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... Nationenpreispferd Paavo N im Ruhestand ...
... In Warendorf begann schon so manche Karriere ...
... und aus Oer-Erkenschwick kommt Markus Renzel ...
... Franke verliert die besten Pferde und den guten Sponsor ...
... Schweiz: Erstklassige Turniere, zweitklassige Reiterei ...
... Zur Abwechslung ein Däne - Thomas Velin siegt in Genf ...
... Nick Skelton kommt zurück in die Weltspitze ...
... Schorsch und Christian und Cöster ... 
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Jessica Kürten verabschiedet “ihren” Paavo

Irgendwann geht jede auch noch so erfolgreuche Karriere zu Ende. Schön, wenn dann die Gesundheit noch einigermaßen stimmt und es Menschen gibt, die sich um einen kümmern. Das wird der Fall sein beim Nationenpreispferd Paavo N, dessen Geschichte hier nachgezeichnet wird und dessen sportliche Laufbahn eng mit der gebürtigen Irin Jessica Kürten ( geb Chesny, Foto ) verbunden ist (und umgekehrt !)



Paavo N, eines der erfolgreichsten Pferde der rheinischen Zucht, hat sich von seinen Fans beim Gahlener Hallenreitturnier verabschiedet. Der 1986 geborene Polydor-Sohn hat mit der Irin Jessica Kürten im Sattel sechs Jahre lang für Furore gesorgt und geht nun in "Rente".
          
Im wohl erfolgreichsten dieser Jahre, im Jahr 2000, gewann das Duo vier Nationenpreise. Paavo N (Abkürzung für den Besitzer Nachbarschulte) wurde zum erfolgreichsten Nationenpreispferd des Jahres. Er war bei den Europameisterschaften 1999 dabei, hat sich 62 Mal in Großen Preisen plaziert und seiner Reiterin diverse Male den Sieg in Ladies Masters Prüfungen beschert.

Immer wieder bestach der nur 1,61 Meter große Wallach, der zunächst eine sorgfältige Dressurausbildung genoß, durch seinen Kampfgeist und seinen "Biß". Den stellte er sogar in seinem letzten schweren internationalen Springen im belgischen Mechelen Ende 2003 unter Beweis. Mit satten vier Sekunden Abstand gewann Paavo N den Flandria Queens Cup.

Paavo-Besitzer Heiner Nachbarschulte hatte das "kecke" Fohlen im Alter von 14 Tagen bei Züchter Hans Koppers in Xanten gesehen und gekauft. Seine Kinderzeit verbrachte Paavo N in Hemmoor in der Nähe von Stade, wurde von Nachbarschultes Tochter Ursula und vom Dänen Bo Möller geritten, bevor die Erfolgsstory mit Jessica Kürten begann. Künftig kann sich Paavo N noch häufiger mit dem Basketball und der Spielzeugfigur in seiner Riesenbox beschäftigen, wird abtrainiert und darf regelmäßig die Koppel genießen.

Züchter Hans Koppers aus Xanten, der sich jahrelang über Züchterprämien freuen konnte, sorgte für Heiterkeit bei der Verabschiedung: "Dank Paavo und Jessica konnte ich immer
im Feinkostladen einkaufen, ab Montag gehe ich nun zu Aldi."

XXP sendet Paavo N-Portrait: Das Informationsprogramm XXP sendet am Sonntag, 1. Februar 2004, in der “Pferdezeit” von 19.00 bis 20.15 Uhr im Anschluß an die Weltcup-Qualifikation Leipzig ein rund 20minütiges Portrait des Erfolgspferdes Paavo N.

Bilder vom kleinen, großen Braunen zuhause in seiner riesigen Box, beim Reiten und bei der Verabschiedung werden ergänzt durch viele Aussagen von Menschen, die Paavo N schon sein Leben lang kennen.

XXP ist in Nordrhein-Westfalen im Kabelnetz zu empfangen. In Xanten, Wesel, Coesfeld und Schermbeck auf Kanal S22, in Recklinghausen auf Kanal S10, in Dorsten und Borken auf Kanal S25. Eine detaillierte Übersicht finden Interessierte im Internet unter www.xxp.tv unter der Rubrik "Wir über uns". Einfach die Überschrift "XXP im Kabelnetz von Nordrhein-Westfalen" anklicken, dann baut sich eine Liste auf.


Bundes Championate: In Warendorf begann schon so manche Karriere

2003 feierten die Bundeschampionate in Warendorf ihr zehntes Jubiläum. Die besten deutschen Nachwuchspferde ergaben sich in die Urteile der Juroren. Zahlreiche nationale und internationale Karrieren begannen bei Bundeschampionaten, auch wenn man oftmals hört, dass beispielsweise ein Sieg in Warendorf kein Garant für eine positive nationale oder gar internationale Karriere sei. Im Gegenzug gilt auch: Ein Flop beim Championat bedeutet nicht das Aus im Sport.

In den vergangenen zehn Jahren erlebten die Besucher in Warendorf Pferde, die heute zu den Spitzenstars zählen. Einer der bekanntesten ist der Westfale Farbenfroh abstammend von Freudentänzer - Aarstein, der mit seiner Reiterin Nadine Capellmann (Aachen) vom Bundeschampion (1996) zum Weltmeister (2002) avancierte. Aber noch viele weitere Pferde hatten in Warendorf ihren ersten Auftritt vor großem Publikum.

1994 fand sich etwa der Holsteiner Capitol - Ladykiller xx-Sohn Capriol in den Starterlisten. Damals sechsjährig gewann er mit Holger Wulschner (Passin) die Einlaufprüfung zum Bundeschampionat des Deutschen Springpferdes, war achter in der Finalqualifikation und 20. im Finale. Zwei Jahre später war er Vierter im Hamburger Springderby und Dritter der Deutschen Meisterschaften. 1999 wurde Holger Wulschner mit ihm deutscher Vize-Meister, im Jahr 2000 gewannen die beiden mit dem einzigsten 0 Fehler Ritt im Stechen das Hamburger Springderby..

