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Weltmeisterschaften in Aachen 2006 (20.08.- 03.09)

Rolex World Champion: Jos Lansink neuer Weltmeister

Entscheidung erst im spannenden Stechen
 
    
Die Entscheidung um den Weltmeistertitel der Springreiter fiel erst in den letzten Sekunden des Stechens, das im ausverkauften Stadion rund 40.000 Menschen und als hohe Ehrengäste Bundeskanzlerin Angela Merkel und FEI-Präsidentin Prinzessin Haya von Jordanien verfolgten. 16 Runden mussten die vier Finalisten Jos Lansink (BEL), Beezie Madden (USA), Meredith Michaels-Beerbaum (GER) und Edwina Alexander (AUS) auf dem eigenen Pferd und anschließend auf den Pferden ihrer Konkurrenten absolvieren. Erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften endeten 15 dieser 16 Ritte fehlerfrei. Lediglich die Australierin Edwina Alexander erlaubte sich im Pferdewechsel mit Meredith Michaels-Beerbaums Hannoveraner Shutterfly einen Abwurf und schloss diese Weltmeisterschaft mit dem undankbaren vierten Platz ab. Ihr eigenes Pferd, die 15-jährige westfälische Stute Pialotta, trug alle Reiter abwurffrei durch den Parcours.

Parcourschef Frank Rothenberger hatte es den vier Finalisten von "Rolex World Champion" nicht allzu schwer gemacht. Sieben Hindernisse und eine dreifache Kombination galt es zu überwinden. Auf enge Wendungen und schwierige Distanzen hatte er bewusst verzichtet. So unterschiedlich die Reitstile der vier Besten der WM waren, so unterschiedlich waren auch die Pferde. Gespannt warteten die Beobachter, wie die Amazonen mit Jos Lansinks kapitalem Holsteiner Hengst Cavalor Cumano zurecht kommen würden. Der Schimmel erwies sich als leichtrittig und gut zu handhaben. Umkehrt hatte auch Jos Lansink keine Probleme, sich auf die schnellen Amazonen-Pferde einzustellen, gab allerdings später zu, dass auf Beezie Maddens niederländischem Wallach Authentic kein sehr gutes Gefühl gehabt habe.

Die Entscheidung musste im Stechen herbeigeführt werden. Ohne Edwina Alexander war jedem Teilnehmer eine Medaille sicher - die Frage lautete nur: Gold, Silber oder Bronze? Jos Lansink und der 13-jährige Cavalor Cumano legten als erstes Paar mit fehlerfreien 45,01 Sekunden das Maß vor. Meredith Michaels-Beerbaum und der ebenfalls 13-jährige Shutterfly kamen nicht fehlerfrei durch den Parcours (ein Abwurf). Beezie Madden hätte auf dem elfjährigen Authentic mit der schnellsten Zeit (43,74 Sekunden) Weltmeisterin werden können, musste jedoch auch einen Abwurf hinnehmen und sicherte sich die Silbermedaille. Meredith Michaels Beerbaum zog ein rundum positives Fazit: "Ich habe zwei Bronzemedaillen in der Einzel- und in der Mannschaftswertung gewonnen, ich bin glücklich."

Kurz nach der Medaillenzeremonie hieß es für alle Weltmeister Abschied von Aachen und seinem fantastischen Publikum zu nehmen. Im Anschluss an die Abschlussfeier brachte ein Kutschenkorso die Weltmeister aller Disziplinen zur großen WM-Party in die Aachener Innenstadt. Ein Champions-Diner im Aachener Rathaussaal mit 250 Ehrengästen rundet den letzten Tag der Weltmeisterschaften ab.


Reining: Der neue Weltmeister kommt aus Kanada

Duane Latimer gewinnt nach Stechen Einzel-Gold
 
    
Die Weltreiterspiele 2006 endeten für die Westernreiter in einem fantastischen "Duell" zwischen Tim Mc Quay (USA) und Duane Latimer (CAN). Die Beiden erreichten im Einzelfinale einen Score von 230. Im darauffolgenden Stechen unterlief dem gewinnreichsten Reiner aller Zeiten, Tim Mc Quay, mit Mister Nicadual ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit, worauf der Mister Dual Pep-Sohn im ersten großen Zirkel vorn kurz umsprang. Tim Mc Quay kam so mit einer 226 aus der Arena. Million Dollar Rider Duane Latimer (CAN) setzte mit Hang Ten Surprize nochmals alles auf eine Karte. Das Ergebnis: 228 und damit die Goldmedaille. Silber ging an Tim Mc Quay. Auch die Bronzemedaille blieb auf dem amerikanischen Kontinent: Sie gewann der junge Amerikaner Aaron Ralston auf Smart Paul Olena mit einer 227,5. Die zwölf Jahre alte Stute von Smart Chic Olena bezeichnet Aaron als 'just a good old mare, a real family horse'.
Beste Deutsche und zweitbeste Europäerin war Sylvia Rzepka auf Platz acht. Ihr Hengst Golden Mc Jac stolperte kurz vor dem ersten Stop beim Run In und war dann auch beim ersten Spin kurz aus dem Konzept gebracht. Wäre dies nicht gewesen, wäre der Score von 219,5 noch um einiges höher ausgefallen.Nico Hörmann erreichte mit Lil Ruf Cody eine 219 und damit Platz 9 in der Einzelwertung.
Deutschland war nur mit zwei Reitern in der Einzelwertung vertreten, obwohl sich Grischa Ludwig mit BV Smart Innuendo ebenfalls qualifiziert hatte. Die Entscheidung, die Stute nicht noch mal antreten zu lassen, fiel am Tag vor dem Finale. BV Smart Innuendo war das Pferd von Ersatzreiter Maik Bartmann und kam nach dem Ausfall zweier Pferde unter Grischa Ludwig zum Einsatz, der eine 218,5 in der Mannschaft erreichte. Da die erst sechsjährige Stute unter Maik Bartmann an der Deutschen Meisterschaft im November teilnehmen soll und ein Platz unter den Top Ten bei der WM eher unrealistisch gewesen wären, entschied man sich zur Schonung des Pferdes gegen einen Start. Grischa Ludwig war sichtlich enttäuscht, äußerte sich dann aber sehr sportlich: "Wir sind ein Team, und die Besitzerin hatte Maik die Entscheidung überlassen. Als Teil des Teams akzeptiere ich diese Entscheidung."
 
 
 

02.09.06

Springen: Frauen-Power im Finale

Das Finale beginnt um 15.30 Uhr
 
    
Mit Beezie Madden (USA), Meredith Michaels-Beerbaum (Deutschland) und Edwina Alexander (Australien) treten gleich drei Amazonen gegen den für Belgien startenden Niederländer Jos Lansink im Kampf um Gold in der Einzelwertung an. In der Qualifikation der Top 25 - eine Springprüfung mit zwei unterschiedlichen Umläufen (Warsteiner-Preis) - gelangen Jos Lansink auf dem Holsteiner Hengst Cavalor Cumano und die Australierin Edwina Alexander auf der westfälischen Stute Isovlas Pialotta zwei Null-Runden. Meredith Michaels-Beerbaum auf dem Hannoveraner Shutterfly und Beezie Madden auf dem Niederländer Authentic verließen die beiden extrem anspruchsvollen Parcours mit fünf bzw. vier Fehlerpunkten.
Edwina Alexander ist die große Überraschung dieser Weltmeisterschaft. Die 32-Jährige aus New South Wales in Australien ist seit sieben Jahren in Europa. Vor vier Jahren zog sie zu ihrem Lebensgefährten und Trainer Jan Tops (Niederlande). Ihre 15-jährige Sportpartnerin Pialotta von Pilot, einst westfälisches Auktionspferd, zählt zu den routiniertesten internationalen Springpferden und absolvierte bereits mit Rolf Göran Bengtsson und Steve Guerdat schwierige Parcours.

Dem Finale mit Pferdewechsel blickt das Quartett gelassen entgegen. Die drei Amazonen sind zuversichtlich, mit den Pferden ihrer Konkurrentinnen gut zurecht zu kommen, lediglich auf Lansinks kapitalen Hengst "müsse man sich einstellen". Jos Lansink seinerseits sieht keine Probleme, die Pferde der Amazonen durch den Parcours zu steuern, auch wenn die Damen einen etwas anderen Reitstil pflegen als er. Das Finale beginn Sonntag um 15.30 Uhr.


Fahren: Mannschafts-Gold für Deutschland

In der Einzelwertung "Duell" zwischen Brasseur und Chardon  
    
Mit der Mannschafts-Goldmedaille beendete das deutsche Team die Weltmeisterschaft der Vierspännerfahrer, Preis der Familie Talbot und Preis des Handwerks. Bereits bevor Christoph Sandmann als dritter Fahrer des Teams in den Kegelparcours einfuhr, hatten Michael Freund mit einer Null-Runde und Rainer Duen mit nur geringen Zeitfehlern den Sieg errungen (311,84 Strafpunkte). Er fiel sogar sehr deutlich aus. Fast fünf Punkte Vorsprung trennten die Weltmeister von den Silbermedaillengewinnern aus Belgien, Felix Marie Brasseur, Geert de Brauwer und Gert Schrijvers (316,55). Auf dem Bronzerang behaupteten sich die niederländischen Fahrer Ysbrand Chardon, Koss de Ronne und Theo Timmerman (319,32).
In der Einzelwertung lief alles auf ein "Duell" zwischen Ysbrand Chardon (Niederlande) und Felix Marie Brasseur (Belgien) hinaus. Chardon hätte fehlerfrei bleiben müssen, leistete sich jedoch an Hindernis 14 einen Abwurf. So musste der dreimalige Weltmeister seinem Konkurrenten Brasseur Gold überlassen. Der 54-jährige Weltmeister von 1996, bekannt für exzellentes Hindernisfahren, blieb auch in der dritten WM-Teilprüfung fehlerfrei (146,37 Punkte): Gold für Brasseur und Silber für Chardon (149,18). Christoph Sandmann, ebenfalls als starker Hindernisfahrer bekannt, vermied ebenso Abwürfe und sicherte sich die Bronzemedaille (154,17).

