiv, sondern wird in Belgien nur noch zur Zucht eingesetzt. Alves, der zum sechsten Mal beim „Weltfest des Pferdesports“ am Start ist, lebt seit einigen Jahren im belgischen Lasnes bei Brüssel. „Meine Stute hat sehr viel Qualität und außergewöhnlich viel Respekt vor den Hindernissen“, charakterisiert Alves sein Pferd. „Wie viel Vermögen sie hat, weiß ich noch nicht. Aber ich denke, es gibt auch eine Entwicklung im Springsport, dass es nicht ausschließlich nur um Vermögen geht, sondern man immer mehr rittige Pferde benötigt, die Respekt vor den Sprüngen haben. Wie Canturada.“ Das brasilianische Gestüt Haras Joter, für das Alves reitet, ist im Besitz der Stute, seit sie drei Jahre alt ist. Alves gewann mit diesem Pferd bereits im Mai beim Hamburger Derby zwei Prüfungen bis 1,40 Meter.
Nächstes großes Ziel des Brasilianers sind die Weltreiterspiele in Kentucky, für die er sich qualifizieren möchte. Dort würde Alves allerdings auf Vancouver d’ Auvray setzen, der wiederum der Vollbruder von Toulon ist, dem ehemaligen Spitzenpferd des Franzosen Hubert Bourdy.
15.7.2010
Australier Boyd Exell siegt im TIME-SHUTTLE-Preis
Christoph Sandmann bester Deutscher in der Dressurprüfung für Vierspänner
Capone, Monty, Rambo und Winston heißen die Pferde, die Boyd Exell zum Sieg zogen. Mit 77,1 Prozent siegte der Australier im TIME-SHUTTLE-Preis. Der seit 1993 in Großbritannien lebende 37-Jährige setzte sich in der Dressurprüfung für Vierspänner, die gemeinsam mit dem Hindernisfahren und dem Geländemarathon für die Einzel- und Nationenpreis-Wertung zählen, an die Spitze vor dem Niederländer Theo Timmermann (73,7). Rang drei ging an den Amerikaner James Henry Fairclough (71,7) vor Christoph Sandmann (Lähden/71,3).
Boyd Exell begann im Alter von acht Jahren mit dem Pferdsport und nahm inzwischen neunmal an Weltmeisterschaften teil. Zweimal gewann der zweifache Familienvater den Weltcup im Fahren. Christoph Sandmann (Lähden) gewann bereits dreimal Teamgold bei den Weltmeisterschaften: 1992 in Riesenbeck, 1994 in Den Haag und 2006 in Aachen. Der dreifache Familienvater war viermal Deutscher Meister und gewann den Weltcup in der Saison 2007/2008, 2002 holte der 43-Jährige zudem den FEI Top Driver Award.
In der laufenden Nationenpreiswertung liegen die Niederlande mit 89,60 Punkten vorne. Zu ihrem Team gehören Ijsbrand Chardon, Theo Timmermann und Koos de Ronde. Auf den Plätzen folgen die USA mit James Henry Fairclough und Tucker Johnson (93,82) und Deutschland mit Rainer Duen, Christoph Sandmann und Michael Brauchle (98,17).
15.7.2010
Willibert Mehlkopf erhält den Preis der Stadt Aachen
Der frühere Aachener Springreiter wird für sein Engagement ausgezeichnet
Im Mittelpunkt steht er nicht gerne. Doch heute stand Willibert Mehlkopf an der Stätte seines größten Erfolges, dem Aachener Springstadion, vor dem Nationenpreis noch einmal im Mittelpunkt. Der frühere Aachener Springreiter erhielt aus der Hand von Oberbürgermeister Marcel Philipp den „Preis der Stadt Aachen“, mit dem seit 1995 Personen oder Organisationen gewürdigt werden, die sich für das „Weltfest des Pferdesports“ engagiert haben.
Rund 30 Jahre lang startete der heute 68-Jährige in der Aachener Soers. „Für mich ist der CHIO ein Highlight und das Turnier schlechthin. Es ist das größte und beste Turnier der Welt“, sagte Mehlkopf. 1985 hatte der Springreiter hier auf Wabbs das Mächtigkeitsspringen gewonnen und den Deutschen Hochsprungrekord aufgestellt. Der Aachener ist auch der Erfinder des Salut-Festivals, einem der bedeutendsten Hallenturniere für Ponys, Junioren und Junge Reiter, das in diesem Jahr im Dezember zum 20. Mal in der Albert-Vahle-Halle in Zusammenarbeit von Mehlkopf und dem Aachen-Laurensberger Rennverein stattfindet.
14.7.2010
Ein großes Bier als Belohnung für den schnellsten Ritt
Die US-Amerikanerin Beezie Madden gewinnt den WARSTEINER-Preis, Preis von Europa
Die Zeit ihrer Konkurrenten war keine wirkliche Herausforderung für Beezie Madden: Die US-Amerikanerin ging als letzte Starterin in das Stechen um den WARSTEINER-Preis, Preis von Europa, das neun Reiter erreicht hatten. Mit Coral Reef Via Volo zeigte die 45-Jährige eine fehlerlose Runde in 48,27 Sekunden und siegte vor dem Schweden Rolf-Göran Bengston auf Ninja la Silla (0/50,07) und dem Niederländer Harrie Smolders auf Exquis Oliver Q (0/55,02). Kein deutscher Reiter hatte das Stechen erreicht, beste deutsche Starterin nach dem Normalparcours war Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Shutterfly mit einem Abwurf auf Rang 11.
„Das war das wichtigste Springen, welches ich mit Coral Reef Via Volo bisher gewonnen habe. Ich habe die Stute nämlich erst seit März unter dem Sattel“, freute sich Beezie Madden nach ihrem Coup. Coral Reef Via Volo ist eine zwölfjährige, in Belgien gezogene Stute und stammt von dem Hengst Clinton ab, der unter dem Belgier Dirk Demeersman 2005 Zweiter im „Großen Preis von Aachen“ und 2004 Vierter der Olympischen Spiele in Athen wurde. Muttervater ist Heartbreaker, der international unter Peter Geerink erfolgreich war. Clinton mal Heartbreaker – das ist die gleiche Blutkombination, die auch Marco Kutschers Hengst Cornet Obolensky führt. Auch Maddens Pferd Danny Boy stammt übrigens von Clinton ab.
„Es war ein sehr fairer Parcours, der sehr schön flüssig zu reiten war“, lobte die Siegerin den von Parcourschef Frank Rothenberger konzipierten Kurs, der eine Länge von 580 Metern hatte und über 13 Hindernisse mit 17 Sprüngen führte. „Der Kurs war sehr gut. Die Fehler waren wirklich über die gesamte Runde verteilt“, urteilte auch Rolf-Göran Bengtson. Der 48-jährige Schwede sattelte seinen 15-jährigen Wallach Ninja la Silla, mit dem er 2008 bei den Olympischen Spielen in Hongkong die Silbermedaille gewonnen hatte. „Ich setze Ninja nur ganz gezielt ein, reite nur wenige Turniere mit ihm. Nach Aachen peile ich mit ihm die Weltreiterspiele in Kentucky an.“
Während der Schwede seit langem in Schleswig-Holstein lebt und arbeitet, wohnt und trainiert der Niederländer Harrie Smolders in Belgien. „Seit sieben, acht Jahren reite ich im Stall von Axel Verlooy in Grobbendonk“, berichtet der 30-Jährige. Im Kurs ließ er sich mehr Zeit als seine Konkurrenten. „Zum einen ist Exquis Oliver Q nicht der Schnellste, aber ein Kämpfer, den muss ich unter Kontrolle halten und es etwas langsamer angehen lassen. Und zum anderen – mit diesen Reitern im Rücken, selbst wenn ich vier Sekunden schneller gewesen wäre, dann wären auch Beezie und Rolf noch schneller geritten.“
14.7.2010
Dem Sturm lässig getrotzt
US-Amerikanerin Lauren Hough gewinnt den Preis der StädteRegion Aachen
Eine Sturmböe oder etwas Regen können die Reiter in der Aachener Soers nur kurzfristig stoppen: Nachdem es wieder aufklarte, wurde die Siegerrunde der 18 besten Reiter um den „Preis der StädteRegion Aachen – in memoriam Landrat Hermann-Josef Pütz“ fortgesetzt.