Fünfjährig war 1994 der Rheinländer Pozitano (von Polydor - Waidmannsdank xx) in Warendorf dabei. Er wurde mit René Tebbel (Emsbüren) im Sattel 14. im Kleinen Finale der Fünfjährigen Springpferde. Pozitano - danach unter Beat Mändli in Schweizer Beritt - hat internationale Karriere gemacht, unter anderem waren Pozitano und Beat Neunte bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney.

Furore machte im Lauf seiner Karriere auch der Baden-Württtemberger FBW Kennedy von Tiro - Karat. 1994 ging er mit seiner auch jetzt noch ständigen Reiterin Lone Jörgensen (DEN) im Bundeschampionat des fünfjährigen Dressurpferdes an den Start und wurde 13. im Finale. Im vergangenen Jahr gehörten die beiden bei den Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera zur dänischen Dressurequipe (vierter Platz) und wurden Achte in der Einzelwertung.

Zu den Konkurrenten zählte - sowohl 1994 wie auch 1995 - der Holsteiner Chacomo (von Calypso I - Marmor), der mit Alexandra de Ridder (Aachen) bei den Europameisterschaften 1999 Manschaftsgold gewann.

Das wohl bekannteste Pferd des Geländepferdechampionats der sechs- und siebenjährigen Pferde - so damals der Name - ist die braune Holsteiner Stute Brilliante (von Ricardo - Follywise). Inken Johannsen (Tornesch) war damals mit ihr Vierte im Finale, 1995 und 1996 gewannen sie die Europameisterschaften Vielseitigkeit der Jungen Reiter, wurden 1998 Deutsche Meister und 2001 Vize-Europameister bei den Senioren.

Vierter in der Qualifikation der dreijährigen Reitpferde, 1994 noch unterteilt nach leichtem und schwerem Typ, war der Westfale Floriano Deux von Florestan I - Weinberg mit dem Ostbeverner Stephan Borgmann. Mit Hella Kuntz (Badbergen) im Sattel wurde Floriano Deux eine Jahr später dann Dritter bei den Vierjährigen und belegte 1996 mit seiner jetzigen Reiterin Nicole Glaser-Käppeler (Pulheim) Platz acht im Finale der fünfjährigen Dressurpferde. Inzwischen mit dem Namenszusatz NRW versehen, ist er siegreich bis zur schwersten Klasse.

1995 war die rheinische Stute Panama (von Pilot - Salut) mit Marcus Ehning (Borken) Vizechampionesse der sechsjährigen Springpferde. 1999 gewann sie mit Marcus’ „kleinem" Bruder Johannes Ehning die Europameisterschaften der Junioren und war sowohl 1999 als auch 2000 zweite mit der Mannschaft.

Achter im Finale war der Oldenburger Figaro’s Boy von Figaro - Harnisch, damals vorgestellt von Markus Keil aus Montabaur. Er gehört inzwischen Madeleine Winter-Schulze (Wedemark) und ist mit Ludger Beerbaum (Riesenbeck) höchst erfolgreich im In- und Ausland unterwegs.

Damals nicht im Finale aber später auf den Parcoursplätzen der Welt zu Hause waren und sind: Salieri, Hannoveraner von Salvano - Servus (Reiter: Holger Wulschner), sowie Gorgias, Hannoveraner von Gimpel - Emigrant (Reiter Lars Nieberg, Homberg/Ohm).

Siebter im Finale der fünfjährigen Springpferde war der Holsteiner Clinton von Carolus I - Calypso II. Damals saß Thomas Voss (Schülp) im Sattel des Schimmelhengstes, inzwischen feierten die beiden Erfolge in Nationenpreisen, Weltcup-Springen und Großen Preisen.

Mit Startschwierigkeiten kämpfte 1995 noch der Westfale Warren NRW von Weinberg - Pilot. Rang 88 war sein Ergebnis in der Einlaufprüfung, und auch 1996 war er beim Bundeschampionat nicht plaziert. Später gehören er und sein Reiter Lutz Gripshöver (Werne) dem B-Kader an.

Zwei weitere Kaderpferde waren 1995 bei den Reitpferden bzw. in der Dressur am Start: Der in Hessen gezogene Hengst Scarlatti von Silvano - Cardinal xx war mit Sarah Garayhi (Hamburg) zehnter in der Qualifikation der vierjährigen Hengste; der Hannoveraner Domanio von Donnerhall - Wohlan (Reiterin Karin Rehbein, Gröhnwohld) gewann eine Finalqualifikation und war neunter im Finale des fünfjährigen Dressurpferdes.

Ein Fahrpferd aus dem Jahr 1995 schnupperte kürzlich spanische Luft: die Oldenburger Stute Mandy von Matador - Vulkan war sechste im Finale der Bundeschampionate und gewann im Gespann von Rainer Duen (Thüle) in Jerez de la Frontera WM-Bronze in der Mannschaftswertung. Ein weiteres Pferd, der Bayer Latin Lover von Landsberg - Wodkin (7. im Finale) wird von Ludwig Weinmayr (Fischbachau) im Vierspänner gefahren.

Bei den Vielseitigkeitspferden fallen in der Starterliste von 1995 die Namen Pa’s Hope und Little Mac Muffin ins Auge. Der im Rheinland gezogene Bundeschampion Pa’s Hope von Polydor - Windspiel xx trug Edith Beine (Xanten) unter anderem zum Sieg beim CCIO*** Luhmühlen 2000 und zur Deutschen Vizemeisterschaft 2001. Der Hannoveraner Little McMuffin FRH (von Lemon xx-Avus) war mit seiner Reiterin Nele Hagener (Luhmühlen) zweiter im Kleinen Finale und später unter anderem Deutscher Meister der Jungen Reiter, Vize-Mannschaftseuropameister und Vierter mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney.

1996 war Farbenfroh der Star im Dressurviereck. Mit ihm wurde Nadine Capellmann nicht nur Einzelweltmeisterin, sie gewann auch mit der Mannschaft Gold. Bei den Europameisterschaften 1999 ging Einzel-Bronze und Mannschaftsgold an die beiden, bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney holten sie ebenfalls Mannschaftsgold und wurden vierte in der Einzelwertung.