Für Michael Freund nahmen die Weltmeisterschaft und seine internationale Fahrsportkarriere ein schönes Ende. Tief hatte es den Hessen getroffen, dass ihm die Goldmedaille der Weltmeisterschaft in Kecskemet (2004) aberkannt worden war. Nun beendet der Weltmeister von 1994 seine Karriere mit Team-Gold und dem fünften Platz in der Einzelwertung (162,98). Der 52-Jährige aus dem hessischen Dreieich wird sich künftig schwerpunktmäßig um das Training der beiden US-Amerikaner Tucker Johnson und Chester Weber sowie um die Ausbildung junger Fahrpferde kümmern. Außerdem hofft er, dass sein Sohn Marco eines Tages in seine Fußstapfen tritt. "Vielleicht bin ich in zehn Jahren wieder hier, wenn mein Sohn am CHIO teilnehmen sollte."

Der deutsche Vierspännersport befindet sich insgesamt im Umbruch, denn auch Christoph Sandmann denkt über das Ende seiner internationalen Laufbahn nach. Der Spediteur und dreifache Familienvater erklärte: "Ich bin so viele Jahre mit Michael Freund zusammen gefahren, wir haben zig Championate gemeinsam bestritten, wir sind enge Freunde, unsere Familien verstehen sich. Ich weiß nicht, ob ich mich auch ohne ihn motivieren kann. Hinzu kommt, dass ich auf vieles verzichten muss. Unser Sport ist so aufwändig, und ich habe keine Sponsoren."

Ohne diese beiden Ausnahmefahrer wird es Deutschland schwer haben, in der internationalen Spitze konkurrenzfähig zu bleiben. Bundestrainer Ewald Meier betrachtet die Perspektiven nüchtern, glaubt jedoch, dass es in den kommenden Jahren gelingen werde, neue Vierspännerfahrer aufzubauen.
 

Goodbye, Michael Freund

Standing ovations auf seiner letzten Ehrenrunde durch das Stadion der Aachener Soers
 
    
Standing Ovations des Aachener Publikums zum Abschied von Michael Freund: Auf seiner letzten Ehrenrunde durch das große Stadion der Soers schien der Jubel der Fans kein Ende nehmen zu wollen. Der frisch gebackene Mannschafts-Weltmeister, das Aushängeschild des deutschen Fahrsports, beendet nach dieser WM seine internationale Karriere.
Kein deutscher Fahrer hatte so viel Erfolg wie Michael Freund: Weltmeister in der Einzelwertung (1994), Mannschafts-Weltmeister (1992, 1994), zwölf Mal Deutscher Meister, mehrmaliger Weltcup-Sieger, fünf Mal Sieger in der Kombinierten Wertung beim Aachener CAIO, Nationenpreissiege und ungezählte große internationale CAI-Erfolge - der Fahrsport wird ohne Michael Freund ärmer sein. Künftig wird sich der 51-Jährige aus dem hessischen Dreieich schwerpunktmäßig um die Ausbildung junger Fahrpferde sowie um das Training der US-Amerikaner Chester Weber und Tucker Johnson kümmern. Freunds größter Wunsch: "Dass mein Sohn Marco in meine Fußstapfen tritt und ich ihn vielleicht in zehn Jahren als Trainer zum CHIO begleite."
 
 
 

01.09.06

Reining: Gold für USA

Deutschland verpasst Medaille
 
    
Zum zweiten Mal ist die Westernreitdisziplin Reining eine der Disziplinen der Weltreiterspiele. Heute ging es in Aachen bei den Reinern um die Weltmeisterschaft in der Mannschaftswertung. 21 Nationen waren am Start, von denen 15 Teams schickten. Das Aachener Publikum, das die Reiter unglaublich engagiert begleitete, bekam fast durchweg ausgezeichnete Ritte zu sehen. U.a. waren zwei der gewinnreichsten Reiningreiter der Welt dabei: Tim Mc Quay (USA), der bereits weit über USD 2 Millionen gewonnen hat, und Million Dollar Rider Dell Hendricks.
Am Ende blieb es bei der Medaillenverteilung von den Weltreiterspielen 2002 in Jerez: Die Vereinigten Staaten wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und errangen mit einem Score von 665 Punkten die Goldmedaille. Bester Reiter war hier mit einer 223,5 Aaron Ralston mit Smart Paul Olena. Tim McQuay und Mister Nicadual erritten eine 222,5, Dell Hendricks und Starbucks Sidekick eine 219. Matt Mills lieferte mit Easy Otie Whiz das Streichergebnis (217,5).

Silber ging an Kanada, das sich zum Schluss durch einen herausragenden Ritt von Duane Latimer auf Hang Ten Surprize (Score 225!) bis auf einen Punkt an die US-Mannschaft herangeritten hatte. Francois Gautier, Luke Gagnon und Lance Griffin erzielten jeweils 219,5 bzw. 219 Punkte.

Bronze holte erneut das Team aus Italien, das einen Gesamtscore von 656 erzielte, und damit nur einen halben Punkt vor der deutschen Mannschaft lag. Dies war nicht zuletzt dem überlegenen Ritt von Christian Perez und Dualin For Me zu verdanken, die es auf eine 221,5 brachten. Dario Carmignani mit Skeets Dun errang eine 219,5, Adriano Meacci und Docs Tivio Hancock eine 215. Das Streichergebnis lieferte Marco Ricotta auf Peppy Secolo mit einer 207,4.

Die deutsche Mannschaft hatte mit einem großen Handicap zu kämpfen: Zwei ihrer Pferde kamen nicht durch die Verfassungsprüfung: Grischa Ludwigs Coeur D Wright Stuff und Alexander Rippers Solanoswarleeboy. Damit stand kurzfristig die Mannschaft auf dem Spiel. Ludwig (Bitz) ging mit dem Ersatzpferd, der in Hessen gezogenen American Quarter Horse Stute BV Smart Innuendo an den Start. Deutschland hatte damit wieder eine Mannschaft, aber kein Streichergebnis. Unter tosendem Applaus legte Ludwig einen tollen Ritt hin, der mit einer 217,5 belohnt wurde. Nico Hörmann (Schwanewede) hatte zwar mit Lil Ruf Cody beim ersten Spin eine kleine Unsicherheit, konnte jedoch auf den Zirkeln und in den Stops ordentlich punkten, so dass er mit einer 218,5 aus der Bahn kam. Den besten Ritt des deutschen Teams brachte die gebürtige Starnbergerin Sylvia Rzepka mit Hengst Golden Mc Jac, harmonisch und doch auf Risiko reitend, was die Richter mit einer 219,5 belohnten. Damit schienen die Medaillenränge in greifbarer Nähe. Letzten Endes mussten sie sich doch den Italienern geschlagen geben.

Am Sonntag wird es jedoch eine neue Chance geben: Dann sind die 20 besten Reiner des heutigen Tages am Start. Alle drei deutschen Reiter sind dabei.


Ysbrand Chardon auf dem Weg zum vierten WM-Gold

Deutschland übernimmt die Führung in der Teamwertung
 
    
"Ich muss morgen im Hindernisfahren erst mal fehlerfrei bleiben, dann können wir über einen Weltmeistertitel sprechen", sagte der Niederländer Ysband Chardon. Vor rund 30.000 Zuschauern übernahm er nach der Gelände- und Streckenfahrt mit knappem Vorsprung die Führung in der Kombinierten Wertung der Viererzug-Weltmeisterschaft. Der 45-Jährige schickt sich an, nach 1988, 1992 und 2002 zum vierten Mal die Einzel-Goldmedaille zu gewinnen.
Der Marathonstrecke, die der Deutsche Dr. Wolfgang Asendorf aus dem niedersächsischen Salzhausen konzipierte, zollte Chardon großes Lob. Die Hindernisse seien durchweg pferdefreundlich gebaut und einer Weltmeisterschaft würdig. Allerdings stellte gleich das erste, an einem Hang gelegene Hindernis manche Fahrer vor große Herausforderungen. Die Gespanne des Iren Barry Capstick und des für die Niederländischen Antillen startenden Holländers Bert Brans schieden hier aus. Asendorf erklärte: "Ich wollte dieses Hindernis bewusst an den Anfang der Strecke setzen, wenn die Pferde noch frisch sind."
Dem Niederländer Chardon, der nach Dressur und Gelände 145,30 Strafpunkte auf dem Konto hat, ist der Weltmeister von 1996, Felix-Marie Brasseur, aus Belgien dicht auf den Fersen (146,37). Falls der vor ihm im Hindernisfahren startende Brasseur fehlerfrei bleibt, darf sich Chardon allenfalls einen Fehler für Zeitüberschreitung, aber keinen Hindernisfehler leisten, ohne seinen Titel zu gefährden. Auf dem dritten Platz in der Zwischenwertung behauptet sich mit deutlichem Abstand der schwedische Weltmeister von 2000, Tomas Eriksson, (153,24) vor Christoph Sandmann, der als bester deutscher Mannschaftsfahrer nun 154,24 Strafpunkte hat. Seine Teamkameraden Michael Freund und Rainer Duen rangieren derzeit an 9. bzw. 17. Position.