Und erneut erklang die Nationalhymne der USA: Mit einer fehlerfreien Runde in 44,00 Sekunden siegte die US-Amerikanerin Lauren Hough, die den 14-jährigen Oldenburger-Hengst Prezioso S gesattelt hatte. Nur elf Hundertstel Sekunden langsamer landete der Franzose Olivier Guillon mit Luigi d’ Amaury auf Rang 2. Dritter wurde der in Deutschland lebende Ire Denis Lynch, der im vergangenen Jahr den „Großen Preis von Aachen“ gewonnen hatte. Lynch, der 45,80 Sekunden benötigte, saß im Sattel von All Inclusive NRW, der unter Ludger Beerbaum (Riesenbeck) an den Olympischen Spielen 2008 in Hongkong teilgenommen hatte. Als beste Deutsche folgte Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) mit Chika’s Way in 45,91 Sekunden auf Rang 4. Die 29-jährige Amazone wird morgen erstmals in der deutschen Equipe im Nationenpreis beim CHIO Aachen an den Start gehen.
14.7.2010
Brasilianisch-holsteinische Kombination gewinnt im Sparkassen-Youngsters-Cup
Marcus Ehning wird nur von Bernardo Alves geschlagen
Sie sind die möglichen Stars von morgen, die beim CHIO Aachen schon einmal einen der bedeutendsten Parcours der Welt kennenlernen. Im Sparkassen-Youngsters-Cup, einem Springen ausschließlich für sieben- und achtjährige Pferde, machte einst schon der berühmte E.T. seine ersten Schritte in Aachen unter dem Österreicher Hugo Simon. Damals warf der Fuchswallach seinen Reiter übrigens ab und verließ mit einem beherzten Sprung über die Eingangsschranke alleine den Parcours. 1998 gewann das Paar dann den „Großen Preis von Aachen“.
Derartige Probleme hatte der Brasilianer Bernardo Alves heute nicht mit seiner achtjährigen Holsteiner Stute Canturada. Im Gegenteil: An diese Zeit kam kein Konkurrent auch nur annähernd heran. Der 35-Jährige gewann die erste Qualifikation im Sparkassen-Youngster-Cup mit einem fehlerfreien Ritt in 71,95 Sekunden und war um 4,03 Sekunden schneller als Marcus Ehning (Borken) auf dem siebenjährigen Hannoveraner-Hengst Campel und sogar 5,34 Sekunden schneller als der Brite John Whitaker, der den achtjährigen Arko-Sohn Argento gesattelt hatte.
Canturada ist eine Holsteiner Stute von Canturo, Alves ehemaligem Top-Pferd, mit dem er 2005 den „Preis von Europa“ in Aachen gewann. Der Hengst ist nicht mehr im Springsport aktiv, sondern wird in Belgien nur noch zur Zucht eingesetzt. Alves, der zum sechsten Mal beim „Weltfest des Pferdesports“ am Start ist, lebt seit einigen Jahren im belgischen Lasnes bei Brüssel. „Meine Stute hat sehr viel Qualität und außergewöhnlich viel Respekt vor den Hindernissen“, charakterisiert Alves sein Pferd. „Wie viel Vermögen sie hat, weiß ich noch nicht. Aber ich denke, es gibt auch eine Entwicklung im Springsport, dass es nicht ausschließlich nur um Vermögen geht, sondern man immer mehr rittige Pferde benötigt, die Respekt vor den Sprüngen haben. Wie Canturada.“ Das brasilianische Gestüt Haras Joter, für das Alves reitet, ist im Besitz der Stute, seit sie drei Jahre alt ist. Alves gewann mit diesem Pferd bereits im Mai beim Hamburger Derby zwei Prüfungen bis 1,40 Meter.
Nächstes großes Ziel des Brasilianers sind die Weltreiterspiele in Kentucky, für die er sich qualifizieren möchte. Dort würde Alves allerdings auf Vancouver d’ Auvray setzen, der wiederum der Vollbruder von Toulon ist, dem ehemaligen Spitzenpferd des Franzosen Hubert Bourdy.
14.7.2010
Olympiasiegerin reitet der Konkurrenz auf und davon
Isabell Werth gewinnt den HAVENS Pferdefutter-Preis
Das Unwetter über Aachen bescherte den Dressurreitern im Grand Prix der CDI-Tour eine Zwangspause. Doch bei herrlichem Wetter und später unter Flutlicht konnte die Prüfung nach einer Stunde fortgesetzt werden. Und die Zuschauer bejubelten eine überzeugende Siegerin, an deren Erfolg nach der Schlussaufstellung schon niemand mehr gezweifelt hatte. Isabell Werth (Rheinberg) gewann auf Warum nicht FRH den „HAVENS Pferdefutter-Preis“. Mit 75,623 Prozent distanzierte die 40-Jährige ihre Konkurrenz deutlich, denn Monica Theodorescu (Füchtorf), die 2009 mit Whisper zur deutschen Bronze-Equipe bei den Europameisterschaften in Hickstead gehört hatte, erhielt für ihren Ritt mit 70,243 über fünf Prozent weniger. Rang 3 ging an Theodorescus EM-Kollegen Matthias-Alexander Rath (Kronberg), der mit seinem Zweitpferd Triviant UNICEF 69,696 Prozent erhielt.
14.7.2010
Eine große Chance für die Talente U 25
Die Belgierin Julie de Deken gewinnt den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung
Die Premiere ist gelungen: Erstmals wurde beim CHIO Aachen eine Prüfung für die jungen Dressurreiter U 25 um den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung geritten. Die neue Prüfung war eine Idee von Frank Kemperman, Turnierchef des CHIO Aachen und Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), um damit den hoffnungsvollen Talenten auf internationaler Ebene den Umstieg vom Nachwuchs- in den internationalen Grand-Prix-Bereich zu erleichtern.
Mit 1834 Punkten (69,947 Prozent) gewann die Belgierin Julie de Deken auf dem zwölfjährigen Westfalen Fazzino die Intermédiaire II vor Kirsten Sieber (Dortmund) auf Charly (1825/68,628 Prozent) und der Schwedin Juliette Ramel auf Ten Points (1815/68,233), die seit Dezember in Aachen bei Ton de Ridder trainiert.
Julie de Deken ist 24 Jahre alt und stammt aus der Nähe von Antwerpen. Schon seit längerem trainiert sie bei der früheren niederländischen Dressurreiterin Tineke Bartels, deren Tochter Imke Schellekens-Bartels in Aachen zur niederländischen Dressurequipe gehört. De Deken entdeckte Fazzino als Sechsjährigen bei der WM der jungen Dressurpferde in Verden. Im vergangenen Jahr ging der Zwölfjährige schon erfolgreich in der kleinen Tour und steigt nun ebenso erfolgreich in Richtung Grand Prix um.