Einer von Farbenfroh’s Konkurrenten damals war der Brandenburger Debüt - Dukur - Nachkomme Dossepfeil, der mit Jochen Vetters (Stahnsdorf) im Finale der sechsjährigen Dressurpferde Fünfter wurde. Vier Jahre später wurde Maren Frychel (Berlin) mit Dossepfeil Deutsche Meisterin der Jungen Reiter und ist dann höchst erfolgreich in der Piaff-Förderpreis-Tour unterwegs.

Der Hannoveraner Breitling W von Bismarck - Maat I ging mit Wolfram Wittig (Rahden) im Bundeschampionat des fünfjährigen Dressurpferdes an den Start, zuletzt waren die beiden vierte der Deutschen Meisterschaften.

Eine weitere Karriere begann 1996 bei den vierjährigen Reitpferden - sie wurde vor kurzem tragisch beendet: Mit ihrer damaligen Reiterin Silke Buck war die Trakehner-Stute Renaissance von Tuareg - Seeadler 15. der Qualifikation, später wäre sie mit Monica Theodorescu (Füchtorf) im Dressur-Weltcup-Finale startberechtigt gewesen. Ein Unfall machte dies jedoch zunichte.

Karriere machte auch der seinerzeitige Bundeschampion der vierjährigen Hengste, Fidermark von Florestan I - Werther. Im Verlauf der Saison 2002 gewann er mit Marlies van Baalen (NED) im Sattel seine ersten Intermediaire II- und Grand Prix-Konkurrenzen.

Bei den Springpferden fallen die Namen Cantaro, Holsteiner von Capitol I - Grandioso, Landstreicher, Holsteiner von Landgraf I - Capitol I, Le Patron, Holsteiner von Lord Liberty - Zeus ins Auge, deren sportliche Laufbahnen wesentlich in Warendorf begründet wurden.

Vizechampion des Geländepferde war 1996 der Holsteiner Robinson’s Concord von Chromatic xx - Thuswin xx. Fünf Jahre später gewann Ingrid Klimke (Münster) mit ihm die Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen.

Der Holsteiner Butscher von Bold Indian xx - Lord wurde beim Bundeschampionat 1996 von Imke Dehn vorgestellt, kam aber über einen zwölften Platz im Kleinen Finale nicht hinaus. Später war er mit Kai Rüder (Fehmarn) im Sattel Teilnehmer der Weltreiterspiele in Jerez de la Frontera und dritter der Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen.

Im Bundeschampionat des Deutschen Fahrpferdes machten 1996 zwei Pferde auf sich aufmerksam, die später zur Spitze des deutschen Einspännersportes gehörten: der Hesse Tenno von Trend - Furioso’s Sohn wurde mit Dieter Lauterbach (Herborn) Bundeschampion, die Trakehner-Stute Graziela TSF von Seclusive - Tenor wurde mit Bernhardt Wendt (Bremen) an den Leinen vierte im Finale. Tenno und Dieter Lauterbach waren 1998 Teilnehmer der ersten Weltmeisterschaften der Einspänner in Ebbs/AUT, und sowohl Tenno als auch Graziela TSF (später gefahren von Ulla Günther, Burgdorf) waren für die 2001 in Gladstone geplante WM nominiert.

1997 begann der Siegeszug der Hannoveraner Warkant - Tochter Wahajama (Mutter von Acapulco). Mit Arnika Bardenhagen im Sattel war die Rappstute Vizechampioness der dreijährigen Reitpferde, ein Jahr später gewann sie unter Holga Finken das Championat der Vierjährigen und wiederum ein Jahr später das der fünfjährigen Dressurpferde. Inzwischen gehört Wajama (nun Wahajama-Unicef) Ann-Kathrin Linsenhoff (Kronberg) und ist bis zum Grand Prix Special plaziert.

Noch ein weiteres Pferd aus dem „Warendorfer Jahr 1997" trägt nun den Zusatz „Unicef" und gehört Ann-Kathrin Linsenhoff: der Oldenburger Renoir R von Rubinstein I - Winston. Seinerzeit war er mit Matthias Vatter elfter im Finale der sechsjährigen Dressurpferde, dann gehörte er mit Ann-Kathrin Linsenhoff zu der siegreichen Equipe bei den Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera.

Auf dem Dressurviereck traten 1997 unter anderem auch Calambo, Holsteiner von Coriander - Merano (Reiterin Antonie de Ridder), Weinrausch, Hannoveraner von Walt Disney I - Darling (Reiter Klaus-Martin Rath), Relevant OLD, Oldenburger von Rubinstein I - Goldlöwe (Reiterin Leonie Bramall; Reiterin später Lisa Wilcox, USA, Mannschafts-Silber bei den WEG 2002, Einzelwertung Fünfte) und der Holsteiner Cockney von Caretino - Corso (Nadine Capellmann) an.

Im Springparcours erlebten die Besucher 1997 einen ausgesprochen starken Jahrgang. Vize-Championesse der Sechsjährigen wurde die aktuelle Weltcup-Siegerin Anka von Argentinus - Waidmann. Erst über das Kleine Finale fanden die Oldenburger Stute und ihr Reiter Marcus Ehning den Weg zum Erfolg. Achter im Finale war seinerzeit der Hannoveraner Hengst Goldfever von Grosso Z - Galvano, vorgestellt von Dirk Ahlmann. Goldfever gehört heute unzweifelhaft zu den besten Springpferden der Welt: Ludger Beerbaum gewann mit ihm Olympisches Gold, Weltcup-Finale, Deutsche Meisterschaften und zweimal den Großen Preis von Aachen.

Ebenfalls im Finale platziert waren damals die beiden Westfalen Focus von Florestan I - Pinocchio und Candela NRW von Carte d’Or - Frühlingsrausch. Und noch ein Name findet sich in den Starterlisten: Fein Cera,



Holsteinerin von Landadel - Cor de la Bryère. Damals nicht bis zum Finale vorgedrungen, war die Holsteiner Stute bei den Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera bestes Pferd im Finale und gewann mit Peter Wylde (USA) Einzel-Bronze.