In der Teamwertung übernimmt Deutschland die Führung mit 311,84 Punkten. Der Abstand zu den Niederländern beträgt knapp vier Punkte, was etwas mehr als einem Kegelabwurf entspricht (315,03). Die Niederländer rangieren nur mit hauchdünnem Vorsprung vor Belgien (315,95). Nach dem dramatischen Kampf der Springreiter um ihren Weltmeistertitel verspricht also auch die Entscheidung um Gold im Vierspännerfahren Hochspannung. Das Hindernisfahren beginnt am Samstag um 9 Uhr.


Deutsche Pferdezucht

Der achte Weltmeister
 
    
Schon vor Abschluss der Weltmeisterschaften in Aachen steht ein zusätzlicher Weltmeister fest: Die Deutsche Pferdezucht. Denn noch erfolgreicher als die deutschen Pferdesportler waren bis jetzt nur die deutschen Pferde. Erreichten die deutschen Aktiven bis zwei Tage vor dem Ende der WM fünf Gold-, eine Silber und zwei Bronzemedaillen und rangieren damit in der Nationenwertung deutlich an erster Stelle, so gewannen deutsche Pferde bisher 26 Medaillen, davon nicht weniger als elf Goldmedaillen.
Medaillensammeldisziplin Nummer eins war die Dressur. Von den 18 möglichen Medaillen wurden 13 (sechs Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen) von deutschen Pferden gewonnen. Von den 86 in der Dressur gestarteten Pferden kamen 43 aus deutscher Zucht.

Im Springen, in dem noch die Entscheidung in der Einzelwertung aussteht, gewannen deutsche Pferde bisher zwei Gold- und drei Bronzemedaillen. Insgesamt waren von den 116 Pferden, die in dieser Disziplin an den Start gingen, 51 aus deutschen Landen.

Einen ähnlichen Stellenwert haben die deutschen Pferde mittlerweile im Voltigiersport. Von den 83 gestarteten Pferden trugen 33 ein deutsches Brandzeichen. Warum die deutschen Pferde auch im Voltigiersport so begehrt sind, zeigt die Medaillenstatistik in dieser Disziplin. An den neun vergebenen Medaillen waren sechs Mal deutsche Pferde beteiligt (eine Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen).

In der Vielseitigkeit waren zwar nur sieben der insgesamt 79 gestarteten Pferde deutscher Abstammung, dafür aber konnten sie mit zwei Goldmedaillen einen sehr guten Erfolg verbuchen.

Im Wettbewerb der Vierspännerfahrer, der zur Zeit noch läuft, stammen immerhin 40 der 245 an den Start gehenden Pferde aus deutschen Zuchtverbänden.

Noch nicht zu den Domänen der deutschen Pferdezucht gehören die Disziplinen Distanzreiten und Reining. Im Distanzreiten waren aber immerhin sieben der 159 teilnehmenden Pferde aus Deutschland.

Die einzelnen Medaillengewinner (Stand 1. September):
Dressur:
Satchmo (Hannoveraner v. Sao Paulo/2 x Gold, 1 x Bronze), Keltec Salifero (Hannoveraner v. Salieri/1 x Gold, 2 x Silber), Wansuela suerte (Hannoveraner v. Warkant/1 x Gold), Bonaparte (Hannoveraner v. Bon Bonaparte/1 x Gold), Elvis VA (Hannoveraner v. Espri/1 x Gold), Sunrise (Hannoveraner v. Singular Joter/1 x Silber), Aragon (Bayer v. Abydoss/1 x Bronze), Floriano (Westfale v. Florestan I/1 x Bronze), Brentina (Hannoveraner v. Brentano I/1 x Bronze).

Vielseitigkeit:
Air Jordan (Hannoveraner v. Amerigo Vespucci xx(1 x Gold), Marius Voigt Logistic (Holsteiner v. Condrieu xx/1 x Gold).

Voltigieren:
Picasso (Rheinländer v. Pageno/1 x Gold), Pitucelli (Trakehner v. Hohenstein/1 x Silber), Arado (Oldenburger v. Argentinus/1 x Silber), Grand Gaudino(Hannoveraner v. Grand Garcon/1 x Silber), Escudo Fox (Hannoveraner v. Egmont/1 x Bronze), Libretto (Oldenburger v. Liberty M/1 x Bronze).

Springen (nur Mannschaftswertung)
Van Schijndel s Curtis (Holsteiner v. Coriano/1 x Gold), Eurocommerce Berlin (Holsteiner v. Cassini I/1 x Gold), Cöster (Holsteiner v. Calato/1 x Bronze), Shutterfly (Hannoveraner v. Silvio I/1 x Bronze), Noltes Küchengirl (Bayer v. Lord Z/1 x Bronze).

31.08.06

Gold für Holland

Deutschland holt Bronze im Nationenpreis - "Küchengirl unter Strom" - 40.000 Fans feiern in Aachen
 
    
40.000 Zuschauern im vollbesetzten Stadion stockte der Atem. Als letzter deutscher Reiter ging Marcus Ehning in den Parcours, nach dem zwischenzeitlichen vierten Platz schien nun sogar Gold möglich. Doch Ehnings Pferd Küchengirl scheiterte an der im Stile einer Briefmarke gestalteten Mauer - der Goldtraum war geplatzt.

Letztlich wurde es Bronze für Ehning, Ludger Beerbaum, Christian Ahlmann und Meredith Michaels-Beerbaum. Das Länderspiel gewannen die Niederländer vor der Equipe aus den USA. Aussichtsreichster deutscher Einzelreiter ist nun Ludger Beerbaum, der an dritter Position liegt. "Da stand Küchengirl wohl etwas unter Strom" kommentierte Ehning den Fauxpas, "doch zum Glück hatten die Kollegen ja vorgelegt, so dass wir das Minimalziel Medaille erreicht haben." Einig waren sich die Reiter samt Bundestrainer Kurt Gravemeier, dass die Niederlande verdient gewonnen haben. "Sie waren einfach durch die Bank besser als wir", so Ludger Beerbaum. Die Sieger waren selber etwas überrascht: "Wir dachten, wenn alles super läuft, können wir vielleicht um Silber mitreiten", so ein begeisterter Jeroen Dubbeldam. Aus der Hand des DaimlerChrysler Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche nahmen die Sieger ihre Goldmedaillen entgegen.


US-Amerikaner nach Dressur auf Rang 1

Belgien, Deutschland und die Niederlande auf den folgenden Plätzen
 
    
Mit einem US-amerikanischen Sieg endete die Dressurprüfung (Preis des Handwerks und Preis des Kreises Aachen) der Vierspänner-Weltmeisterschaft, an der Mannschaften aus 16 Nationen teilnehmen. Tucker Johnson, Chester Weber und James Henry Fairclough sicherten sich mit 82,04 (Minus-)Punkten einen kleinen Vorsprung vor den Teams aus Belgien (Felix Marie Brasseur, Geert De Brauwer, Gert Schrijvers/88,07), Deutschland (Michael Freund, Rainer Duen, Christoph Sandmann/88,19) und den Niederlanden (Ysbrand Chardon, Koos de Ronde, Theo Timmerman/99,84).
In der Einzelwertung des Kombinierten Wettbewerbs übernimmt Chester Weber die Führung. Der Amerikaner aus Florida, der sich häufig zum Training bei Michael Freund im hessischen Dreieich aufhält, erreichte zwar in der Soers nicht seine allerbesten Ergebnisse, zeigte sich jedoch insgesamt zufrieden. Nun hofft der 31-Jährige auf ein erfolgreiches Abschneiden bei der Gelände- und Streckenfahrt am Freitag. "Ich hatte bei den letzten Marathons ein wenig Pech, umso mehr wünsche ich mir, dass es morgen gut läuft."
Auf dem zweiten Rang nach Dressur behauptet sich Ysbrand Chardon (45) aus den Niederlanden (41,22). Der zweimalige Weltmeister (1992 und 2002) gilt in den Augen vieler Fahrsportkenner als der große Favorit auf Weltmeisterschafts-Gold in der Einzelwertung. Für den mit 41,60 Punkten an dritter Stelle rangierenden Michael Freund sind die Aachener Weltmeisterschaftstage mit Wehmut verbunden. "Als ich aus dem Stadion herausfuhr, flossen ein paar Tränen. Es war heute meine letzte Dressurprüfung in Aachen. Wenn man so viele Jahre hier gefahren ist wie ich, dann ist das schon ein merkwürdiges Gefühl", sagte der 51-Jährige, der seine aktive Fahrsportkarriere auf internationalem Parkett nach der Weltmeisterschaft beenden will.
In der Marathonprüfung am Freitag werden Freund & Co noch einmal alles geben. Die Bodenverhältnisse auf der Strecke sind trotz der Regenfälle der vergangenen Tage optimal. Nach der Begehung der Hindernisse sind sich die Fahrer einig: Die Strecke und die Hindernisse sind technisch sehr anspruchsvoll, aber gut zu fahren (Beginn 9 Uhr).