Gemeinsam mit Fanny Verliefden gewann de Deken auch die Länderwertung (zwei Teilnehmer pro Nation). Verliefden, eine 25-Jährige aus der Nähe von Brüssel, hatte auf dem 15-jährigen Oldenburger Rubel mit 1787,5 (67,189 Prozent) Rang 5 belegt. Da Royal Flash, das Pferd von Kristina Sprehe (Dinklage), den tierärztlichen Check nicht passierte, war Sieber die einzige deutsche Starterin und fiel aus der Länderwertung heraus.
14.7.2010
Gelungene Dressur an den Leinen
Der US-Amerikaner Tucker Johnson gewinnt den Preis der Fa. Horsch, Der Entsorger
Mit einer sehr guten Vorführung sicherte sich der US-Amerikaner Tucker Johnson zum Auftakt der Gespann-Wettbewerbe den Sieg in der ersten Vierspänner-Dressur. Der 46-Jährige gewann knapp mit 44,54 Punkten vor dem Schweizer Daniel Wurgler (44,67) und seinem Landsmann James Henry Fairclough (46,59). Auf den Plätzen 4 und 5 folgten schon mit deutlicherem Rückstand die beiden deutschen Gespannfahrer Rainer Duen (Friesothye/51,07) und Christoph Sandmann (Thüle/52,22).
13.7.2010
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besucht die Eröffnungsfeier des CHIO Aachen
37 500 Zuschauer waren am heutigen Turniertag zu Gast in der Soers
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel war heute Nachmittag der prominenteste Gast unter den 37 500 Besuchern, die die Eröffnungsfeier des „Weltfest des Pferdesports“ verfolgten. „Doch die wahren Stars sind und bleiben die Pferde“, lenkte die gut gelaunte Bundeskanzlerin in ihrer launigen Eröffnungsrede den Blick gleich wieder auf die wichtigsten Protagonisten beim CHIO Aachen.
Geboten wurde ein buntes, abwechslungsreiches Programm, in dem sich vor allem das diesjährige Partnerland des CHIO Aachen, das Bundesland Nordrhein-Westfalen, präsentierte. Besonders im Blickpunkt stand dabei natürlich das NRW-Landgestüt in Warendorf, das seine bedeutenden Hengste in verschiedenen Schaubildern zeigte, so in der großen Dressurquadrille oder in der Fahrquadrille „Zehn mal Zwei“. Rasant wurde es mit den Thunderguys, und ein Western-Schaubild mit Quarter Horses gab zudem einen Vorgeschmack auf die Weltreiterspiele im Herbst in Kentucky. Bereits Mitte August findet in der Soers mit der Jugend-DM das nächste reitsportliche Großereignis statt – und rheinische Nachwuchsreiter demonstrierten in den drei Disziplinen Dressur, Springen und Voltigieren, dass die Youngster den „Großen“ in nichts nachstehen.
13.7.2010
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen erhält das „Silberne Pferd“
„Silberne Pferde“ für besondere journalistische Leistungen verliehen
Dem Reitsport ist Ursula von der Leyen seit Jahren verbunden. Denn auch im Sattel macht die Bundesarbeitsministerin eine gute Figur. Für ihr Engagement um den Reitsport wurde Ursula von der Leyen im Rahmen der Eröffnungsfeier in der Kategorie „Persönlichkeit“ mit dem „Silbernen Pferd“ ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Hinrich Romeike, Doppel-Olympiasieger in der Vielseitigkeit, der auch die Auszeichnung überreichte.
Alljährlich stehen auch die Medienvertreter, die sonst hinter den Kulissen über den Top-Sport berichten, beim CHIO Aachen im Blickpunkt. Besondere journalistische Leistungen würdigt der Deutsche Reiter- und Fahrerverband in drei Kategorien, überreicht wurden die „Silbernen Pferde“ heute von Felix Magath, Trainer und bis vor kurzen auch Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Schalke 04. „Über meine Familie bin ich dem Reitsport verbunden, denn meine Tochter reitet begeistert“, berichtete der Erfolgstrainer. In der Kategorie „Print“ gewann in diesem Jahr Christina Hucklenbroich mit ihrem Bericht „Die Pfleger-Fälle des Reitsports“ der in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien. In der Kategorie „Hörfunk“ wurde Markus Tepper für seinen Bericht „Royals & Horses – die Pferde der Windsors“ ausgezeichnet, der über die Hörfunkwellen der ARD ausgestrahlt wurde. In der Kategorie TV wurde Anja Nehls für ihre Sendung „Das lange Warten – Leas Pony bekommt ein Fohlen“, eine Doku des Kinderkanals, belohnt.
13.7.2010
Steve Guerdat und Pius Schwizer vorne
Meredith Michaels-Beerbaum zwischen Parcours und Baby-Betreuung
„Ist es für Dich in Ordnung, wenn ich Brianne-Victoria mitbringe?“, fragt Meredith Michaels-Beerbaum höflich, als sie mit der fünf Monate alten Brianne-Victoria zur Pressekonferenz kommt. Lachend nickt Sieger Steve Guerdat, auch wenn der Schweizer weiß, dass er nun trotz seines Erfolges nur die zweite Geige spielen würde. Dabei hatte der 28-Jährige soeben seinen ersten Sieg in Aachen gefeiert. Auf Jalisca de Soler gewann Guerdat den STAWAG-Preis, eine Springprüfung nach Fehler und Zeit. Guerdat bewältigte den Parcours fehlerfrei in 72,55 Sekunden und distanzierte seinen Landsmann Pius Schwizer auf Ulysee in 74,09 und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Checkmate in 74,42 Sekunden deutlich.