Und ein weiteres heute hoch erfolgreiches Springpferd - unter anderem zweiter im Hamburger Derby - gab 1997 in Warendorf sein Debüt: Locando, Holsteiner von Lord Calando - Landlord. Seinerzeit ritt ihn Marcus Ehning, die beiden gewannen eine Finalqualifikation und waren schließlich 24. im Finale (1998 waren sie dann Fünfte im Finale). Platz elf im Finale 1997 belegte der Westfale Paramo K von Polydor - Der Clou, damals mit Bernd Schulze Tophoff im Sattel, später war Paramo K mit Franke Sloothaak (Borgholzhausen) erfolgreich auf vielen Turnierplätzen der Welt.

Gleich in zwei Bundeschampionaten stellte Ingrid Klimke den Trakehner Windfall von Habicht - Madruzzo xx vor. Bei den Dressurpferden reichte es nicht bis ins Finale, dafür entschädigten sich die beiden mit dem zweiten Platz im Finale der fünfjährigen Geländepferde. Ein Jahr später sollte es noch besser werden: 1998 war Windfall Bundeschampion und ein paar Jahre danach Sieger im CIC*** Bonn-Rodderberg.

Bundeschampion der älteren Geländepferde wurde 1997 der Hannoveraner Literat von Lemon xx - Trapper, ein Jahr später wurde Kathrin Krage (Spelle-Venhaus) mit ihm (jetzt Literat FRH) Doppel-Europameisterin der Jungen Reiter und im darauf folgenden Jahr Deutsche Vize-Meisterin.

1998 startete Gladdys S in Warendorf. Vorgestellt von Hans-Georg Johannsmann (Herford) wurde sie 25. im Finale der Sechsjährigen. Inzwischen ist die in Westfalen gezogene Stute von Grandeur-Apart eines der deutschen Spitzenspringpferde. Ludger Beerbaum und Gladdys S wurdwn Europameister in der Einzelwertung, waren zweite im Weltcupfinale, zweite im Nationenpreis von Aachen, vierte mit der Mannschaft bei der Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera und gewannen den Großen Preis von Wiesbaden.

Bereits damals ein Konkurrent, ist der Holsteiner Controe


von Contender - Aloubé Z heute Stallgefährte von Gladdys S. Mit Jörg Kreutzmann im Sattel war Controe sechster im Finale, heute wird er von Beerbaums Chefbereiter Marco Kutscher erfolgreich im In- und Ausland geritten.

Argelith Stakkato, der Hannoveraner Hengst von Spartan - Pygmalion, gehört zu den Springpferden, die im Verlauf der letzten zehn Jahre für die größten Schlagzeilen im Warendorfer Parcours gesorgt haben. Im Finale der Fünfjährigen hätte es 1998 beinahe die 10,0 für ihn gegeben. Mit 9,8 wurde er schließlich mit seiner Reiterin Eva Bitter (Münster) Bundeschampion, ein Jahr später nochmals Vizechampion. Im Großen Preis von Hamburg waren sie in diesem Jahr zweite.

Von Warendorf in die Welt hieß es 1998 auch für den Hannoveraner Prince Thatch xx-Sohn Piccolino. Ein bisschen hatten der Braune und sein Reiter mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, nur über den Umweg Kleines Finale wurde sie dritte in der Gesamtwertung. Dann gewannen die beiden Mannschaftsgold bei den Weltreiterspielen, waren siebte in der Einzelwertung und hatten zuvor auch die deutschen Meisterschaften für sich entschieden.

Höchst erfolgreich ist auch ein damaliger Konkurrent von Piccolino, der Holsteiner Hengst Calambo von Coriander - Merano, der damals wie heute von Alexandra Simons-de Ridder geritten wird.

In den Platzierungslisten des Piaff-Förderpreises findet sich heute häufig der Name Le Bo. Der Hannoveraner Wallach von Lauries Crusador xx - Eisenherz wurde 1998 mit seiner Besitzerin Carola Koppelmann Vizechampion der fünfjährigen Dressurpferde.

Ein Fahrpferd aus dem 98er Jahrgang gewann bei den WEG in Spanien 2002 eine Bronzemedaille: der Oldenburger Campo von Cadiz - Vierzehnender xx aus dem Gespann von Rainer Duen.

Beinahe wäre auch ein Vielseitigkeitspferd zu den Weltreiterspielen gereist: Eos, Trakehner von Rockfeller-Sastor (1998 mit Konstantin Kruschke im Sattel Dritter im Finale) wird nun vom aktuellen Deutschen Meister Frank Ostholt (Warendorf) geritten. Ebenfalls zunächst im WM-Aufgebot 2002 stand Literat FRH.

Die Holsteiner Stute Chatte Noir von Contender - Nevado xx gewann Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter Vielseitigkeit in Wiendorf/AUT und war vierte beim Preis der Besten. 1999 ging sie mit ihrem Reiter Malte Dohm, Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit, in Warendorf zum ersten Mal an den Start, 2001 war sie Vizechampion.

1999 war auch Marius am Start. Der Holsteiner von Condrieux xx - Laurin wurde Vizechampion, ein Jahr später war er fünfter. Dann wurde er mit seinem Reiter Hinrich Romeike (Nübbel) Deutscher Vize-Meister und stand auf der Longlist für die Europameisterschaften in Punchestown.

Weitere Bekannte Namen aus dem 99Jahrgang sind Clinton H, Holsteiner von Carolus I - Calypso II (Thomas Voss); Callistro, Holsteiner von Calato - Calypso I, Einzel-Bronze bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter Springen in Kopenhagen (Reiterin Janne Friederike Meyer); Lesotho, Hannoveraner von Lauries Crusador xx - Worldcup I, hochplaziert im Piaff-Förderpreis und vierter der Deutschen Meisterschaften 2002 (Reiterin Ellen Schulten-Baumer).

Bundeschampion der Fahrpferde war 1999 der Oldenburger Cabinet von Cadiz - Matador. Auch er gehörte zum WEG-Gespann von Rainer Duen.

Bundeschampionesse der Sechsjährigen Geländepferde war 2000 die Hannoveraner Stute Serve Well von Sherlock Holmes - Warkant. Damals noch von Elmar Lesch geritten, stand die Stute später mit Andreas Dibowski auf der Longlist für die EM 2003 in Punchestown.

Siegerin der sechsjährigen Springpferde war 2000 die Hannoveraner Stute Cyrenaika



(von Cheenok - Lanthan, eine eigentlich Holsteiner Abstammung), die bis vor kurzem zu den Erfolgspferden von Toni Hassmann gehörte.