Vet-Check Reining

Vier Pferde schieden beim Vet-Check Reining aus
:

Okie Little Okie (Sanne Maach Skovrider/DEN)
Jac's Little Sunrise (Doug Allan/GBR)
Coeur D Wright Stuff (Grischa Ludwig/GER)
Solanoswarlee Boy (Alexander Ripper/GER)
 
 

30.08.06

Niederländisches Team knapp vor der Ukraine

Deutsches Team derzeit auf Rang 4 - Entscheidung morgen unter Flutlicht
 
    
Die gute Form in der ersten Wertungsprüfung der Weltmeisterschaft der Springreiter (Zeitspringen) konnte die niederländische Mannschaft auch im ersten Umlauf des Nationenpreises - Mercedes Benz Preis - bestätigen. Mit insgesamt 7,01 Strafpunkten behaupteten sich Piet Raymakers/Van Schijndel's Curtis, Jeroen Dubbeldam/BMC Up and Down, Albert Zoer/Okidoki und Gerco Schröder/Eurocommerce Berlin an erster Stelle. Als beste Reiter im Oranje-Team erwiesen sich der 28-jährige Gerco Schröder und Albert Zoer (31). Beiden gelang eine Null-Runde.
Das neue, international zusammengestellte Team aus der Ukraine mit den gebürtigen Deutschen Katharina Offel und Björn Nagel sowie Jean Claude Vangeenberghe und Gregory Wathelet (einst Belgien) rangiert zur "Halbzeit" des Nationenpreises mit 13,17 Punkten an zweiter Stelle, gefolgt von den US-Amerikanern (14,85) und den deutschen Reitern (15,16). Der zweite Umlauf des Nationenpreises verheißt also Höchstspannung. Die an zweiter bis vierter Stelle rangierenden Teams trennt weniger als ein Springfehler.
In der Einzelwertung reitet die US-Amerikanerin Beezie Madden mit dem niederländischen Wallach Authentic weiter auf Medaillenkurs. Fehlerfrei absolvierte sie den 650 Meter langen ersten Umlauf mit 14 Hindernissen (17 Sprüngen), so dass ihr Punktekonto leer blieb. Ebenso ohne Abwurf meisterte der Kanadier Eric Lamaze mit dem niederländischen Hengst Hickstead die Hürden und fügte damit seinem Ergebnis aus dem Zeitspringen (0,39) nichts hinzu. Rang drei belegt derzeit Gerco Schröder (0,43).
Bester deutscher Reiter ist Ludger Beerbaum mit dem Zangersheider Wallach L'Espoir, der in der Einzelwertung Platz 8 belegt (2,7). Meredith Michaels-Beerbaum folgt auf dem Hannoveraner Shutterfly auf Rang 15 (4,92), Marcus Ehning und die bayerische Stute Noltes Küchengirl auf Rang 28 (7,54), Christian Ahlmann mit dem Holsteiner Cöster auf Rang 47 (12).


Gert Schrijvers (BEL) fährt beste Dressur des Tages

Christoph Sandmann (GER) auf Platz 2 und Jan Erik Palsson (SWE) auf Platz 3
 
    
Mit 46,21 (Minus-)Punkten übernimmt der Belgier Gert Schrijvers die Führung am ersten Dressurtag der Vierspännerfahrer, Preis des Kreises Aachen. Der achtmalige belgische Meister, dessen Pferde arabisches und friesisches Blut vereinen, verwies ganz knapp den Deutschen Christoph Sandmann auf Platz zwei. Der Vize-Weltmeister von 2002 erreichte mit seinem Gespann 46,59 Punkte. Mit deutlichem Abstand (53,50) behauptete sich Jan Erik Palsson aus Schweden auf dem dritten Platz.
Der zweite Teil der Dressur beginnt am Donnerstag um 9 Uhr. Am Ende der Prüfung wird feststehen, welche Mannschaft mit dem besten Dressurergebnis in die Gelände- und Streckenfahrt (Marathon) am Freitag startet.


Dobel's Cento: Abschied in der Aachener Soers

Erfolgreich in Sport und Zucht
 
    
Am Donnerstag wird während der Pause im zweiten Umlauf des Nationenpreises der Springreiter - Mercedes Benz Preis - der 17-jährige Hengst Dobel's Cento feierlich aus dem aktiven Sport verabschiedet.

Mit seinem Reiter Otto Becker errang der Holsteiner Schimmel (v. Capitol I - Caletto II) Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney sowie Mannschaftsbronze bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Gold gab es für das Paar auch in der Mannschaftswertung der Europameisterschaften 2003. Zwei Jahre zuvor sprang bei der EM 2001 Mannschaftsbonze für sie heraus. 2002 gewann Otto Becker mit dem von Heinrich Schoof (Büsum) gezogenen Schimmel das Weltcup-Finale in Leipzig. Unter anderem sahen die Großen Preise von Aachen und Calgary das Paar als Sieger. Insgesamt gewann Dobel's Cento 1.026.188 Euro im Laufe seiner sportlichen Karriere.
Auch züchterisch ist der Hengst für seinen Besitzer Horst Karcher und dessen Gestüt Dobel von besonderem Wert. Allein im vergangenen Jahr waren 151 seiner Nachkommen im Sport erfolgreich. Nicht weniger als 45 Nachkommen konnten Erfolge in Springprüfungen der Klasse S nachweisen. Insgesamt gewannen seine Kinder bereits 566.624 Euro, und 16 seiner Söhne sind im In- und Ausland gekört.

Erstmals auf sich aufmerksam machen konnte der großrahmige Schimmel bei seiner Hengstleistungsprüfung 1992 in Marbach, als er mit einem Index von 132,56 Punkten den zweiten Platz belegte. Als Seriensieger in Springpferdeprüfungen qualifizierte er sich mit seinem damaligen Reiter Armin Becherer (Waldbronn) mit der Note 9,0 für das Bundeschampionat des Deutschen Springpferdes in Warendorf.

Zu Otto Becker kam der Hengst im September 1995 und überzeugte ihn gleich durch sein außerordentliches Springpotenzial. Bereits einen Monat später konnte Otto Becker in Bremen bei den German Classics die erste Springpferdeprüfung mit Dobel's Cento gewinnen. Eine letzte Bestätigung, mit Dobel's Cento ein Weltpferd gefunden zu haben, erhielt Otto Becker beim Internationalen Springturnier im französischen Caen 1996, als der erst Siebenjährige bei seinem ersten internationalen Start das offene französische Hengstchampionat gegen zahlreiche ältere und erfahrenere Hengst gewinnen konnte.

Otto Becker "Ich reite Dobel's Cento nun seit elf Jahren und habe ihm viele große Erfolge zu verdanken. Wie fit er mit seinen 17 Jahren noch ist, hat er unter anderem mit seinem Sieg im diesjährigen Nationenpreis von La Baule bewiesen. Deshalb haben Besitzer Horst Karcher und ich beschlossen, ihn jetzt aus dem Sport zu verabschieden. Das Stadion in der Aachener Soers ist für uns beide ein besonderer Ort, weil wir hier mit dem Gewinn des Großen Preises im Jahr 2000 und des Nationenpreises im Jahr 2004 auch ganz besondere Erfolge zu feiern hatten."


Holsteiner Fohlen für den Weltmeister

"Championesse" präsentiert sich am Donnerstagabend
 
    
Am Donnerstag, 31. August, wird vor Beginn des Nationenpreises ein Fohlen den Parcours der Aachener Soers betreten und sich den Zuschauern präsentieren, denn der Holsteiner Verband hält an einer schönen Tradition fest: Der Weltmeister 2006 im Springreiten wird nicht nur mit Ehre und Ruhm, sondern auch mit einem Holsteiner Fohlen bedacht. Ein wunderschönes Stutfohlen bester Provenienz wird am Sonntag nach dem Finale der besten Vier an den neuen Titelträger übergeben. Championesse v. Calato-Lavaletto-Quidam de Revel, so heißt die kleine Stute, stammt aus der Zucht von Manfred von Allwöhrden, Seedorf, und ist von allerbestem Holsteiner Leistungsblut.
Einer der vielen erfolgreichen Nachkommen im Sport von Calato ist Cöster, der unter Christian Ahlmann vor drei Jahren in Donaueschingen Europameister wurde und auch in diesem Jahr deutsche Farben in Aachen vertritt. Lavaletto v. Landgraf I, der Großvater mütterlicherseits, ist erfolgreich in Springprüfungen bis zur Kl. S unterwegs. Die von Quidam de Revel abstammende Großmutter von Championesse ist Vollschwester zu Quo Vadis. Diese war einst Spitzenpferd der PSI-Auktion und kann inzwischen Siege und Platzierungen in internationalen Großen Preisen unter dem Amerikaner Peter Wylde, Bronzemedaillengewinner der Weltreiterspiele von Jerez 2002, aufweisen.
Holsteiner Fohlen konnten bereits die Europameister von 2001, Ludger Beerbaum, und 2003, Christian Ahlmann, in Empfang nehmen. Während Ludger Beerbaums Cassina v. Cassini I-Cor de la Bryère (Hans-Jürgen Bruhn, Immenstedt) bereits ihr großes Talent für den internationalen Springsport unter Beweis gestellt hat, darf die Clearway-Concerto II-Stute aus der Zucht von Klaus Hagge, Schülp, noch das grüne Gras der Ahlmannschen Weiden in Westfalen genießen.
 