„Der STAWAG-Preis ist zwar nicht das schwierigste Springen, das uns in dieser Woche bevorsteht, aber da er gleich auf Fehler/Zeit gewertet wird, muss man von Beginn an auf Risiko gehen“, analysiert Guerdat nach seinem Ritt. „Zumindest, wenn man etwas erreichen will – und ich hatte mir für das Springen einiges vorgenommen, denn ich weiß, dass Jalisca ein schnelles Pferd ist.“ Der Kurs bot überall verteilt Möglichkeiten, engere Wege zu reiten und Zeit einzusparen. „Ich denke, an Sprung 5 und am Doppel-Oxer habe ich gegenüber Pius die Zeit gut gemacht.“
Sein Konkurrent hatte den Vorteil, nach ihm zu starten: „Ich habe Jalisca gesehen, weiß, wie schnell sie ist und wusste, das wird ganz schwer, Steve noch zu schlagen“, gibt Schwizer, der gerade Rang 1 in der Weltrangliste an den Kanadier Eric Lamaze abgeben musste, seine Gedanken preis. „Doch auch Ulysee kann sehr schnell gehen. Überhaupt ist er zwar ein Pferd, mit dem man auch die ganz schweren Parcours über 1,60 Meter springen kann, dann muss aber alles passen. Seine Welt sind eher diese Springen über 1,50 Meter.“
Dass Checkmate auch über die ganz großen Parcours dieser Welt gehen kann, bewies der 15-Jährige unlängst im Großen Preis von Estoril, den er gewann. „Nach meiner Baby- und seiner kleinen Verletzungspause kommt er immer besser in Form. Ich bin sehr zufrieden mit ihm“, freut sich Michaels-Beerbaum auch über Platz 3, denn „ich habe Steve reiten sehen und habe nicht wirklich versucht, ihn zu schlagen. Ich wollte zum CHIO-Start nur flüssig nach vorne reiten.“ Da die 40-Jährige ihren anderes Top-Pferd Shutterfly mit seinen 17 Jahren keine Weltmeisterschaft mehr zumuten, sondern ihn nur noch ganz gezielt einsetzen möchte, wäre Checkmate ihr möglicher Kandidat für die Weltreiterspiele im Herbst in Kentucky. „Aber ich bin realistisch, derzeit bin ich eher Nummer 6 als in der Equipe“, sagt Michaels-Beerbaum – und sie verrät auch ihren Traum für den CHIO: „Ich würde so gerne noch einmal Shutterfly im Großen Preis am Sonntag reiten. Mit seinen 17 Jahren wäre das wohl der letzte Start. Mal sehen, wie es in der Woche läuft, dann erst werde ich eine Entscheidung treffen.“
11.7.2010
Roger Yves Bost - der schnelle Franzose „spurtet“ zum Sieg im NETAACHEN-Preis
Christian Ahlmann landet zum Auftakt der Springprüfungen als bester Deutscher auf Rang 2
Zum Start der Springprüfungen erklang heute die französische Nationalhymne: Im NETAACHEN-Preis, einer Springprüfung nach Fehlern und Zeit mit 85 Startern, war Roger Yves Bost wie so oft in Aachen der Schnellste. Der 45-jährige Franzose aus Barbizon benötigte mit dem 13-jährigen Selle francais Jovis de Ravel nur 61,17 Sekunden für den Parcours. Lediglich Christian Ahlmann (Marl) konnte auf Perry Lee in 61,90 Sekunden in etwa mit dem schnellen Franzosen mithalten. Rang 3 belegte Bosts Landsmann Olivier Guillon auf Luigi D’Amaury in 62,84 Sekunden.
Bost reitet das Pferd, seit es vier Jahre alt ist. Und der Wallach wurde in den Parcours dieser Welt ausschließlich von dem schnellen Franzosen vorgestellt. Vor einigen Wochen war Bost mit Jovis de Ravel beim Turnier in Estoril zweimal gestartet und hatte beide Prüfungen über 1,50 Meter gewonnen. „Ich habe auch versucht, Jovis in den ganz schweren Springen und Großen Preisen einzusetzen, aber er ist – nicht zuletzt aufgrund seiner Schnelligkeit – ein besseres Pferd für die schnellen Springen über 1,50 Meter“, berichtete Bost nach seinem Auftaktsieg. Der Erfolg gibt ihm Recht: Jovis de Ravel gewann heute sein 56. internationales Springen! Bost selbst war vor 20 Jahren zum ersten Mal beim „Weltfest des Pferdesports“ am Start: „Und in dem Jahr haben wir den Nationenpreis gewonnen, und ich war Zweiter im Großen Preis von Aachen. Allerdings war 2008 mein persönlich erfolgreichstes Jahr, als ich hier zwei Springen gewonnen habe und zweimal Zweiter war“, ergänzt Bost.
13.7.2010
Empfang des Partnerlandes NRW auf dem Marktplatz
Rheinische Kaltblüter, Mini-Shettys und die Burtscheider Pferdetram
Die Fußball-Weltmeisterschaft ist gerade zu Ende gegangen, da wartet schon das nächste sportliche Großereignis: Der CHIO Aachen 2010, das Weltfest des Pferdesports. Auf dem Aachener Marktplatz wurden gestern jedoch keine Deutschland-Fahnen geschwungen, denn alles stand im Zeichen der Farben grün – weiß – rot. Denn Nordrhein-Westfalen ist das diesjährige Partnerland des CHIO Aachen. Wie jedes Jahr wurde das Partnerland traditionell einen Tag vor der Eröffnungsfeier feierlich auf dem Marktplatz empfangen. Viele Aachener Bürger sind auch in diesem Jahr in die Aachener Innenstadt gekommen, um sich auf die einzigartige Stimmung, die der CHIO in Aachen verbreitet, einzustimmen. Auch CHIO-Maskottchen Karli ließ es sich nicht nehmen, die Repräsentanten aus Nordrhein-Westfalen zu begrüßen.
Ein spektakulärer Korso, der unter anderem aus Kaltblütern und einem Kaltblut-Fohlen, Zwei- und Vierspännern, der Burtscheider Pferdetram und den Aachener Stadtreitern bestand, bewegte sich zunächst vom Turniergelände in der Soers Richtung Marktplatz. Dort wurden die einzelnen Gruppen von Moderator Volker Raulf vorgestellt. Die zahlreichen Zuschauer bekamen eine Mischung aus Groß und Klein geboten: Nicht nur die imposanten Rheinischen Kaltblüter waren mit von der Partie auch ein Mini-Shetty-Gespann begeisterte das Publikum. Klaus Pavel, der Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. war mit der Wahl des Partnerlandes sehr zufrieden: „Ich freue mich, Nordrhein-Westfalen, die Heimat des CHIO Aachen, als neuntes Partnerland begrüßen zu können. Neben großem Pferdesport werden Sie in den nächsten Tagen auch viele Veranstaltungen im Zeichen unseres Partnerlandes zu sehen bekommen.“ Schon zuvor begrüßte Oberbürgermeister Marcel Philipp die Aachener Bürger und die „Gäste“ aus NRW.
Aber Nordrhein-Westfalen ist nicht nur ein „Land der Pferde“, auch kulinarisch hat dieses Bundesland einiges zu bieten: Warendorfer Pferdeäpfel, niederrheinischen Eierlikör oder die Grafschafter Weinbergschnecken – auf der Begrüßungsfeier konnte sich jeder selbst von der Vielfalt der nordrhein-westfälischen Speisekarte überzeugen.
Auf der Eröffnungsfeier waren viele der Gäste erneut zu sehen. Den beliebten Kaltblütern wird auf dem diesjährigen CHIO Aachen sogar ein eigener Tag gewidmet: Der NRW Kaltbluttag am Freitag, den 16. Juli
11.7.2010
Frankreichs Voltigierer triumphieren erstmals im Nationenpreis
Im "Preis der Sparkasse" ertönt die US-amerikanische Nationalhymne - Einzelsiege für Kai Vorberg und Joanne Eccles
Bei schönstem Sommerwetter und tropischen Temperaturen strömten 23500 Zuschauer heute zum traditionellen „Soerser Sonntag“ auf den Turnierplatz. Eröffnet wurde der Tag mit dem ökumenischen Gottesdienst im Deutsche Bank Stadion, der in diesem Jahr unter dem Motto „Der Bogen des Lebens“ stand. Anschließend gab es ein buntes Programm für groß und klein auf dem Abreiteplatz der Springreiter mit Ponyspringen, Quadrillen, „Roten Teufeln“ , einer „menschlichen Pyramide“ und vielem mehr. Zudem trafen die Aachener sich zu einem Bummel durch die Zeltstadt und einem kühlen Bierchen am Warsteiner-Stand.