Der Perspektivgruppe Vielseitigkeit gehören Chancun, Sachse von Cassone - Nerv und Anna Junkmann (Bakum) an. 2000 waren sie auf dem Militaryplatz in Warendorf zehnte im Finale, ein Jahr später waren sie zweite im Finale.

Ganz aktuell wurde ein Warendorfer Bundeschampionatspferd Deutscher Meister und ist nun für die Europameisterschaften Vielseitigkeit aufgestellt: Air Jordon, der Hannoveraner von Amerigo - Vespucci. 2001 waren er und sein Reiter Frank Ostholt achte im Finale.

Air Jordon und Serve Well sind sicher Pferde, mit denen diese Geschichte „Von Warendorf in die Welt" fortgesetzt werden kann. Vermutlich gehört auch der Vizechampion der fünfjährigen Springpferde 2001, der Oldenburger Couleur Rubin von Cordalme Z - Grannus-Granit dazu. Er steht inzwischen im Besitz von Madeleine Winter-Schulze und geht mit Ludger Beerbaum fbereits schwere Springen.


...und aus Oer-Erkenschwick kommt Markus Renzel

Gahlen - den Namen haben sogar die meisten Reitsport Fans noch nie gehört. Und doch gehört dieser Ort im Westfälischen zum “Muss” im Terminkalender national und international tätiger Reiter. Nur schwerwiegende Gründe können sie davon abhalten, in Gahlen zu starten.. 2004 ist nun die 10. Auflage des Turniers mit 70 Reitern

Nordrhein-Westfalens Reiter rücken in fast voller Stärke an, Irland und die Niederlande schicken Vertreter. Konkurrenz droht wie immer auch aus Schleswig-Holstein. Das erste CSN des neuen Jahres vom 2. bis 4. Januar beim RV Lippe-Bruch Gahlen verspricht erneut ein echter Appetithappen zu werden. Angefangen beim Europameister Christian Ahlmann (Marl) über Weltcupsieger Marcus Ehning (Borken) bis zum Nationenpreisreiter Holger Wulschner ist reichlich sportliche Prominenz vertreten.

Dazu zählen etwa Toni Hassmann (Lienen/ Sendenhorst), der zudem Bruder Felix mitbringt. Aus der Familie Ehning ist auch Johannes, Mannschafts-Europameister der Jungen Reiter, dabei. Ein Familienereignis ist Gahlen 2004 zudem auch für den Pferdewirtschaftsmeister Lutz Gripshöver (Werne), dessen Schwester Sylvia dem Bruder längst in den Parcours gefolgt ist.

Übrigens kommt auch der Sieger des Großen Preises 2003, Carsten-Otto



Nagel (Wedel, auf dem Foto mit L’Eperon) mit einem Verwandten. Björn Nagel (Syke) ist ein Vetter des Grand Prix-Siegers und will die Reithalle an der Nierleistraße ebenfalls erobern.

Zu den Sportpromis zählen außerdem Alois Pollmann-Schweckhorst (Warstein), Rudolf Könemund (Burscheid), der am vergangenen Sonntag den Großen Preis von Dresden gewann, Hauke und Thiess Luther (Bissendorf/Wittmoldt), Gilbert Böckmann (Lastrup), Thomas Schepers (Dortmund), Thomas Voss (Schülp), Jörg Kreutzmann (Hohenhorn) und Olympiateilnehmer Kai Rüder (Fehmarn). Vivien Schockemöhle (Riesenbeck) ist mit 21 Jahren erst noch auf dem Weg zu sportlichem Ruhm, Jessica Kürten (Irland/Hünxe) hat diesen längst erreicht: die Siegerin des Ladies Masters von Stuttgart tritt zudem als Lokalmatadorin für ihren Verein Lippe-Bruch Gahlen an. Überhaupt - die Reiter aus der Region: Norbert Lochthowe, der den Großen Preis in Gahlen mit seiner schnellen Stute Tiffany bereits gewinnen konnte, mischt auch 2004 mit, ebenso Hubertus Dieckmann aus Kirchhellen. Aus Oer-Erckenschwick kommt Markus Renzel.

Aus den Niederlanden reist ein Premierengast an. Die Tochter des ehemaligen "Bondscoach" Hans Hoorn - Angelique - ist erstmals in Gahlen dabei, ebenso der junge Ire Dennis Lynch.

Zwei Attraktionen - Hengstshow und Ausstellung
Der Sonntagvormittag gehört traditionell den Hengsten. Das ist auch bei der 10. Auflage von Gahlen 2004 so. Insgesamt 43 Hengste kann Moderator Volker Raulff den Zuschauern präsentieren, erfahrungsgemäß erscheinen die "Herren" piccobello aufgemacht und schick herausgeputzt zum ersten Event des Jahres in der Halle. Ein Pflichttermin nicht nur für Züchter. Zudem hat sich auch das nordrhein-westfälische Landgestüt Warendorf angesagt. Heinrich-Wilhelm "Kaiser" Johannsmann (Gütersloh), der erst vor wenigen Wochen mit dem vierbeinigen Beamten Potsdam das Hallen-Derby in Wien gewann, zeigt junge Hengste in einer Springvorführung. Normalerweise macht der Chef des Teams Sabina Illbruck - Zweite der RIDERS TOUR Team 2003 - kurz nach Neujahr eine Schaffenspause, nun trifft der "Kaiser" in Gahlen seine Teammitglieder Gripshöver, Hassmann und Könemund.

Die Erfahrungen im Januar 2003 waren gut, also wird die Ausstellung im Zelt vor der Reithalle auch 2004 wieder für Abwechslung sorgen. Alles rund um das Thema Pferd oder Auto ist da vertreten, außerdem lockt ein Weinstand und da im Wein bekanntlich Wahrheit liegt, kann das Sportjahr 2004 nur gut beginnen.

Karten für das erste Reitsportereignis des neuen Jahres kosten am Freitag und Sonntag sechs Euro, Sonnabends ist man mit 8 Euro dabei. Überhaupt hat es der Samstag in sich, denn dann verzaubern die viermalige Voltigier-Weltmeisterin Nadia Zülow und ihr Partner Jan Bayer mit einem Showprogramm und zudem kommt "Damenbesuch". Die Frauen der BG Dorsten, Deutsche Pokalsiegerinnen und Dritte der DM, tauschen das Parkett gegen den Sand ein....


