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Holsteiner: Die Super Springpferde Zucht
Cento und Cöster sind zur Zeit die sportlichen Aushängeschilder der Holsteiner Pferdezucht. Die beiden athletischen Schimmel meistern mit ihren Reitern jede noch so schwere Aufgabe im Springparcours. Natürlich glänzen Pferde aus dem Zuchtgebiet Schleswig Holstein in allen Reitsportdisziplinen, doch in der Zucht setzt man besonders auf das Springvermögen der großen Warmblüter. Auch wer sich nicht so sehr im Turniersport auskennt, hat die Namen die Namen Otto Becker und Christian Ahlmann und ihren schönen Schimmeln Cento (Sieger-Foto mit Otto Becker) und Cöster bestimmt schon mal gehört.
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Zuletzt haben die beiden Holsteiner Pferde mit ihren Reitern u.a. Mannschafts-Goldmedaillen bei der Europameisterschaft im Springen geholt. Kar, dass die beiden "Super-Jumper" ganz viele Fans haben.
Auch die Namen der Hengste Landgraf, Capitol I und Cor de la Bryère sind sicher ein Begriff für jeden, der sich ein bisschen für Pferdezucht interessiert. Diese sogenannten “Stempelhengste” sind sehr bekannte Linienbegründer in der Holsteiner Pferdezucht.
Eins haben die genannten Pferde auf jeden Fall gemeinsam: Das Brandzeichen der Holsteiner Pferde, das H mit dem Krönchen. Holsteiner gehören zur Population der Deutschen Reitpferde und werden im Ursprungszuchtgebiet Schleswig-Holstein, dem Bundesland, das zwischen den Meeren Nord- und Ostsee liegt, gezüchtet.
Bei Holsteiner Pferden denkt man sofort an das gute Springvermögen, das sie auszeichnet. War das eigentlich schon immer so?
In den Anfängen der Zucht sicher nicht. Die ersten Aufzeichnungen über Holsteiner Pferde fand man im Jahre 1285, als im Kloster Uetersen eine "Stuterei" eingerichtet wurde. Im 17. Jahrhundert gingen sie als schwere Wagenpferde vor der Kutsche. Die französische Kavallerie kaufte zu dieser Zeit pro Jahr 2000 stattliche Holsteiner.
Auch die Soldaten der preußischen Armee waren mit Holsteinern beritten. Der preußische König legte damals Wert auf besonders große Pferde. Die organisierte Pferdezucht begann aber erst vor etwas hundert Jahren, als die Reit- und Fahrpferde aus dem Land zwischen den Meeren durch die Einkreuzung von Englischen Vollblütern, Anglo-Arabern und Andalusiern immer eleganter wurden. Erst in den 30er Jahren tauchten immer mehr Holsteiner im Springsport auf. Ihr besonderes Springtalent war nach dem Zweiten Weltkrieg so begehrt, dass immer mehr deutsche Reiter mit einem Holsteiner im Parcours an den Start gingen.
Einer der berühmtesten Reiter war Fritz Thiedemann, der mit seinem Wallach Meteor (Foto) 1965 bei den Olympischen Spielen in Stockholm eine Goldmedaille im Mannschaftsspringen gewann.
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Schon bald merkten die Züchter, was am meisten gefragt war: Ein modernes Sportpferd, das in allen Sparten, aber besonders im Springen, erfolgreich ist.
Zur Veredlung der Holsteiner floss aus diesem Grund viel “Fremdblut” von ausgewählten Vollblütern wie Ladykiller xx, Marlon xx und anderen Spitzenhengsten - wie unter anderem dem Anglo-Normannen Cor de la Bryére - in die Zucht mit ein.
Auch in der Dressur machten die Holsteiner auf sich aufmerksam. Christine Stückelbergers Granat war das beste Dressurpferd seiner Zeit und gewann 1976 in Montreal olympisches Gold. Im Busch erfolgreich unterwegs war Herbert Blöckers Stute Feine Dame, mit der er bei den Olympischen Spielen in Barcelona die Silbermedaille in der Einzelwertung gewann.
Holstein ist das einzige deutsche Zuchtgebiet, das über eine verbandseigene Hengsthaltung verfügt. Sie hat ihren Sitz in der Reit- und Fahrschule Elmshorn, wo sich auch das Verkaufszentrum des Verbandes befindet. Für die Zucht ist eine weitere Abteilung des Holsteiner Verbandes in Kiel zuständig. Und die jährlichen Auktionen finden in Neumünster und Elmshorn statt.
Neben den sportlichen Höchstleistungen zählt bei den Holsteinern auch ein umgänglicher Charakter.
Eine Besonderheit ist die Namensgebung der Pferde. Die Hengstnamen fangen mit dem Anfangsbuchstaben ihres Vaters an. Für Stuten richtet sich der Anfangsbuchstabe ihres Namens nach dem Geburtsjahr. Er wird in alphabetischer Reihenfolge vergeben.
Die Zahl der eingetragenen Zuchtstuten ist 2003 auf über 7200 gestiegen. 252 eingetragene Hengste (davon 77 im Verbandsbesitz und 175 privat) sorgen für hochkarätige Nachzucht. Die derzeit gefragtesten Hengste sind Caretino, Cassini I, Contender und Corrado I.
Bis Ende August 2003 sind für diesen Jahrgang 3157 Fohlen registriert. Vielleicht ist ja bald wieder ein Olympiasieger dabei? Foto: Meteor
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Infos:
Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes Steenbeker Weg 151 24106 Kiel
Tel.: 0431 - 30 59 96-0 Fax: 0431 - 33 61 42
E-Mail: holsteiner@lkv-sh.de Homepage: www.holsteiner-verband.de
Steckbrief
Rasse: Deutsches Reitpferd/ Stockmaß: ca. 1,62 bis 1,75 Meter Herkunft: Deutschland Farben: alle Farben (außer Schecken)
Gebäude:
Ausdrucksvoller Kopf, gut aufgesetzter Hals mit leichtem Genick, lange, schräge Schulter mit guter Sattellage, elastischer Rücken, lange, muskulöse Kruppe, viel Brusttiefe, gute Rippenwölbung, trockenes Fundament mit kräftigen Gelenken
Bewegungsablauf: energisch, schwungvoll, elastisch, raumgreifend
Einsatzmöglichkeiten: Sport- und Freizeitpferde für alle Reitsportdisziplinen, besonders gutes Springvermögen
Besondere Merkmale: leistungsbereiter, zuverlässiger Charakter
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