Während die Besucher die Atmosphäre auf dem Turnierplatz genossen, ging es für die Voltigierer in der Albert-Vahle-Halle nicht nur um Siege und Platzierungen, sondern zudem um die Tickets für die Weltreiterspiele in Kentucky. Denn diese „verteilte“ Bundestrainerin Ursula Ramge nach den Prüfungen. Die deutschen Farben werden bei den Herren von Kai Vorberg (Köln), Gero Mayer (Lastrup) und Daniel Kaiser (Delitzsch) vertreten, bei den Frauen wurden die beiden Neusserinnen Antje Hill und Simone Wiegele sowie Juniorin Sarah Kay (Sörup) nominiert. Als Team hatte sich schon im Mai der VV Ingelsberg für Kentucky qualifiziert. „Diese Nominierungen hatten sich schon auf den bisherigen Turnieren abgezeichnet“, war Ursula Ramge zufrieden mit ihren Schützlingen. Und mit deren Auftreten in Aachen. „Wir haben den Team-Wettkampf und das Herren-Einzel gewonnen und Platz 2 bei den Damen belegt. Das sind nahezu 100 Prozent Ausbeute – und das gegen die gesamte hier in Aachen angetretene Weltspitze.“
Für Kai Vorberg war Aachen einmal mehr der totale Triumph. Deutschlands Vorzeige-Voltigierer, der nach den beiden Küren und der Pflicht vor dem abschließenden Technikprogramm in Führung lag, dominierte auch die vierte Teilprüfung und sicherte sich damit wie im Vorjahr den Gesamtsieg vor dem amtierenden Europameister Nicolas Andreani (Frankreich) und seinem Schweizer Trainingskollegen Patric Looser. Ein Sieg mit Fingerzeig Richtung Kentucky. „Ich war relativ zufrieden mit der Kür, doch an ihrem Ende muss ich noch ein wenig feilen“, blieb Vorberg trotz des Erfolgs über seine ärgsten Konkurrenten mit Blick auf die WM selbstkritisch. Sein Kür-Thema „Change“, das in deutsch-amerikanischen Zitaten den Mauerbau- und Fall und die friedliche Revolution des Volkes darstellt, hat für ihn einen doppelten Sinn. Denn möglicherweise wird die WM in Kentucky auch der Schlusspunkt unter die großartige Karriere des zweifachen Welt- und Europameisters sein. Zweitbester Deutscher wurde Gero Meyer (Lastrup). Der amtierende Weltmeister Petr Eim (Tschechien), der Vorberg vor zwei Jahren besiegt hatte, landete abgeschlagen auf Platz 9 der Gesamtwertung.
Bei den Frauen wurde der CHIO Aachen zu einem Start-Ziel-Sieg für Joanne Eccles. Die amtierende Europameisterin aus Großbritannien gewann alle vier Teilprüfungen und dominierte somit auch klar die Gesamtwertung. „Ich bin sehr gut in der Kür, aber im Pflichtteil kann es bei mir noch Verbesserungen geben“, sagt Eccles auf ihre Favoritenrolle angesprochen. „Die Top 10 der Welt liegen eng zusammen, daher darf man sich keine Schwäche bei der WM erlauben.“ Ihre schöne Kür turnt sie zum Thema „Candle in the wind“ von Elton John. Mit Rang 2 im abschließenden Technikprogramm verbesserte sich Antje Hill (Neuss) noch auf Rang 2 der Gesamtwertung vor der US-Amerikanerin Megan Benjamin, die 2006 bei den Weltreiterspielen in Aachen Weltmeisterin geworden war. Simone Wiegele (Neuss) war als Vierte zweitbeste Deutsche.
Die amerikanische Nationalhymne erklang im „Preis der Sparkasse“, der Kür der Mannschaften. Hier siegten – in Abwesenheit der Teams, die im Nationenpreis starteten, die Woodside Vaulters aus den USA vor dem niederländischen Team Molen und der österreichischen Gruppe aus Freisaal.
Gleich in welcher Disziplin, die Nationenpreise sind immer der Höhepunkt eines Turniers. Das gilt auch für die Voltigierer, die in einer ausverkauften Halle ihren Sport auf allerhöchstem Niveau präsentierten. Der Nationenpreis im Voltigieren, bei dem je ein Einzelvoltigierer der Damen und Herren sowie ein Team gemeinsam antreten, feierte in Aachen vor drei Jahren seine Premiere und ist längst der abschließende Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung in der Albert-Vahle-Halle, zu der in diesem Jahr über 3000 Zuschauer kamen. Und der Nationenpreis 2010 endete mit einer Überraschung: Ganz knapp setzte sich das französische Team mit Europameister Nicolas Andreani, Ann-Sophie Musset Angus und dem Team France vor dem favorisierten Team Deutschland I mit Kai Vorberg, Simone Wiegele und der Gruppe Bleyer Rheinland und Deutschland II (Gero Meyer, Sarah Kay und das Team Rittergut Habighorst) durch. „Wir sind sehr stolz, hier gewonnen zu haben. In Aachen ist die gesamte Weltelite versammelt, dieser Sieg zählt viel für uns“, freute sich der französische Team-Chef Davy Delaire. „Dieser Sieg ist für uns eine Standortbestimmung mit Blick auf die Weltreiterspiele. Und wir freuen uns jetzt schon, im nächsten Jahr wieder nach Aachen zu kommen.“
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11.7.2010
Der Soerser Sonntag lockte mit einem bunten Programm auf das CHIO-Gelände
Trotz brütender Hitze strömten 23.500 Besucher in die Aachener Soers
Nicht nur spannende Wettkämpfe gibt es beim CHIO Aachen zu erleben, ab Dienstag hat auch die CHIO Zeltstadt geöffnet – doch bereits am traditionellen Soerser Sonntag luden die vielen Pagodenzelte erstmals zum Shoppen ein. Über 200 dieser Zelte und mehr als 160 internationale Aussteller sind im CHIO-Village zu finden, viele Gastronomie-Zelte bieten kulinarische Genüsse an. Der Soerser Sonntag gehört seit 1998 zum festen Programm des CHIO Aachen. Er ist ein „Tag der offenen Tür“, der Jung und Alt auf das Turniergelände einlädt. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, u.a. mit den „Roten Teufeln“, der Ponyquadrille „Satellite“ oder Isländern auf dem Catwalk sorgte den ganzen Tag für Unterhaltung.
Nach dem Ökumenischen Gottesdienst „Bogen des Lebens“ im Deutsche Bank Stadion wurde heute traditionell mit dem Fassanstich des Warsteiner-Fasses um 13 Uhr der Soerser Sonntag eröffnet. ALRV-Präsident Klaus Pavel durfte das erste kühl gezapfte Bier an diesem heißen Tag in Empfang nehmen. Begleitet wurde die Veranstaltung von dem imposanten Warsteiner-Gespann sowie den Aachener Stadtreitern. Auch Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende des ALRV, hat schon seine Runde durch die CHIO-Zeltstadt gedreht. Sein erster Eindruck: „Toll, dass trotz der großen Hitze so viele Menschen der Einladung zum Soerser Sonntag gefolgt sind. Die Voltigier-Wettbewerbe haben bereits am Freitag begonnen, jetzt freue ich mich auf weitere spannende Turniertage.“
Am Dienstag wird der diesjährige CHIO Aachen offiziell von der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eröffnet. Für fast alle Veranstaltungen sind noch Karten erhältlich.
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11.7.2010
Eine Reise über den amerikanischen Kontinent
Anky van Grunsven als Westernlady bei "Pferd & Sinfonie" im Deutsche Bank Stadion
Beeindruckender Pferdesport trifft auf stimmungsvolle Live-Musik des Sinfonieorchesters Aachen: Das ist „Pferd & Sinfonie“, das Konzert im Deutsche Bank Stadion, das traditionell zu Beginn des Weltfests des Pferdesports, CHIO Aachen, die Zuschauer begeistert. Rhönräder und spektakuläre Voltigier-Vorführungen, eindrucksvolle Gespanne und Anky van Grunsven als Westernlady, dazu Pferde, die Tango tanzen – 5000 Zuschauer gingen am späten Abend begeistert nach Hause.