8-12-2003 Sloothaak verliert seine Top-Pferde und den Sponsor

Von Michael Rossmann, dpa

Borgholzhausen - Dem Sonnyboy des Reitsports ist das Lachen vergangen. Franke Sloothaak steht sportlich vor einer ungewissen Zukunft, denn innerhalb weniger Wochen hat der ehemalige Weltmeister der Springreiter seine beiden besten Pferde und mit dem Hauptsponsor Sony - Ericsson sein wichtigste Einnahmequelle verloren.



«Es sieht nicht gut aus», sagte Sloothaak ungewohnt kleinlaut. Und versucht sich selber Mut zuzusprechen: «Das Leben geht weiter.» Sloothaak ist neben Ludger Beerbaum noch immer der beliebteste Springreiter. Wenn der 45-jährige Weltklasse-Reiter aus dem westfälischen Borgholzhausen in den Parcours reitet, jubelt das Publikum. Der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger selber hatte hingegen zuletzt selten Grund zur Freude. Den ersten schweren Schlag erlebte er Ende Oktober in Hannover, als plötzlich der Tscheche Alesch Opatrny die Pferde Adolph und Quifilio sattelte, die wenige Tage zuvor noch in Sloothaaks Stall gestanden hatten.

Völlig überraschend und unter dubiosen Umständen hatte der ukrainische Besitzer Aleksandr Onischenko die Pferde wegen angeblicher Zollformalitäten abholen lassen. «Das war nicht die feine Art», erklärte der enttäuschte Reiter: «Wir hatten eine längerfristige Vereinbarung, das ist nicht in Ordnung.» Für den Doppel-Weltmeister von 1994 war es bereits das zweite Mal, dass er schlechte Erfahrungen mit einem Pferdebesitzer gemacht hat, nachdem ihm Ende der 90er Jahre Joli Coeur von der italienischen Familie Muccioli entzogen worden war.

Ende vergangener Woche folgte der zweite Tiefschlag: Sein bisheriger Hauptsponsor Sony-Ericsson verlängert den Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht. Es habe «persönliche Probleme» mit einem führenden Mitarbeiter des Handy-Herstellers gegeben: «Es gab nur große Sprüche und Versprechungen, die nicht eingehalten wurden.» Für Sloothaak ist das Ende der Partnerschaft besonders bitter, denn er war Initiator und Kapitän des vor vier Jahren gegründeten Werks-Teams und soll bisher einen sechsstelligen Betrag erhalten haben.

Ans Aufhören denkt Sloothaak trotzdem nicht. «Der Ehrgeiz ist noch da», versicherte Sloothaak. Er setzt auf die verbliebenen jungen Pferde und kann auf Sheila verweisen, mit der er vor vier Wochen den Großen Preis von Wien gewann. Wie groß die Not jedoch ist, lässt sich daran erkennen, dass er wieder an einen häufigeren Einsatz seines ehemaligen Top-Pferdes Joli Coeur denkt: Der Wallach hat mit 17 Jahren eigentlich die Pensionsgrenze für Sportpferde überschritten.



Erstklassige Turniere trotz zweitklassiger Reiterei

Der CSI-W Genf abermals stark besetzt

Die Teilnehmerliste liest sich abermals wie das «Who is who» der Branche. Die Besten der Weltrangliste sind präsent, die Titelgewinner bedeutender Championate. Auch mit der 43. Austragung zählt der CSI-W (Concours de saut international Worldcup) in der Genfer Palexpo-Halle zu einer der wichtigsten Stationen im winterlichen Indoor-Circuit.
 
Die riesige Arena, die von der Pferdeboxe über den Abreit- und Turnierplatz bis hin zum Hotelzimmer der VIP alles unter einem Dach vereint, die eingespielte Organisation oder das Programm mit dem Top-Ten-Final nennt Veranstalter Pierre E. Genecand als wichtigste Gründe für den Premium-Charakter seines Anlasses, der sich angeblich nicht in erster Linie durch das Preisgeld im Markt positioniert. Natürlich liegt der CSI-W mit dem Budget von drei Millionen und der Dotation von 528 660 Franken eher im oberen Spektrum der Norm, doch ausserordentlich seien die finanziellen Verlockungen nicht, antwortet Genecand, auf das Preisgeld des Genfer Pferdesport-Events angesprochen.

Springturniere in der Schweiz haben einen guten Ruf. Neben Genf geniesst vor allem der CSI Zürich weit über die Insiderkreise hinaus ein makelloses Image. Und der CSIO Schweiz, das alternierend in St. Gallen und Luzern durchgeführte offizielle Outdoor-Turnier, ist von der FEI (Fédération équestre internationale) unlängst hinter der Veranstaltung von La Baule als zweitbester Anlass ausgezeichnet worden -ebenfalls die international engagierten Springreiterinnen und Springreiter setzten den CSIO Schweiz hinter dem CHIO Aachen auf Platz zwei. In direkter Abhängigkeit vom Schweizer Springsport können die Schweizer Veranstaltungen damit nicht stehen. Denn im Gegensatz zu diesen tragen die hiesigen Sattelkünstler nicht mehr das beste Gütesiegel.

Nach den WM in Jerez de la Frontera, wo die Schweizer Equipe im September 2002 wegen kranker Pferde nicht über den neunten Rang hinausgekommen war, wurde die angestrebte Zugehörigkeit zur neu geschaffenen Superliga (Circuit von acht Nationenpreisen für die acht besten Equipen) verpasst. Das grosse Wehklagen über undurchsichtige Reglemente und inakzeptable Interpretationen begann, der sportliche Aufstand gegen den sich abzeichnenden Imageverlust erhielt erste Priorität. Aufstieg in die oberste Klasse, ein Spitzenresultat an den EM in Donaueschingen und die damit verbundene Qualifikation für die olympischen Spiele in Athen hiessen die Saisonziele 2003. Bronze gewann die Equipe im August am Championat in Deutschland, das Olympia-Ticket war gelöst. Doch zu den Besten werden die Schweizer Springreiter auch 2004 nicht gehören, um einen einzigen Punkt ist der Aufstieg in die Superliga verpasst worden.