 
 

29.08.06

Niederländisches Team nach Zeitspringen in Führung

Deutschland nur einen Springfehler hinter den Niederländern
 
    
Einen spannenden Auftakt erlebte die Weltmeisterschaft der Springreiter. Vor 38.000 Zuschauern traten 116 Reiterinnen und Reiter aus 40 Nationen zur ersten Wertungsprüfung, dem Zeitspringen - Preis der Sparkasse, an. Mit knappem Vorsprung übernahm das niederländische Team die Führung in der Mannschaftswertung vor den USA und Brasilien; in der Einzelrangierung erzielte die US-Amerikanerin Beezie Madden mit Authentic das beste Resultat. Doch noch ist alles offen, Prognosen über Medaillen sind nicht möglich, denn die ersten fünf Teams trennt weniger als ein Springfehler; die besten 31 Reiter sind ebenso weniger als einen Abwurf auseinander.
Beezie Madden gehört seit vielen Jahren zu den besten Amazonen der USA. Die 42-Jährige aus Milwaukee, mit ihrem Team Olympiasiegerin in Athen, lobte den anspruchsvollen Parcours des Parcourschefs Frank Rothenberger: "Der Parcours ist ideal für Pferde, die gerne flott vorwärts galoppieren." Genau das liegt ihrem elfjährigen Wallach Authentic aus der niederländischen Zucht geradezu im Blut. In 77,62 Sekunden absolvierte das Paar die 600 Meter lange Strecke mit 13 Hindernissen und 16 Sprüngen - knapp zwei Sekunden schneller als der Kanadier Eric Lamaze, der mit dem Hengst Hickstead ebenfalls ein niederländisches Pferd vorstellte (78,40). Sieben Hundertstel Sekunden Rückstand hatte der Drittbeste des Tages: Gerco Schröder (Niederlande) setzt bei dieser Weltmeisterschaft den Holsteiner Hengst Eurocommerce Berlin ein. Der 28-Jährige ist der Jüngste im routinierten niederländische Team, zu dem auch Piet Raymakers mit Van Schindel's Curtis, Jeroen Dubbeldam mit BMC Up and Down und Albert Zoer mit Okodoki gehören.
Nicht optimal begann die Weltmeisterschaft für die deutschen Springreiter. Bundestrainer Kurt Gravemeier zeigte sich enttäuscht über das Abschneiden von Marcus Ehning und Noltes Küchengirl (Rang 24). Die neunjährige bayerische Stute überwand den Parcours bis zu den letzten beiden Hindernissen schnell, fehlerfrei und in feinster Manier, wurde dann jedoch nicht passend zum Sprung geritten und trat am letzten Hindernis noch einmal die Stange herunter. Marcus Ehning haderte mit seinem Reiterfehler. Bester Deutscher auf Rang 19 ist Ludger Beerbaum mit dem Zangersheider Wallach L'Espoir, seine Teamkameraden Meredith Michaels-Beerbaum mit dem Hannoveraner Shutterfly und Christian Ahlmann mit dem Holsteiner Cöster folgen auf den Plätzen 30 und 32.
Pech hatte auch der Däne Thomas Velin. Der 31-Jährige mehrmalige Championatsteilnehmer fand mit dem zwölfjährigen französischen Hengst Godsend Du Reverdy nicht zusammen und gab im Parcours auf.
Der Kampf um Mannschafts-Gold geht am Mittwoch (ab 12 Uhr) in die nächste Runde. Die Teamwertung wird nach dem zweiten Umlauf bei Flutlicht am Donnerstag um Mitternacht entschieden sein.


Mit Sand gegen den Regen

Trainingsplätze der Vierspänner werden derzeit verbessert - Marathon-Strecke in Top-Zustand
 
Reichlich Sand wurden in den vergangenen Tagen auf die Trainingsplätze der Vierspänner-Fahrer transportiert. "Durch den anhaltenden Regen", so Baron Wolf von Buchholtz, Sportreferent des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV), "sind die Plätze sehr nass, das Training ist derzeit erschwert." In einem Top-Zustand befindet sich dagegen die Marathon-Strecke in der Soers.
20 Lkw-Ladungen mit Sand und sechs mit Spänen haben in den letzten Tagen das Turniergelände erreicht, um den Boden in den bestmöglichen Zustand zu versetzen. Der Sand wurde auf die Trainingsplätze aufgebracht, die Späne wurden benutzt, um den Untergrund im Fahrerlager zu verbessern. "Wir haben zum frühstmöglichen Zeitpunkt reagiert", so von Buchholtz weiter. Gute Nachrichten gibt es dagegen von den anderen Plätzen: "Die restlichen Böden - inklusive des Springplatzes in Stadion 1 - sind in einem sehr guten Zustand", so Turnierdirektor Frank Kemperman.
 
Checkmate zum "Pferd des Jahres" gewählt

Leserwahl des deutschen Pferdesportmagazins
   
    
Gewinner der Leserwahl zum "Pferd des Jahres 2005" des deutschen Pferdesportmagazins "Reiter Revue International" ist der Hannoveraner Wallach Checkmate. Der von Meredith Michaels-Beerbaum gerittene elfjährige Dunkelbraune erhielt 24,77 Prozent der abgegebenen Stimmen. "Joey" oder "Happy Monkey", wie ihn alle im Stall Beerbaum nennen, war als Reservepferd für die Weltmeisterschaft in Aachen vorgesehen.
Der Contender-Nachkomme wurde bei Renate Gerlach in Sulingen gezogen und ist im Besitz von Nancy Clark. Die größten Erfolge von Checkmate 2005 waren der Gewinn der Mannschafts-Goldmedaille bei der Europameisterschaft in San Patrignano sowie die Siege in den Großen Preisen von Neumünster, Münster und Wiesbaden. In diesem Jahr siegte Checkmate in den Weltcup-Springen von Göteborg und s´Hertogenbosch und belegte beim Weltcup-Finale in Kuala Lumpur den fünften Platz.

Seine Reiterin Meredith Michales-Beerbaum sagt über ihn: "Ich habe noch nie zuvor ein Pferd geritten, das jeden Tag gute Laune hat." Bei der Ehrung im Rahmen des Programms der deutschen Pferdezucht erhielt Meredith Michaels-Beerbaum ein Gemälde der deutschen Künstlerin Kerstin Tschech. Für Checkmate gab es ein neues Halfter und eine Paradedecke.
 
 

28.08.06

Hoy und Co. holen WM-Gold

Deutsche Equipe gewinnt Titel in der Vielseitigkeit - Queen-Enkelin siegt im Einzel
 
    
"Unglaublich." Mehr brachte Bettina Hoy zunächst nicht heraus. Kurz zuvor hatte sie gemeinsam mit der deutschen Vielseitigkeits-Equipe WM-Gold geholt - die sportliche Antwort auf Athen war endlich gegeben. Den Einzeltitel sicherte sich am Sonntag Nachmittag in der Aachener Soers Zara Phillips, die Enkelin der britischen Königin.
Rund zwei Jahre ist es her, dass die Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Athen nach langem Hin und Her die Goldmedaille zurückgeben musste. "Wir wollten die Antwort darauf hier in Aachen geben", so Hoy, "und das ist uns heute gelungen." Den Grundstein dafür hatten Hoy, Hinrich Romeike, Frank Ostholt und Ingrid Klimke bereits am Samstag im Gelände gelegt. Nach 44.000 Zuschauern am Samstag waren es gestern 30.000, die beim abschließenden Springen ihr Team unterstützten. Es war der erste WM-Titel für eine deutsche Vielseitigkeits-Mannschaft.

Den Titel im Einzel holte Zara Phillips. Die Enkelin der englischen Königin hat sich nach dem Europameistertitel damit endgültig vom Glamour-Girl zur Top-Athletin gewandelt. Bereits nach dem Gelände hatte Phillips in Front gelegen. Silber ging an den Australier Clayton Fredericks, Amy Tyron aus den Vereinigten Staaten holte Bronze.
 