„Quer über den Kontinent Amerika“ ging es im ausverkauften Stadion. Die auftretenden Showgruppen wurden vom Sinfonieorchester Aachen unter Leitung des Ersten Kapellmeisters und Stellvertretenden Generalmusikdirektors Daniel Jakobi begleitet. Der Star des Abends hieß aber Anky van Grunsven. Die dreifache Olympiasiegerin und mehrfache Welt- und Europameisterin in der Dressur erschien als Westernlady und präsentierte eine rasante und schnelle „Western Dressage“. Musikalisch begleitet wurde ihr Auftritt von Leonard Bernsteins „I want to be in America“ aus dem Musical „West Side Story“.
Gleich doppelt war Südamerika präsent – zum einen durch ein tolles Showprogramm mit Tango, Gauchos und Co. – zum anderen gab es in den Pausen immer wieder den Zwischenstand aus dem WM-Spiel zwischen Deutschland und Uruguay, „für die Ehemänner hier im Stadion“ flachste Moderator Volker Raulff. Mit dem feurigen und rhythmischen „Ritmo de los Caballos“ wurde dann der musikalische Südamerika-Teil eröffnet. Bei solchen Klängen darf natürlich auch nicht der Tango fehlen. Der mehrfache Voltigier-Weltmeister Kai Vorberg und die Aachener Dressurreiterin Jana Kun zeigten mit einer Dressur-Vorstellung, dass man auch mit Pferden Tango tanzen kann – mit dem Tango „La Cumparsita“ von Garardo Matos Rodriguez mitten in die lebendige Metropole Buenos Aires.
Die „Roten Teufel“, ein Gespann aus Einrädern und Ponys, sagte „Welcome to America“ mit Philip Sousas „Washington Post March“. Auch das Partnerland Nordrhein-Westfalen war mit von der Partie, jeweils begleitet von Musik aus dem Film „Star Wars“. Das Landgestüt Warendorf präsentierte sich unter anderem mit einer Traberwagenquadrille, das Highlight zum Abschluss war ein „sitzender“ Kaltblüter. Aber auch glamouröse Elemente durften nicht fehlen. So sorgte der Tenor Louis Kim mit seinem vorgetragenen „O sole Mio“ für Gänsehaut-Stimmung – die zweite Strophe trug der gebürtige Koreaner sogar auf koreanisch vor. Einen Hauch von Broadway verbreiteten Reiter aus dem Aachener Dressurstall Dahmen und Tänzerinnen der Ballettschule Ferberberg mit George Gershwins Ouvertüre zum Musical „Girl Crazy“. Die „Thunderguys“ boten mit ihrem „Barrel Race“ einen temperamentvollen Auftritt. Schnelligkeit, Rasanz und Wendigkeit – diese Worte beschreiben den Auftritt der Thunderguys wohl am besten. Mit dem Lied „Maria“ aus dem Musical „West Side Story“ bot Louis Kim erneut eine beeindruckende gesangliche Vorführung, begleitet von einer Rhönrad-Performance und einer Voltigier-Vorführung von Pia Engelberty. Zum Schluss hieß es dann: Licht aus – Fackeln an! Die Stadtreiter Aachen sorgten mit Fackeln für ein einzigartiges Lichterspiel im Deutsche Bank Stadion. Nachdem das Sinfonieorchester Aachen den Evergreen „New York, New York“ einstimmte, erschienen Jana Kun und Tim Keersmaekers in beeindruckenden Kostümen hoch zu Ross.
In diesem Jahr wurde die außergewöhnliche Abendveranstaltung im Rahmen des CHIO Aachen zum sechsten Mal aufgeführt. Monatelange Proben stecken hinter diesem Konzert. Renate Dahmen, die Chefin vom Dressur- und Ausbildungsstall Dahmen garantierte erneut wunderschöne Choreographien und stimmungsvolle Schaubilder. Auch der gute Zweck wurde nicht vergessen: auch in diesem Jahr ging ein Teil der Einnahmen an UNICEF. So kamen an diesem Abend 11.200 Euro zusammen, die den Erdbebenopfern in Haiti zugute kommen. Klaus Pavel, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins, überreichte den Scheck an die stellvertretende UNICEF-Vorsitzende Deutschland, Ann Kathrin Linsenhoff.
11.7.2010
Weitere Entscheidungen im Voltigieren
Kai Vorberg und Joanne Eccles dominieren erneut - Picasso sagt "goodbye" - Team Bleyer Rheinland gewinnt "Preis der Sparkasse" - Top-Leistungen in der ausverkauften Albert-Vahle-Halle
Es war ein emotionaler Moment: Vor großem Publikum wurde Picasso, Paradepferd des wohl weltbesten Voltigierers Kai Vorberg, in den Ruhestand verabschiedet. Hier in Aachen hatte der Fuchswallach 2006 einen seiner größten Triumphe gefeiert: den Weltmeister-Titel unter Kai Vorberg. Als zweifacher Welt- und Europameister darf das bisherige Nummer 1-Pferd des Kölners nun seinen Lebensabend auf der Wintermühle bei Köln verbringen. „Ich habe ihm viel zu verdanken“, sagte Kai Vorberg über seinen langjährigen vierbeinigen Partner, ehe er ohne Sattel eine letzte Ehrenrunde unter dem Beifall der rund 1100 Zuschauer auf ihm ritt.
Für die guten Wünsche an sein Pferd bedankte sich Vorberg mit einem Gegengeschenk beim CHIO-Ausrichter Aachen-Laurensberger Rennverein: Das CHIO-Museum ist bereits im Besitz der blau-goldenen Fliegenmütze, die Picasso bei der WM in Aachen 2006 getragen hatte. Nun vermachte der 28-Jährige dem CHIO-Museum auch sein legendäres Kostüm, das er 2006 in seiner „Mozart“-Kür getragen hat. Und ein Zopf aus der Mähne von Picasso wird dort künftig zudem an dieses erfolgreiche Paar erinnern.
Doch auch auf Picassos Nachfolger Sir Bernhard macht in Aachen bisher einen super Job: Auf seinem Rücken dominierte Kai Vorberg bereits am Freitag die Pflicht und die erste Kür. Und auch in der zweiten Kür stand der Kölner ganz vorne. Allerdings musste der 28-Jährige sich diesmal Platz 1 mit dem punktgleichen Nicolas Andreani, amtierender Euopameister aus Frankreich, teilen. Beide erhielten von den drei Wertungsrichtern 8,993 Punkte. Rang 3 ging an den Schweizer Patric Looser, der seit 2006 bei Vorberg in Köln trainiert und sich ebenfalls Chancen auf einen Podiumsplatz bei den Weltreiterspielen in Kentucky ausrechnen darf. In der Gesamtwertung liegt Vorberg allerdings vor dem abschließenden Technikteil am Sonntag weiter vorne. Der Kölner zeigt eine mit Sicherheit einmalige Kür, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch einen politischen Anspruch hat. „Change“ so der Titel der Choreographie, in der der Song „Wind of change“ der Scorpions Mittelpunkt ist, beginnt mit der DDR-Nationalhymne, erinnert an den Mauerbau und die deutsch-amerikanischen Aussagen mit John F. Kennedys berühmten Ausspruch „Ich bin ein Berliner“, den Fall der Mauer 1989 nach der friedlichen Revolution und führt hin zu Barack Obamas „Yes, we can“. Eine ungewöhnliche Choreographie des zweifachen Welt- und Europameisters.
