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Stellungnahme von Michael Freund zur positiven A-Probe seines Pferdes
In Warendorf hat Michael Freund (Dreieich), Weltmeister der Vierspännerfahrer, gegenüber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) folgende Stellungnahme abgegeben:
Persönliche Stellungnahme zu den Vorfällen und Umständen in Zusammenhang mit der positiven Medikationskontrolle meiner Stute „Mary"
Objektive Tatsachen sind: Mein Pferd „Mary" wurde im Rahmen der Weltmeisterschaften im ungarischen Kecskemet bei einer Medikationskontrolle positiv getestet. Hierbei handelt es sich um die sogenannte A-Probe; die Auswertung der B-Probe werde ich fristgemäß (bis 16. Oktober 2004) bei der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (Fédération Equestre Internationale, FEI) beantragen.
Bei der entnommenen positiven A-Probe wurde die Substanz Valeriansäure (Baldrianextrakt) festgestellt. Die Stute „Mary" ist 15 Jahre alt. Sie gehörte meinem Gespann an, mit dem ich 1994 in Den Haag Weltmeister wurde. Nach diesem Erfolg wurde das Pferd neben dem Turniersport intensiv in der Fahrschule und bei Showveranstaltungen eingesetzt. Auf Grund ihrer großen inneren Ruhe und Ausgeglichenheit war sie geradezu prädestiniert für derartige Aufgaben. Seit über 30 Jahren betreibe ich Fahrsport auf hohem Niveau. Gerade im Zusammenhang mit meinen sportlichen Erfolgen wurden meine eingesetzten Pferde einer Vielzahl von Medikationskontrollen unterzogen. Nie hat es irgendwelche Beanstandungen gegeben.
Ferner lege ich Wert auf die Feststellung, dass zu keinem Zeitpunkt vor oder während der Weltmeisterschaft weder von mir noch von den betreuenden offiziellen Personen meinen Pferden verbotene Substanzen irgendwelcher Art verabreicht wurden.
Ich bin geschockt und bestürzt, dass es zu einem derartigen Ergebnis kommen konnte. Dabei gibt es als Erklärung für mich nur zwei Möglichkeiten:
Aufnahme der gefundenen Substanz über Futtermitte:In sofortiger Reaktion habe ich veranlasst, dass alle von mir in Ungarn verwandten Kraftfuttermitteltypen bei der Tierärztlichen Hochschule Hannover - Abteilung Tierernährung – auf entsprechende Rückstände untersucht werden. Auf Grund der Kürze der Zeit liegt hier zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch kein konkretes Ergebnis vor. Mein bei der WM verfüttertes Heu habe ich aus einem ökologisch-biologischen Anbaubetrieb direkt in Ungarn erhalten. Auch hier werden entsprechende Untersuchungen durchgeführt.
Verabreichung durch eine dritte Person (Fremdeinwirkung): Der Stallbereich bei den Weltmeisterschaften in Ungarn sollte zwar – wie im FEI-Reglement vorgesehen – nur von einer begrenzten Zahl berechtigter Personen nach genauer Kontrolle zu betreten sein; Tatsache war aber, dass auch eine Vielzahl unberechtigter Personen sich in diesem Areal aufgehalten haben. Auch wurde entgegen den FEI-Vorschriften kein Stallbuch über die nach 22.00 Uhr den Stallbereich betretenden Personen geführt. Diese Umstände wurden bei den Equipechefbesprechungen intensiv zur Sprache gebracht; allerdings leider ohne irgendeinen Erfolg. Darüber hinaus gab es allein über 300 Personen, die eine Zutrittsberechtigung hatten.
Was im Moment bei mir, meiner Familie, meinem Team und Freunden vorherrscht, ist natürlich eine große Betroffenheit und Traurigkeit, aber auch die Hoffnung auf eine zügige Aufklärung sowie einen Denkanstoß für eine intensive grundsätzliche Diskussion zu der von mir aufgezeigten Problematik mit einer letztendlich positiven Entwicklung für den Fahrsport.
Michael Freund
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