 
 

7.000 Zuschauer feiern deutschen Weltmeister

Kai Vorberg verteidigt seinen Weltmeister-Titel
 
    
Vor 7.000 Zuschauern im Deutsche Bank Stadion sicherte sich Deutschland zum achten Mal die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft im Gruppenvoltigieren. Für die Gruppe des RSV Neuss-Grimlinghausen war es der inzwischen fünfte Titel. Schon in der ersten Wertungsprüfung hatte das von Longenführerin Jessica Schmitz geführte Team seine Vormachtstellung deutlich gemacht. Nach der abschließenden Kür rangierten die Deutschen mit 8,189 Punkten knapp vor der US-amerikanischen Gruppe F.A.M.E. (8,161) und den Österreichern/RV Wildegg (8,152).
Die Zuschauer erlebten ein spannendes Finale. Bestleistungen wurden mit Standing Ovations belohnt. Obwohl die Voltigierinnen aus Neuss-Grimlinghausen in ihrer Kür einmal das Pferd verlassen mussten, reichten die Noten noch knapp zum Sieg. Wie viele Beobachter feststellten, präsentierte sich das Teilnehmerfeld dieser Weltmeisterschaft so stark wie nie zuvor. In ihren Küren zeigten die besten Gruppen Höchstschwierigkeiten am laufenden Band. Dies liegt zu einem Teil an der Aufhebung der Altersgrenze. Seit diesem Jahr dürfen die Gruppenmitglieder älter als 18 Jahre sein, und so integrierten viele Nationen erfahrene, ältere Voltigiersportler in ihre Teams.
Kai Vorberg verteidigt seinen Weltmeister-Titel

Als Referenz an Wolfgang Amadeus Mozart will der neue und alte Weltmeister Kai Vorberg seine Kür verstanden wissen. "Wir haben schließlich das Mozart-Jahr", begründete der 25-jährige Kölner seine Musikauswahl aus Mozart und Falko ("Rock me Amadeus"). Der Student voltigiert nicht - er zelebriert die Artistik auf seinem Pferd Picasso, unterstützt von Longenführerin Kirsten Graf. Mit einem Endergebnis von 8,524 Punkten hatte er sich weit von seinen Konkurrenten abgesetzt. Deutlich konnte sich Gero Meyer aus Hildesheim verbessern. Nach der ersten Wertungsprüfung noch auf dem vierten Platz, steigerte er sich im Finale und konnte sich schließlich über die Silbermedaille freuen (8,161). Der Slowake Ladislav Majdlen, der in diesem Sommer durch einige internationale Platzierungen unter anderem in Mannheim und Saumur (Frankreich) auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde für viele Beobachter ein wenig überraschend Bronzemedaillen-Gewinner (8,150).

Pechvogel der Männer-Konkurrenzen war Matthias Lang, der Weltmeister von 2000 und 2002 aus Frankreich. Für ihn kam die das Championat einer Berg- und Talfahrt gleich. In der ersten Pflichtwertung führte er, fiel dann in der ersten Kür vom Pferd und erreichte als 15. mit Mühe das Finale. Mit der drittbesten Leistung im Technikprogramm konnte er sich auf Platz drei verbessern. Es gelang ihm nicht, die Medaillenchance zu nutzen. In der abschließenden Kür verließ er wieder das Pferd - Platz 13 in der Gesamtwertung.

Amerikanischer Sieg bei den Voltigiererinnen

Entthront wurden die deutschen Teilnehmerinnen der Voltigier-Weltmeisterschaft. Erstmals in der 20-jährigen Geschichte des Championats gelang es keiner deutschen Voltigiererin, einen Medaillenplatz zu erobern. Mit der Goldmedaille beendete die US-Amerikanerin Megan Benjamin das Championat (8,421). Sie hatte schon die erste Wertungsprüfung gewonnen und galt als Favoritin auf den Titel. Stark trumpften die Österreicherinnen auf. Die in der internationalen Szene noch nicht sehr bekannte Katharina Faltin überraschte mit starken Küren und erreichte mit 8,311 Punkten sicher die Silbermedaille. Auf dem Bronzerang behauptete sich Sissi Jarz. Die Siegerin des CVI München vor wenigen Wochen erzielte 8,254 Punke.
Die Deutschen Nicola Ströh, Ines Jückstock und Anja Barwick platzierten sich an vierter, fünfter und sechster Stelle.


Kür-Gold: Anky van Grunsven überglücklich

Isabell Werth erfolgreichste Sportlerin der Dressur-Weltmeisterschaft
 
    
Ein überglückliches Ende nahm die Dressur-Weltmeisterschaft für Olympiasiegerin Anky van Grunsven im Deutsche Bank Preis. Nachdem es dem niederländischen Team nicht gelungen war, die Mannschafts-Goldmedaille zu gewinnen, sich Anky van Grunsven auch im Grand Prix Special mit Silber begnügen musste, gelang am späten Samstag abend endlich der Griff nach der ersehnten Goldmedaille. In ihrer Kür zu Melodien französischer Chansons ließ sie ihren zwölfjährigen Hannoveraner Keltec Salinero vor 44.000 enthusiastischen Zuschauern tanzen. 86,1 Prozent lautete das Urteil der fünf Richter. Damit kehrt die 38-Jährige mit Mannschafts-Silber, Silber im Grand Prix und Gold in der Kür nach Hause zurück.

Drei Medaillen sind erst seit diesem Jahr und nur in der Disziplin Dressur möglich. Wurde der Grand Prix Spezial die letzten zwölf Jahre lediglich als Qualifikation für die Kür gewertet, ist er nun wieder ein eigenständiger Wettbewerb mit Medaillenvergabe. Anky van Grunsven erklärte: "Ich war mit dem neuen Modus zunächst nicht zufrieden, aber jetzt sehe ich es anders. Es ist deutlich spannender. Die Besten bekommen in jeder Prüfung dieselben Chancen." Auch Mariette Withages (Belgien), Dressurausschuss-Vorsitzende des Weltverbandes FEI, zog ein positives Fazit: "Die Dressur wird dadurch gerechter." Sie hofft, dass sich diese Medaillenverteilung langfristig auch auf olympischem Parkett durchsetzen wird. Bei den kommenden Spielen in Hongkong (2008) wird dieses Reglement jedoch noch nicht angewandt.

Die erfolgreichsten Sportler der Dressur-Weltmeisterschaft sind Isabell Werth und ihr zwölfjähriger Hannoveraner Satchmo. Die Mannschafts-Weltmeisterin und Weltmeisterin im Grand Prix Spezial platzierte sich in der Kür auf dem Bronzerang. Zweimal Gold und einmal Bronze - das hätte Isabell Werth nicht einmal zu träumen gewagt, als sie nach dem Ausfall von Warum Nicht erst wenige Tage vor dem Championat auf Satchmo "umsattelte".

Das Überraschungspaar auf dem Aachener Viereck sind der Däne Andreas Helgstrand und die Schimmelstute Blue Hors Matine. Bislang nur Insidern bekannt, brillierte die Neunjährige aus der dänischen Zucht auch in der Kür mit ihren Piaffen und Passagen: Silbermedaille (81,5). Auch für den 28-jährigen Bereiter des Gestüts Blue Horse, endet das Championat mit drei Medaillen: Gold im Grand Prix und Bronze im Special und nun Silber in der Kür.
 
 
 

27.08.06

Van Grunsven gewinnt in der Grand Prix Kür Gold vor Helgstrand und Werth

Über 40.000 Zuschauer feiern bei Reit-WM
 
    
Anky van Grunsven hat endlich ihre ersehnte Goldmedaille: Nach Silber mit der Mannschaft und im Spezial hat sich die Niederländerin mit Salinero (86.100 Prozent) bei den Pferdesport-Weltmeisterschaften Aachen 2006 am späten Freitagabend den WM-Titel im Deutsche Bank Preis, Grand Prix Kür, sichern können. Über 40.000 Zuschauer im ausverkauften Hauptstadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) feierten van Grunsven auf ihrer Ehrenrunde. Silber ging an den Dänen Andreas Helgstrand auf Matine (81.500), Bronze an Isabell Wert auf Satchmo (80.750).
"Ein Traum ist wahrgeworden", sagte die überglückliche Anky van Grunsven. "Salinero hat in diesem Hexenkessel alles richtig gemacht." Und auch Isabell Werth war mit ihrem Auftritt am späten Samstagabend unter Flutlicht mehr als zufrieden. "Es ist gigantisch, was heute hier in Aachen passiert ist", sagte Isabell Werth. "Das Publikum war so enthusiastisch. Wir haben im Dressursport mit diesem Besucherrekord eine neue Dimension erreicht."


Voltigieren: Kai Vorberg: Gold zum Greifen nach

Auch das deutsche Team auf Goldkurs
 
    
Die nächste Goldmedaille ist zum Greifen nah: Der deutsche Weltmeister Kai Vorberg (Köln) hat nach der ersten Wertungsprüfung und dem Technikprogramm der Einzelvoltgierer bei den Weltmeisterschaften alle Chancen, seinen Titel zu verteidigen. Mit insgesamt 8,352 Punkten rangiert er deutlich vor seinem Landsmann Gero Meyer-Nutteln. Der Hildesheimer, der nach der Kür nur auf dem siebten Platz rangierte, verbesserte sich durch das Technikprogramm auch in der Zwischenwertung (8,026) auf den zweiten Platz. Auf dem dritten Platz in der Zwischenwertung behauptet sich der Spanier Ararat Martin Ruiz (7,940).
Auch das deutsche Team hat "Gold-Ambitionen". Nach der Kür, der zweiten Wertungsprüfung im Team-Wettbewerb, führt der RSV Neuss-Grimlinghausen mit 7,999 Punkten vor Österreich (7,818). Den Rheinländern reichte mit Cepin in der Kür ein zweiter Platz, um als führende Mannschaft in das Kürfinale am Sonntag einzulaufen. Die beste Kür zeigten die US-Amerikaner, die von den Richtern eine Wertung von 8,900 erhielten. Insgesamt liegt die USA mit 7,774 Punkten in der Zwischenwertung auf dem dritten Rang.
In der Damen-Konkurrenz sieht alles nach einem US-amerikanischen Gesamtsieg aus. Nach dem Technikprogramm, der dritten Teilprüfung im Einzelvoltigieren, hat die Amerikanerin Megan Benjamin (8,409) ihre Spitzenposition in der WM-Wertung ausgebaut. Auf dem Silberrang liegt vor der letzten Kür die Österreicherin Sissi Jarz (8,294), gefolgt von der zweiten Österreicherin Katharina Faltin (8,258).