Die britische Europameisterin Joanne Eccles entschied auch die zweite Kür für sich. Allerdings schob sich die Neusserin Antje Hill diesmal an der Konkurrenz vorbei auf Rang 2, ihre Teamkollegin Simone Wiegele wurde Dritte. Die beiden Neusser Athletinnen gehören zum Voltigierteam Neuss-Grimlinghausen, das allerdings nach Verletzungspech ebenso wie das Team Wintermühle-Köln keine Mannschaft für einen Start beim CHIO Aachen stellen konnte. Doch ein Voltigierturnier in Aachen ohne rheinisches Team? Das geht gar nicht, sagten sich die beiden Konkurrenten und bildeten aus den verbliebenen Voltigierern das Team Bleyer Rheinland. Und das gewann nach der Pflicht am Freitag gestern auch überlegen die Kür um den „Preis der Sparkasse“. Mit im Team dabei neben den beiden Neusserinnen auch der Kölner Kai Vorberg sowie Janika Derks, Leonie Rengel und Pia Engelberty. In der Choreographie finden sich Neusser Kürteile ebenso wie Kölner Elemente wieder, auch die Musik stammt aus den jeweiligen Küren beider Teams. Obwohl das Team nur zwei Wochen Vorbereitungszeit auf den CHIO hatte, begeisterte es mit einer tollen Darbietung und gewann den „Preis der Sparkasse“ vor dem Schweizer Team Lütisburg I und dem französischen Team France. Und hatte natürlich auch in der Gesamtwertung die Nase klar vorne.
Ein Start- und Ziel-Sieg gab es zur Premiere des „Pas de Deux“: Die Österreicherinnen Lisa Wild und Christina Leitgeb hatten auch in der zweiten Kür die Nasen vorn und gewannen somit klar die Gesamtwertung vor den Britinnen Joanne und Hannah Eccles und den beiden Hamburgerinnen Ann-Kristin Burmeister und Ines Jückstock.
10.7.2010
CHIO Aachen startet mit den Voltigier-Wettkämpfen
Kai Vorberg ist zum Auftakt das Maß der Dinge beim Weltfest des Pferdesports
Er kam, sah, dominierte – und seine Konkurrenz konnte nur staunen. Zum heutigen Auftakt des CHIO Aachen wurde Kai Vorberg seiner Favoritenrolle unter den Voltigierern gerecht und gewann sowohl die Pflicht vor seinem Trainings-Kollegen Patric Looser (Schweiz) als auch die Kür vor dem französischen Europameister Nicolas Andreani. Bei den Frauen dominierte zum Auftakt die britische Europameisterin Joanne Eccles vor Megan Benjamin (USA), die 2006 in Aachen Weltmeisterin wurde.
Die besten Voltigierer der Welt treffen in diesem Jahr erstmals in Aachen aufeinander, so dass der CHIO Aachen zur echten Standortbestimmung vor den Weltreiterspielen im September/Oktober in Kentucky (USA) wird. Zudem ist Aachen die entscheidende Sichtung für die deutschen Starter im Kampf um das WM Ticket. Dass der Kölner Vorberg das deutsche Team anführen wird, daran dürfte schon nach dem Auftakt kein Zweifel bestehen. Zweitbester Deutscher war jeweils Viktor Brüsewitz (Garbsen). Bei den Frauen platzierte sich Antje Hill (Neuss) als beste Deutsche in der Kür auf Rang 3 sowie in der Pflicht auf Rang 4 hinter der Dänin Rikke Laumann.
Das Team Bleyer Rheinland dominierte die Pflicht des Team-Wettbewerbs um den „Preis der Sparkasse“ und gewann vor dem Schweizer Team Lütisburg I sowie dem österreichischen Team Freisaal. Bleyer Rheinland? Nie gehört, werden selbst Sportinteressierte sagen. Kein Wunder, denn vor dem CHIO Aachen gab es dieses Team auch noch nicht, es wurde eigens für das internationale Voltigier-Turnier in Aachen gegründet. Übrigens aus der Not heraus geboren. Denn Bleyer Rheinland ist ein Zusammenschluss der bisherigen Konkurrenten Neuss-Grimlinghausen und des Teams Wintermühle-Köln. Beide Mannschaften waren in den letzten Monaten von Verletzungspech verfolgt und konnten somit kein Team für Aachen stellen. Und so fanden sich die Neusser und Kölner Voltigierer, sonst ernsthafte Konkurrenten, zusammen und bildeten eine neue Mannschaft. Interessant ist auch der zweite deutsche Vertreter: Im Team PSG Rittergut Habighorst-Bord stehen drei Junioren, die Deutschland bei der Junioren-EM vertreten werden. Die Entscheidung im Kampf um das WM-Ticket hatte der VV Ingelsberg schon im Mai für sich entschieden und dann mit Blick auf die lange Saison auf einen Start in Aachen verzichtet.
Eine Premiere feierte das ästhetisch schöne „Pas de Deux“, bei der ein Duo seine Kür auf dem galoppierenden Pferd zeigte. Möglich sind alle Kombinationen, also zwei Männer oder zwei Frauen, aber auch ein Mixed-Team. Zur Premiere in Aachen fanden sich diesmal allerdings nur Frauen-Duos zusammen. In der ersten Runde der Kür siegten die Österreicherinnen Lisa Wild und Christina Leitger vor den Britinnen Joanne und Hannah Eccles. Rang 3 ging an Ines Jückstock und Ann-Kristin Burmeister (Hamburg).
Der zweite CHIO-Tag in der Aachener Albert-Vahle-Halle beginnt am Samstagmorgen um 10 Uhr mit der Kür der Herren, um 11.45 Uhr gefolgt von den Damen. Ein Höhepunkt ist die Kür der Teams ab 14.30 Uhr, gefolgt von der zweiten Runde „Pas de Deux“ ab 17.30 Uhr.
Tickethotline: 0241-917-1111 oder direkt hier online bestellen
10.7.2010 Wenn´s heiß wird in der Soers - Tipps von Prof. Karl Walter Zilkens für den Besuch des CHIO 2010
Professor Karl Walter Zilkens ist der Leiter des Medical Centres auf dem Turniergelände. Und er kennt die Hitparade der beliebtesten Verletzungen der Turnierbesucher. Bei den derzeitigen Temperaturen sind Herz- und Kreislaufbeschwerden häufige Probleme. Ausreichend trinken hilft hier. „Normalerweise sollte man zwei Liter am Tag trinken, derzeit dürfen es gerne vier sein“, so Zilkens. Am besten stilles Mineralwasser, das den Verlust von Mineralien am besten ausgleicht. Auch einen Hut sollten die Turnierbesucher einpacken. Hell soll er sein und Löcher haben, um einen Hitzestau zu vermeiden. Und wenn einem in der Sonne doch einmal schwindelig wird? „Wenn man sitzt, die Füße bewegen, auf jeden Fall aber flugs in den Schatten und trinken, trinken, trinken.“ Auf dem Turniergelände des CHIO Aachen verfügen die Mediziner über die Infrastruktur einer „kleinen Klinik“ (Zilkens). Sportärzte und Physiotherapeuten gibt es ebenso wie ein gut ausgerüstetes Medical Centre (auf der Rückseite der Mercedes-Benz-Tribüne) mit Turnier- und Notärzten. Echte Klassiker, die die Turnierärzte behandeln, sind der Wespenstich, der Sonnenbrand und die Blase am Fuß. Ist letztere einmal da, ist es doof. Um sie zu vermeiden, gibt es aber schon mal eine simple Grundregel vom Fachmann: „Socken anziehen.“ Zumindest in geschlossenen Schuhen. In Sandalen sieht die weiße Tennissocke auch nicht so gut aus.