Ein neuerliches Wehklagen über die Zweitklassigkeit ist indessen nicht ausgebrochen, von notwendigem Aufstieg spricht kaum jemand mehr. Die akzeptierte Zweitklassigkeit als Spiegelbild der Schweizer Reiterei? Ganz und gar nicht, wendet Co-Equipenchef Rolf Theiler ein. Die EM-Bronze-Medaille habe schlicht vieles relativiert, die Angst vor dem anfänglich befürchteten Imageverlust genommen. Das Ansehen sei derzeit intakt, der Olympia-Anlass das übergeordnete Ziel im kommenden Jahr. Und auf dieses könne man sich abseits der Superliga viel besser vorbereiten, ist Theiler überzeugt. Er begründet den Stimmungswandel mit den EM-Resultaten der Equipen aus Schweden, Holland oder Irland. Zu Saisonbeginn waren sie alle in der anspruchsvollen Superliga, in den schweren Nationenpreisen der grossen CSIO, engagiert, am kontinentalen Titelkampf aber saft- und kraftlos dem erwarteten Rendement hinterhergesprungen.

Nur stark besetzte Teams wie jene aus Frankreich oder Deutschland würden die Doppelbelastung Superliga und Championat verkraften, ist Theiler überzeugt. «In der Schweiz verfügen wir dafür über zu wenig gute und routinierte Pferde», summiert der Co-Equipenchef nüchtern. Deshalb ist er nicht unglücklich darüber, sich nun auf die Olympischen Spiele konzentrieren zu können, zumal die jüngst mit der einst verschmähten Zweitklassigkeit gemachten Erfahrungen auch zeigten, dass in den Prüfungen der «Serie B» junge Reiterinnen und Reiter wichtige Erfahrungen sammelten und gute Resultate lieferten.

Wenig betroffen vom verpassten Aufstieg ist auch Markus Fuchs.



Der Leader im Schweizer Team, der in Genf am Freitag auf La Toya und am Samstag (Top-Ten-Final) sowie am Sonntag (Weltcup-Prüfung) auf Tinka's Boy (Foto) setzen und sitzen will, führt seit fünf Monaten die Weltrangliste an. «Das bringt vor allem mehr Verpflichtungen, mehr Termine und Medienpräsenz», sagt der Professional, der unabhängig von der Klassierung des Schweizer Teams zu seinen Engagements kommt. Denn je höher ein Turnier dotiert ist, desto mehr Punkte gibt es zu gewinnen und desto mehr Chancen hat, wer über mehr als ein einziges überdurchschnittliches Pferd verfügt.

So schliesst sich der Kreis in der Branche, auch bei Fuchs. Abermals kann er, der den Vierbeinern bewusst immer wieder längere Pausen gönnt, im nächsten Jahr an grossen Turnieren als Einzelreiter starten, ohne indessen mit dem Team an den zur Superliga zählenden Nationenpreisen teilnehmen zu müssen. Das erleichtert die Vorbereitung auf die Spiele, wo Fuchs sein schlechtes EM-Ergebnis vergessen machen will. Denn im Gegensatz zur Turnierszene in der Schweiz, in der es neben Genf, Zürich, St. Gallen und Luzern noch weitere kleinere Veranstalter mit besten Referenzen gibt, ist die Qualität im Schweizer Team im und unter dem Springsattel auf einen deutlich kleineren Kreis beschränkt. Und in diesem sind keine Ausrutscher erlaubt, soll hierzulande das sportliche Rendement wieder die organisatorische Leistungsfähigkeit erreichen


Zur Abwechslung ein Däne - Thomas Velin gewinnt CSI-W in Genf

Am CSI-W Genf, im Springreiten der einzige Schweizer Weltcup-Anlass, hat der Däne Thomas Velin im Sattel von Carnute den finalen GP gewonnen. Im fünften Wettbewerb des europäischen Indoor-Circuits blieb er in Grundparcours und Stechen fehlerfrei - so wie die Nächstplacierten Becker / Cento, Wylde / Fein Cara und Barbeau / Querly Chin. Wie im Vorjahr war Letzterer in Genf damit bester Schweizer.

Welch bekannte Namen doch im Palmarès des Weltcup-Wettbewerbs am CSI-W in Genf figurieren: Rodrigo Pessoa, Malin Baryard, Ludger Beerbaum, Trevor Coyle, Lars Nieberg oder Hugo Simon, um nur einige zu nennen. Das «Who's who» des Springsports ist nun mit einem neuen Reiter angereichert worden: Thomas Velin. Der 28-jährige Däne setzte sich in einem kompetitiven Feld gegen den favorisierten deutschen Otto Becker durch, der noch im September mit dem Schimmel Cento den hoch dotierten GP am kanadischen Turnier von Spruce Meadows gewonnen hatte. Ohne Fehler blieb in der Barrage im Palexpo auch der amerikanische WM-Dritte Peter Wylde, der auf Fein Cera für die Entscheidung über zwei Sekunden mehr benötigte, aber schneller als Christophe Barbeau war. Der ursprünglich aus Frankreich stammende und jetzt in der Romandie ansässige Reiter erzielte als Vierter das Schweizer Bestresultat. Den CSI-W Genf scheint Barbeau zu mögen. Vor Jahresfrist hatte er als Fünfter hier erstmals vor grosser Kulisse auf sich aufmerksam gemacht.

Als Überraschung eines Aussenseiters wollten Insider den Erfolg von Thomas Velin (Foto)



allerdings nicht bezeichnen. Der Däne hatte Mitte November ja schon die Weltcup-Prüfung in Berlin gewonnen, und vor Wochenfrist setzte er sich mit Carnute im GP am CSI in Stockholm durch. Von Sieg zu Sieg reitet er also den braunen Franzosenhengst, der mit engen Wendungen ebenso wenig Mühe bekundete wie über den Hindernissen mit den hohen Tempi. Immerhin hatte Barbeau als erster Starter im Elferfeld des Stechens bereits einen makellosen Ritt gezeigt, weshalb nur noch die Zeit über Sieg und Niederlage entscheiden konnte. Risiko war damit gefragt, das Otto Becker freilich nicht eingehen wollte. In vergangenen Prüfungen resultierte mit forscher Reitweise immer wieder ein Fehler, weshalb der Deutsche diesmal seinen Schimmel mehr auf Sicherheit denn auf Schnelligkeit ritt.