Vielseitigkeit: Deutsches Team behält Führung

Zara Phillips führt vor Bettina Hoy
 
    
Es war der Tag des Rüdiger Schwarz. Der in Warendorf lebende Parcourschef der Vielseitigkeits-Geländestrecke feierte am Samstag den größten Erfolg seiner Karriere als Coursedesigner. Sein erster Weltmeisterschaftsparcours fand nicht nur höchstes Lob der Aktiven, sondern begeisterte zugleich die rund 44.000 Zuschauer, die die Querfeldeinstrecke in der Soers säumten. "Mein Grundgedanke war, dass die WM die starken Paare nach vorne bringen muss. Alle Hindernisse, die sehr technisch sind und viel Frische der Reiter und Pferde brauchen, habe ich an den Anfang der Strecke gesetzt. Gegen Ende, wenn die Konzentration nachlässt, folgen dann mehr Elemente, die auf Ehrlichkeit und Kraft der Pferde abzielen. Ich glaube, dies ist ganz gut gelungen", erläuterte der 56-Jährige.
Schwarz' Konzept ging auf: Zwar waren sich alle Reiter einig in ihrer Einschätzung, dass die Strecke insgesamt sehr anspruchsvoll und sehr technisch gebaut war, aber durchaus championatswürdig und vor allem fair sei. Von den 76 Teilnehmern der Geländeprüfung, dem "bwin-Preis", erreichten 59 das Ziel, sieben gaben auf, zehn schieden nach Verweigerungen oder einem Sturz aus. Alle Stürze verliefen glimpflich; lediglich die australische Reiterin Sonja Johnson wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung zur Beobachtung im Krankenhaus untersucht, erlitt aber nur Prellungen.

"Ich kann es kaum glauben, dass ich in Führung liege", jubelte Zara Phillips, Enkelin der britischen Königin und Tochter von Prinzessin Anne, einst selbst im Vielseitigkeitssattel höchst erfolgreich. Die 25-Jährige absolvierte auf ihrem englischen Fuchswallach Toy Town (13) die 6.380 Meter lange Strecke mit 31 Naturhindernissen (45 Sprünge) ohne Zeit- und Hindernisfehler und behauptete sich nach Dressur und Gelände auf dem ersten Rang (41,7 Minuspunkte). "Ich freue mich jetzt schon sehr auf das Springen in dem riesigen Aachener Stadion."

Überglücklich erreichte auch Bettina Hoy auf dem 15-jährigen irischen Schimmelwallach Ringwood Cockatoo die Ziellinie. Mit 7,2 Zeitfehlern belastet, trennen die Dressursiegerin lediglich zwei Strafpunkte von der führenden Britin. Auf dem dritten Platz in der Zwischenwertung behauptete sich Frank Ostholt mit dem Hannoveraner Air Jordan (46,9).

In der Mannschaftswertung rangiert das deutsche Team nach Dressur und Gelände mit 143 Punkten an der Spitze, gefolgt von Großbritannien (175) und den USA (190,1). Im Anschluss an die Verfassungsprüfung (10 Uhr) fallen die Entscheidungen um die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen (Einzel- und Mannschaftswertung) im Parcoursspringen im Hauptstadion (Beginn: 14 Uhr).
 
 
26.08.06

Dressurkrimi um Gold

Isabell Werth Weltmeisterin
 
    
Schon als der ohrenbetäubende Jubel losbrach, war den 40.000 Zuschauern klar: Dieser Ritt ist kaum mehr zu toppen. Wenige Minuten später war klar: Gold für Deutschland. Gold für Isabell Werth. Die Rheinbergerin siegt im Deutsche Bank Preis, Grand Prix Special, vor Anky van Grunsven (NL) und Andreas Helgstrand (DEN).

In der Gänsehaut-Atmosphäre der Aachener Soers war es "der beste Ritt meines Lebens", so Werth, die im Sattel von Satchmo siegte. Gefeiert von den restlos begeisterten Zuschauern ließ Isabell Werth anschließend ihren Tränen freien Lauf. "Das ist unglaublich, mir fehlen die Worte", stammelte sie in die Mikrofone. Um dann doch zu ergänzen: "Das war fehlerlos, einfach großartig, ein tolles Gefühl." Satchmo sei das beste Pferd, das sie je gehabt habe, "an ihn habe ich immer geglaubt." Eigentlich sollte Werth mit "Warum nicht?" starten, der sich kurz vor Beginn der WM verletzte.


 
Vielseitigkeit: Deutsches Team nach Dressur in Führung

Bettina Hoy führt in der Einzelwertung
 
    
Mit einem komfortablen Vorsprung startet das deutsche Team in die Geländeprüfung der Vielseitigkeits-Weltmeisterschaft. Nach der Dressur haben Bettina Hoy auf dem irischen Wallach Ringwood Cockatoo, Frank Ostholt auf dem Hannoveraner Air Jordan, Ingrid Klimke auf dem englischen Vollblüter Sleep Late und Hinrich Romeike auf dem Holsteiner Marius Voigt-Logistic lediglich 122,5 (Minus-)Punkte auf dem Konto. Das beste Ergebnis in der Einzelrangierung erzielte mit 36,5 Punkten Bettina Hoy. Das australische Team rangiert nach der Dressur an zweiter Stelle (136,1). Andrew Hoy mit dem Vollblüter Master Monarch, Megan Jones mit dem Iren Kirby Park Irish Jester, Sonja Johnson mit dem australischen Wallach Ringwould Jaguar und Clayton Fredericks mit dem Iren Ben Along Time verwiesen die Mannschaft aus Großbritannien auf den dritten Rang (138,60).
"Die Atmosphäre hier ist großartig. Es ist ein Erlebnis, in das Stadion mit den vielen deutschen Fans einzureiten", meinte Siegerin Bettina Hoy. Auch die Querfeldeinstrecke sei fantastisch. "Rüdiger Schwarz ist einer der besten Course Designer der Welt", meinte die 43-Jährige, die mit ihrem australischen Ehemann im britischen Gatcombe lebt. Auch Ingrid Klimke, mit 39,10 Zweitbeste in der Einzelrangierung, war mit ihrem Ritt auf Sleep Late sehr zufrieden und freut sich auf die Geländeprüfung. "Sleep Late ist ein schnelles Pferd, ich glaube, dieser Kurs liegt ihm." Andreas Dibowski und die Hannoveranerin FRH Serve Well wurden Dritte, gemeinsam mit der Amerikanerin Kimberley Severson und dem Vollblüter Winsome Adante (40,9). Dibowski geht als Einzelreiter für Deutschland an den Start. Ein wenig enttäuscht sei er schon gewesen, nicht im Team reiten zu können, zeigte aber zugleich Verständnis für die Entscheidung der Trainer. "Jetzt kann ich meinem eigenen Konzept folgen. Schwierig einzuschätzen ist es für mich, in welcher Zeit die Stute die Strecke bewältigen kann, denn sie ist nicht die allerschnellste."
Die Geländeprüfung startet am Samstag um 9.30 Uhr. Dann gilt es für 78 Reiterinnen und Reiter, eine 6.380 Meter lange Strecke mit 31 Naturhindernissen (insgesamt 45 Sprünge) zu überwinden.




Fünf Mannschaften haben im Gruppenvoltigieren Chancen auf Medaillen  
    
Voltigieren: Nationen rücken näher zusammen

Bereits das Pflichtprogramm der ersten Wertungsprüfung der Voltigiersportler zeigte deutlich, dass die Spitze immer näher zusammen rückt. Die Zeiten, in denen von Beginn an feststand, unter welchen Nationen die Medaillen aufgeteilt werden, sind vorbei. Im Gruppenvoltigieren haben gleich fünf Mannschaften Chancen, nach Gold, Silber und Bronze zu greifen.

Die deutsche Gruppe (Neuss-Grimlinghausen) liegt nach der Pflicht mit 7,183 Punkten an der Spitze, dicht verfolgt von den Österreichern (7,169), die vor wenigen Wochen das CVI in Stadl Paura gewonnen hatten. Hinter den Schweizern (6,789) behaupten sich die amtierenden Europameister aus der Slowakei (6,691). Für sie begann die Weltmeisterschaft recht unglücklich, da ihr Pferd Flash im Vet-Check ausschied und sie auf Reservepferd Robin Purina zurückgreifen mussten. Stark präsentierte sich die US-amerikanische Gruppe: An fünfter Stelle rangierend (6,647), erhält sie Unterstützung von Devon Maitozo. Der Weltmeister von 1998 startet nicht mehr in der Herren-Konkurrenz, sondern als Mitglied der Gruppe. Dies ist erst seit diesem Jahr möglich. Der Weltverband hob die Altersbeschränkung von maximal 18 Jahren für Gruppenmitglieder auf.

Bei den Herren liegt nach dem Pflichtdurchgang der Franzose Matthias Lang, Weltmeister von 2002, mit 8,107 Punkten knapp vor seinem deutschen "Dauerrivalen" und amtierenden Weltmeister Kai Vorberg (8,096). Der im vergangenen Jahr geänderte Berechnungsmodus wirkt sich bei der WM in Aachen deutlich aus: Die Note für das Pferd macht 20 Prozent der Gesamtnote aus. So hatte zwar Kai Vorberg die höheren Noten für die Ausführung der Pflichtelemente, Matthias Lang jedoch die deutlich höhere Pferdenote. Die Pferdenote kann also in hohem Maße über die Medaillenplätze entscheiden.