26.5.2010
„Coole Socken“ in der Soers
NRW Kaltblut-Tag beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen 2010 – Zucht- und Showprogramm am 16. Juli 2010
Erstmalig wird es beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, den "NRW Kaltblut-Tag" geben. Grund genug für die Organisatoren, im Vorfeld schon einmal zwei der Hauptdarsteller einzuladen: Die Rheinisch-Deutschen Kaltblüter "Emmerich" und "Erdinger". Hubert Faßbender vom Verband der Rheinischen Kaltblutzüchter und seine Frau Klaudia vermittelten mit ihrem Zweispänner einen lebendigen Eindruck von der "Faszination Kaltblüter".
Auch Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV), ließ sich die Gelegenheit zur Probefahrt mit dem Kaltblütergespann nicht entgehen. Wie´s war? "Prima. Kaltblüter sind beeindruckende Tiere, voller Kraft und Gelassenheit." Auf die Frage, was Kaltblüter so besonders macht, hatte Hubert Faßbender die richtige Antwort: "Kaltblüter sind coole Socken". Es seien ruhige, entspannte und ausgeglichene Tiere, jeder komme mit ihnen klar. Auf den Kaltblut-Tag freut er sich riesig: "Klasse, dass wir hier die Gelegenheit haben, unsere besonderen Pferde in diesem Umfeld zu präsentieren."
Beim NRW Kaltblut-Tag am 16. Juli 2010 wird unter dem Motto "Die Dicken kommen" ein abwechslungsreiches Programm geboten, bei dem sowohl Rheinische Kaltblüter als auch Kaltblüter vom Landgestüt Warendorf zu bestaunen sein werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Thema Zucht. So findet beispielsweise eine Stuten- und Hengstschau statt, die NRW-Siegerstute wird später im Hauptstadion gekürt. Neben der Zucht steht ein "familienkompatibles Showprogramm" (Kemperman) im Mittelpunkt des Tages. Vom Einspänner über den Erntewagen bis hin zum Zehnspänner wird das Angebot reichen. Karten für die Veranstaltung (0241-917-1111 oder www.chioaachen.de) sind natürlich auch für die Prüfungen des Tages mit dem Höhepunkt RWE-Preis von Nordrhein-Westfalen gültig.
www.chioaachen.de Ticket-Hotline: (0241) 917-1111
18.05.2010
Ein paar Ohren für den CHIO Aachen
Kathrin Böhm gewinnt den Plaktwettbewerb zum Weltfest des Pferdesports 2010 – Entwurf überzeugt Jury und Zuschauer
Die Pferdeohren gespitzt, der Himmel weit und blau. Mit einem außergewöhnlichen Entwurf hat Kathrin Böhm überzeugen können. Die 22jährige Studentin der FH Aachen, Fachbereich Gestaltung, ist für das Plakat zum Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen 2010, verantwortlich.
Die gespitzten Ohren vermitteln Aufmerksamkeit und Spannung kurz bevor es losgeht. Alle, selbst die Pferde, sind voller Vorfreude auf das große Trunier. "Der Schriftzug `Pssst!´ soll die prickelnde Atmosphäre vermitteln, die im Stadion herrscht", so Kathrin Böhm. Über einen weiteren großen Vorteil des Plakats freut sich Turnierdirektor Frank Kemperman: "Es symbolisiert alle fünf Disziplinen des CHIO Aachen." Oft, so Kemperman weiter, stehe das Springreiten auf Plakaten im Fokus, der Entwurf von Kathrin Böhm berücksichtige gleichermaßen Dressurreiten, Vielseitigkeit, Fahren und das Voltigieren. Das Turnier dauert vom 9. bis zum 18. Juli, Tickets gibt es im Internet unter www.chioaachen.de oder an der Hotline (0241/917-1111).
Bereits zum zweiten Mal wurde das Plakat im Rahmen eines Projekts an der FH Aachen ermittelt. Aus 20 Entwürfen suchte eine Fachjury 5 aus, aus denen nun die Leser von Aachener Nachrichten und Aachener Zeitung das Siegermotiv bestimmten. Knapp 1600 Stimmen wurden gezählt, ziemlich genau ein Viertel entschied sich für den Böhmschen Entwurf. "Dass alle fünf Plakate in der Bewertung relativ nahe beieinander lagen, ist ein eindrucksvoller Beweis für die Qualität und die Kreativität der jungen Designstudenten. "Psst!" hat gewonnen. Jetzt hört man das nicht nur an jedem Tag und bei fast jedem Umlauf beim CHIO, man sieht es auch, und das über Wochen!", so Bernd Mathieu, Chefredakteur der beiden Tageszeitungen.
"Durch die Kombination von Text- und Bildaussage wird eine emotionale Ansprache erreicht, die auf eine beeindruckend einfache Art und Weise den faszinierenden Moment der Hochspannung für Pferd, Reiter und Zuschauer verdeutlicht. Das steigert die Spannung bis zu dem Augenblick, wenn der CHIO endlich startet",so der Juryvorsitzende Prof. Scheller der FH Aachen, in dessen Seminar die Entwürfe am Fachbereich Gestaltung entstanden sind.
Das Plakat wird nun - neben dem offiziellen CHIO Aachen-Plakat - gedruckt und in der Region verteilt. Zudem ist es Bestandteil der Citiylight-Kampagne, mit der Werbung z.B. an Bushaltestellen gemacht wird. Auch als Anzeigenmotiv findet es Verwendung.
www.chioaachen.de Ticket-Hotline: (0241) 917-1111
11.05.2010
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eröffnet den CHIO Aachen
Offizielle Eröffnungsfeier des Weltfests des Pferdesports am 13. Juli – WDR überträgt live
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wird den CHIO Aachen 2010 besuchen und das Weltfest des Pferdesports am 13. Juli offiziell eröffnen. "Mein letzter Besuch aus dem Jahr 2008 ist mir noch in sehr guter Erinnerung, und ich freue mich darauf, die Veranstaltung erneut eröffnen zu dürfen", sagte die Kanzlerin. Der CHIO Aachen sei jedes Jahr ein besonderes Ereignis und aus dem internationalen Sportkalender nicht wegzudenken. Bereits im Jahr 2008 hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Wettkämpfe in der traditionsreichen Aachener Soers zur Freude und Begeisterung der knapp 40.000 Zuschauer im Hauptstadion eröffnet.
Die Eröffnungsfeier beginnt am 13. Juli 2010 um 17 Uhr, der WDR überträgt die Veranstaltung live. Sie wird vor allem von den prächtigen Pferden aus dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt geprägt sein. Karten gibt es im Internet unter www.chioaachen.de und an der Hotline (0241) 917-1111. Die Karten sind natürlich auch für das Sportprogramm des Tages gültig, das um 9.30 Uhr mit dem NetAachen-Preis (Springprüfung im Hauptstadion) beginnt.
Der CHIO Aachen beginnt in diesem Jahr am 9. Juli mit den Voltigier-Wettbewerben, er endet am 18. Juli.
www.chioaachen.de Ticket-Hotline: (0241) 917 - 1111
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