Dass der Parcours durchaus Tücken hat, war ja schon im initialen Durchgang ersichtlich geworden. Vor allem in der Linie über das achte Hindernis mit der anschliessenden Dreierkombination, die am stärksten selektionierte. Ein Drittel aller Abwürfe provozierte der in der Mitte besagter Kombination stehende Oxer, der selbst Routiniers wie dem Franzosen Michel Robert oder dem Brasilianer Rodrigo Pessoa zum Verhängnis wurde. Auch der Schweizer Beat Mändli kam mit Lacorrado nicht fehlerfrei durch diese Passage, nachdem der direkt vor ihm gestartete Teamkollege Willi Melliger sogar aufgegeben hatte. Gold du Talus stiess am sechsten Obstacle die oberste Stange aus den Auflagen und refüsierte sodann am nachfolgenden Hindernis. Wie in der Rangliste figurierten damit im internen Schweizer Ranking die bekanntesten Namen nicht zuvorderst, weil auch Steve Guerdat mit dem neuen Pferd Campus das Stechen verpasste. Dieses erreichten neben Barbeau noch Daniel Etter und Fabio Crotta, sie klassierten sich letztlich in den Rängen zehn und elf. Eine gute, aber keine kohärente Spitzenleistung des Schweizer Teams.

In dem wegen des bevorstehenden Uno-Gipfels zur Kommunikation bereits sicherheitstechnisch gesicherten Palexpo, wo die CSI-Verantwortlichen um Pierre E. Genecand die Infrastruktur in neuen Hallen zu errichten hatten, was die Eidgenossenschaft mit 500 000 Franken entschädigte, war die Schweizer Leistung aber auch aus einem anderen Grund nicht sonderlich vernetzt. Teamleader Markus Fuchs ist verletzt. Der 48-jährige Reiter zog sich im Top-Ten-Final vom Samstag, in dem den besten zehn Sattelkünstlern des internationalen Rankings vorbehaltenen und von Pessoa auf Baloubet du Rouet gewonnenen Wettbewerb, eine Verletzung an den Adduktoren zu. Nach acht Hindernissen, die Tinka's Boy alle makellos übersprungen hatte, musste Fuchs mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgeben. Es fühlte sich wie ein Messerstich in den rechten Oberschenkel an, sagte der gezeichnete Weltranglistenerste, der nun der Gesundheit Priorität einräumt. Nach einer ersten Untersuchung im Spital von Meyrin will sich Fuchs in Deutschland von einem Spezialisten behandeln lassen. Bis zum Jahresende sagte er daher alle Engagements ab, weitere Starts, wie jene am CSI Zürich im Februar, werden vom Verlauf der Genesung abhängen. Abwechslung in Fuchs' Alltag ist also angesagt.


Nick Skeltons Comeback

20-11-2003 Manchmal geschehen doch noch Wunder. Bei einem Sturz vom Pferd brach sich der Weltklasse-Reiter Nick Skeltonso zwei Halswirbel. Doch er bewies einen eisernen Willen und hatte Glück. Jahre später ist es geschafft. Der Ausnahmereiter startet beim Turnier in Stuttgart.

Nick Skelton nimmt beim Turnier in Bordeaux auf seinem Pferd Virtual Village Zalza eine Hürde und stürzt. Nach dem Unfall ist er zunächst ohnmächtig. Als er aufwacht, kann er sich nicht mehr bewegen. Seine Karriere scheint beendet. Die Existenz ist gefährdet. Monatelang muss der 45jährige Brite die schwere Verletzung an den Wirbeln mit einem Metallgestell fixieren. Die Ärzte machen ihm keine Hoffnung, je wieder aufs Pferd steigen zu können.

"Ich habe von Anfang an dafür gekämpft, wieder reiten zu können", sagt Nick Skelton über seine Leidenszeit. Er beginnt bei kleineren Turnieren, reitet bei einer Tour in Portugal und gewinnt den Großen Preis. Das war der Anfang. Inzwischen hat er wieder Anschluss an die Weltspitze gefunden und startet auch beim Top-Turnier in Stuttgart.

Das gerissene Halteband ist wieder zusammengewachsen, die abgetrennten Knochenstücke haben sich an die richtige Stelle geschoben. "Es ist unglaublich, wie der Körper sich von selbst heilen kann, wenn man ihm genug Zeit lässt", erklärte Skelton, der Ende der 70er Jahre in die Weltklasse aufstieg. Seine Statistik ist beeindruckend. Er gewann zwischen 1985 und 1995 sieben EM-Medaillen, darunter drei Mannschafts-Titel, und sicherte sich fünf Mal Edelmetall bei Weltmeisterschaften. Sein größter Erfolg war jedoch der Sieg beim Weltcup-Finale 1995 in Göteborg.

Nur der Traum, eine olympische Medaille mit nach Hause zu bringen, blieb ihm bislang verwehrt, obwohl er drei Mal teilgenommen hat. Aber der Engländer will 2004 in Athen wieder dabei sein: "Ich möchte mich auf jeden Fall noch einmal qualifizieren." Der Brite, früher für seine feuchtfröhlichen Feiern mit den Whitaker-Brüdern bekannt, hat nach der Leidenszeit die Leidenschaft wieder gefunden. "Von meinem Ehrgeiz habe ich nichts verloren", versicherte der zweifache Vater. Mit Arko, einer neunjährigen Stute, glaubt er das richtige Pferd unter dem Sattel zu haben.Unser Bild zeigt ihn mit Hopes Are High.





Doch der Weg nach Athen ist lang und beschwerlich, denn die Briten haben bei der EM in Donaueschingen die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Skelton kann sich nur über eine gute Platzierung in der Weltrangliste, die ihn derzeit nur als 45. führt, einen Platz als Einzel-Starter erkämpfen. Um weiter nach vorn zu kommen, benötigt er gute Platzierungen bei Top-Turnieren - wie jetzt Stuttgart
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