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Cumano der Weltmeister 2006
Sein Züchter kommt aus Neumünster

Er war einfach mal „dran“: Der für Belgien reitende Jos Lansink hatte noch nie ein großes Championat gewonnen. Jetzt ging sein großer Traum in Aachen in Erfüllung. Im Sattel seines Holsteiners Cumano v. Cassini I-Landgraf I aus der Zucht von Willi Lührs, Neumünster, der mit nur einem Abwurf als bestes Springpferd  in Aachen ausgezeichnet wurde, siegte er nach Stechen gegen die Amerikanerin Beezie Madden (Authentic) und Meredith Michaels-Beerbaum (Shutterfly).

Cumanos Züchter Willy Lührs aus Neumünster ist seit drei Jahrzehnten Züchter von Holsteiner Pferden und Cumano der erste gekörte Hengst seiner kleinen, hochkarätigen Zucht. „Allein das war schon ein unbeschreibliches Gefühl“, erinnert sich das Ehepaar Lührs an die Körung von elf Jahren, „als die Durchsage kam: Gekört.“. Der Schimmel wusste die Körkommission zu überzeugen und wurde bald nach der Körung an den belgischen Privathengsthalter Jean Verlinden verkauft. Marc van Dijck bildete den jungen Hengst aus und stellte ihn erfolgreich in Nachwuchsprüfungen vor, war u. a. mit ihm Finalist in Lanaken und Zwolle sowie Sieger im Großen Preis von Lummen 2002. Im November 2002 übernahm Jos Lansink, zu der Zeit noch in Zangersheide angestellt, das Springwunder. „Da haben sich zwei gesucht und gefunden“, urteilt Willy Lührs.
Obwohl Cumano nach der Körung ins Ausland ging, ließ die Züchterfamilie den Kontakt zu dem Hengst nie abbrechen. „Wir haben ihn mehrfach in Belgien besucht und dadurch seinen ersten Reiter und jetzt Jos Lansink kennen gelernt.“ Wer wegen eines Stalls voller Pferde schon keine langen Urlaub macht, besucht dann wenigstens die Pferde aus dem eigenen Stall in ganz Europa .
Cumanos Mutter, die Landgraf I-Tochter Chanel II, kam 1988 bei Hans-Helmut Sievers in Tasdorf zur Welt. Willy Lührs erwarb das Stutfohlen in der Hoffnung, aus der Blutkombination von Landgraf I und Caletto II leistungsstarken Nachwuchs zu züchten.
 Der sprunggewaltige Sohn sorgt für internationale Kontakte – so einen hätte man nicht nur in Belgien gern ein zweites Mal. „Wir haben in voller Absicht nur sieben Boxen gebaut“, erklärt Lührs. „Es fällt uns jedes Mal schwer, ein Pferd zu verkaufen“, da ist das Ehepaar sich einig. „Aber da unser Platz begrenzt ist, können wir zum Glück nicht alles behalten.“

Weltreiterspiele in Aachen
Holsteiner Fohlen für den neuen Weltmeister


Jos Lansink, der frisch gebackene Weltmeister der Springreiter, konnte sich in Aachen nicht nur über sein verdientes Edelmetall freuen. Vom Holsteiner Verband bekam der Belgier für seinen großartigen Erfolg ein Stutfohlen überreicht: Championesse v. Calato-Lavaletto (Züchter Manfred von Allwöhrden, Seedorf). Der Vorsitzende des Holsteiner Verbandes, Breido Graf zu Rantzau, und Norbert Boley, Geschäftsführer des Holsteiner Verbandes Abteilung Hengsthaltung und Vermarktung in Elmshorn, übergaben Championesse im Anschluss an die Siegerehrung an den neuen Titelträger.  Championesse führt allerbestes Holsteiner Leistungsblut. Ihr Vater Calato ist ein enger Verwandter von Jos Lansinks Championpferd Cavalor Cumano, denn er stammt von Capitol I, dem Großvater von Cavalor Cumano, dem überragenden Pferd des Finales der Springreiter. ab. Auch die Mutter von Championesse kann eine interessante Sportabstammung aufweisen: Ihre Großmutter ist Vollschwester zu Quo Vadis, die einst Spitzenpferd der PSI-Auktion war und jetzt international unter dem Amerikaner Peter Wylde im Springsport geht.
 
Holsteiner Fohlen konnten bereits die Europameister von 2001, Ludger Beerbaum, und 2003, Christian Ahlmann, in Empfang nehmen. Während Ludger Beerbaums Cassina v. Cassini I-Cor de la Bryère (Hans-Jürgen Bruhn, Immenstedt) bereits ihr großes Talent für den internationalen Springsport unter Beweis gestellt hat, darf die  Clearway-Concerto II-Stute aus der Zucht von Klaus Hagge, Schülp, noch das grüne Gras der Ahlmannschen Weiden in Westfalen genießen.


Weltreiterspiele in Aachen
Vier Mal Gold und vier Mal Bronze für Holstein


Der Holsteiner Verband kann mit dem Abschneiden der im Land zwischen den Meeren gezogenen Pferde sehr zufrieden sein. Sie gewannen bei den Weltreiterspielen in Aachen vier Gold- und vier Bronzemedaillen. Gold gab es im abschließenden Finale der Springreiter für Cavalor Cumano v.Cassini I-Landgraf I (Willi Lührs, Neumünster), der dem Belgier Jos Lansink zu seinem ersten „großen“ Titel verhalf und bestes Springpferd der Weltreiterspiele war.  Mannschaftsgold gewannen auch das Vielseitigkeitspferd Marius v. Condrieu xx-Laurin (Hans-Werner Ritters, Krumstedt) unter Hinrich Romeike und die beiden Springpferde im holländischen Team Van Schijndel’s Curtis v. Coriano-Aloubé Z (Peter W. Cordsen, Neumünster) und Eurocommerce Berlin v. Cassini I-Caretino (Josef Unkelbach, Köln). Bronze holten Cöster v. Calato-Constant (Werner Lattreuter, Hannover), der unter Christian Ahlmann im deutschen Springreiterteam ging, sowie die Fahrpferde von Theo Timmerman, Mitglied der holländischen Mannschaft: Boris v. Cambridge -Lavado (Jürgen Schimmer, Weddingstedt) Cairo v. Ariadus-Calando IV (Kurt Hagedorn, Molfsee), Lex  v. Contender-Chromatic xx, (Egon Göttsche, Klein Gladenbrügge).
Beeindruckend war die zahlenmäßige Dominanz der Holsteiner im Springparcours. Von den 105 gestarteten Pferde wurden 26 in Schleswig-Holstein gezogen, das entspricht in etwa 23 Prozent. Einen Holsteiner Vater hatten 45 Pferde (38 Prozent). Unter den 25 Pferden, die sich für das vorentscheidende Springen am Samstag qualifiziert hatten, waren sechs Holsteiner: Cavalor Cumano v. Cassini I-Landgraf I (Willi Lührs, Neumünster),  Eurocommerce Berlin v. Cassini I-Caretino (Josef Unkelbach, Köln) unter Gerco Schröder (NL/6.), Canturo v. Cantus-Calando I (Herbert Diederich, Wree) unter Bernardo Alves (BRA/12.), Loxley v. Lennon-Landritter (Kurt Stolzenberg, Kiel) unter Samantha Loxley (BUL/17.)und Cattani v. Corrado I-Silvester (Jürgen Hattebuhr, Winsen) unter Geir Gulliksen (NOR/21.).  

 

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