Ähnlich sieht es bei der Frauenkonkurrenz aus: Seit ihrem zweiten Platz beim CVI München vor wenigen Wochen gilt die US-Amerikanerin Megan Benjamin als Favoritin auf eine Medaille. Während die Amerikanerin die mit Abstand höchste Pferdenote bekam, erzielte die Deutsche Ines Jückstock die beste Bewertung für die technische Ausführung. Nach der Pflicht liegt die Amerikanerin mit 8,015 Punkten auf Platz eins und Ines Jückstock auf Rang zwei (7.967).

Die erste Wertungsprüfung wird mit der heutigen Kür abgeschlossen.
 
 
 

25.08.06

Australien übernimmt Führung, Dibowski Tagesbester

Statements zur Vielseitigkeitsstrecke   
    
"Schwer, aber fair und reitbar" - so skizzieren viele Vielseitigkeitsreiter die Querfeldeinstrecke der Weltmeister. Nach der ersten Besichtigung der Strecke blicken auch die deutschen optimistisch auf die Geländeprüfung am Samstag (ab 10.00 Uhr). Die deutsche Strategie bringt Hinrich Romeike (43) aus dem schleswig-holsteinischen Nübbel auf den Punkt: "Jeder gibt das Maximum. Keiner will hinterher sagen, dass mehr drin gewesen wäre." Der vom deutschen Parcourschef Rüdiger Schwarz gestaltete Kurs über 6400 Meter und 31 Naturhindernisse stelle die Reiter vor klar erkennbare Aufgaben, so Romeike. Bundestrainer Hans Melzer ergänzt: "Dies ist eine reelle Weltmeisterschafts-Strecke, und es ist zugleich eine der schönsten, die ich jemals gesehen habe.”

Mit dem besten Ergebnis des Tages beendete Andreas Dibowski die Dressurprüfung der Vielseitigkeit. Auf dem zwölfjährigen Hannoveraner FRH Serve Well erreichte er 40,9
(Minus-) Punkte und verwies die Australierin Megan Jones auf dem 13-jährigen Wallach Kriby Parker Irisch Jester auf den zweiten Platz (44,1). Auf dem dritten Rang behauptete sich die Neuseeländerin Donna Smith mit dem elfjährigen Vollblüter Call me Clifton (45,4).

Nach dem ersten Dressurtag der Vielseitigkeitsreiter übernimmt das australische Team die Führung (98,60) vor Deutschland (99,3), den USA (101,1), Frankreich (108,7), Neuseeland (116,1) und Großbritannien (116,2). Allzu große Bedeutung hat diese Rangierung noch nicht, da viele der besten Vielseitigkeitsreiter erst am Freitag starten.
 
 
 

24.08.06
 
Erste Hymnen für Spanien und Frankreich

BC prize für Araberstute Hifrane du Barthas   
    
Die ersten Nationalhymnen sind verklungen: Die Distanzreiter, die den Reigen der Weltmeisterschaften in sieben Disziplinen eröffneten, wurden am Dienstagmittag vor 29.500 Zuschauern mit ihren verdienten Medaillen ausgezeichnet. Mit Standing Ovations feierte das Publikum den neuen Weltmeister Miguel Vila Urbach (Spanien) und das siegreiche französische Team sowie die Silber- und Bronzemedaillengewinner.

Vor der Medaillenzeremonie hatten die Reiter die besten Pferde noch einmal den Richtern und Tierärzten im Wettstreit um den begehrten "Best Condition Award" vorgestellt. Dies ist eine nur im Distanzsport übliche Auszeichnung einen Tag nach dem Wettbewerb. Den Konditionspreis erhielt die elfjährige braune Araber-Stute Hifrane du Barthas, die mit Pascale Dietsch (Frankreich) den achten Platz in der Einzelwertung erzielt hatte.
 
 
Deutsche Dressurequipe Weltmeister

Die Siegesserie des deutschen Dressurteams hält auch bei der Weltmeisterschaft in Aachen an. Zum zehnten Mal wurde die von Bundestrainer Holger Schmezer betreute Equipe im ARAG-Preis Mannschafts-Weltmeister. Die Hoffnungen der niederländischen Reiterinnen und Reiter, erstmals in der Geschichte der Dressur-Weltmeisterschaften den Wechsel an der Spitze herbeizuführen, erfüllte sich nicht. Knapp sechs Prozentpunkte trennten schließlich die deutschen Sieger (223,625Prozentsumme) von ihren "Verfolgern" aus dem Nachbarland (217,917). Mit der Bronzemedaille schlossen die US-Amerikaner die Weltmeisterschaft ab (213,917).
Nachdem bereits am Dienstag Heike Kemmer auf Bonaparte mit 75,792 Prozent und Hubertus Schmidt auf Wansuela Suerte (69,208) dem deutschen Team einen guten Vorsprung gesichert hatten, machten Nadine Capellmann und Isabell Werth am Mittwoch den Triumph perfekt. Weltmeisterin Nadine Capellmann erreichte auf Elvis FRH bei minimalen Schwächen in den Einerwechseln und in der Galopp-Pirouette 72,833 Prozentpunkte. Ihre Nervenstärke bewies einmal mehr Isabell Werth auf Satchmo (75,0): "Dies war die wichtigste Medaille meiner Karriere. Satchmos Entwicklung verlief nicht so gradlinig, wie ich es mir erhofft hatte. Es ist für mich eine besondere Genugtuung, dass er heute diese Leistung gebracht hat. Das ist etwas für mein Herz", sagte sie glücklich.

Der Erfolg der deutschen Mannschaft ist zugleich ein Erfolg für den Zuchtverband Hannover. Alle Mannschaftspferde tragen das hannoversche Brandzeichen - das hat es in der Geschichte der Dressur-Weltmeisterschaften noch nie gegeben. Auch das beste Pferd im niederländischen Team, Salinero unter Anky van Grunsven, hat seine Wurzeln im größten Warmblutzuchtverband der Welt.

Anky van Grunsven gab ihren eigenen kleinen Fehlern die Schuld dafür, dass es im Grand Prix "nur" zu Platz drei, gemeinsam mit Isabell Werth, gereicht hatte (75,0). "Salinero hat einen wirklich guten Job gemacht, aber ich habe ein paar Mal falsche Hilfen gegeben", sagte die amtierende Olympiasiegerin. Während Laurens van Lieren mit Hexagons Ollright (68,5) und Edward Gal mit Group 4 Secourior Lingh (71,375) bereits routinierte niederländische Mannschaftsreiter sind, verstärkte erstmals Imke Schellekens-Bartels das Team. Auf Sunrise erzielte sie das zweitbeste Ergebnis für das Oranje-Team (71,542).

Die US-Amerikaner behaupteten sich nach 1994 zum zweiten Mal bei einer Weltmeisterschaft auf dem Bronzerang (213,917). Als bester Reiter erwies sich Steffen Peters auf dem Westfalen Floriano (72,708). Zu dem von Klaus Balkenhol geführten Team gehören ferner Leslie Morse mit Tip Top (64,259), Guenter Seidel mit Aragon (69,792) sowie Debbie McDonald mit Brentina (71.417).

Die nächste Medaillenchance bietet der Grand Prix Special am Freitag, für den die 30 besten Reiter aus dem Mannschafts-Grand Prix zugelassen sind. Dann wird auch der Däne Andreas Helgstrand zum Favoritenkreis zählen. In der Einzelrangierung der Mannschaftsprüfung lagen er und die dänische Stute Matine mit 76,333 in Führung.

Ticket-Hotline: 0241 / 91 71 111
 

Springreiter-Team steht fest

DOKR benannte deutsche Spring-Equipe  
    
Der Springausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) benannte heute die Mitglieder der deutschen Springreiter-Mannschaft. Im Team von Bundestrainer Kurt Gravemeier starten Christian Ahlmann mit Cöster, Ludger Beerbaum mit L´Espoir, Marcus Ehning mit Noltes Küchengirl und Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly.

Reservepaar sind Marco Kutscher (Riesenbeck) und Montender.


 

CHIO Aachen 2006 (17. bis 21. Mai)

“Das waren noch Zeiten", werden manche sagen, als die Mädels vom Immenhof über die Schwarz-Weiß-Bildschirme flimmerten und Elvis Presley die noch schlanken Hüften schwingen ließ. Und - für Reitsportfans wesentlich spannender - als Hans Günter Winkler oder Fritz Thiedemann durch die Aachener Soers ritten. Ein Wiedersehen mit allen gibt es bei der großen Eröffnungsfeier des diesjährigen Weltfests des Pferdesports, CHIO Aachen 2006, am Mittwoch, 17. Mai, ab 18 Uhr. Entweder auf den Video-Leinwänden oder, wie bei Hans Günter Winkler, live im Hauptstadion.
"Es wird eine nostalgische Zeitreise, die viele Emotionen und Erinnerungen wecken soll", freut sich schon Frank Kemperman, Geschäftsführer des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV). Turnierhöhepunkte aus 51 Jahren - seit der ersten WM (Springen) in der Soers 1955 -, werden die Besucher "Reitsportgeschichte erleben" lassen. Tickerts gibt es unter der (0241) 917 - 11 11 oder im Internet unter www.chioaachen.de. Es wird ein rasantes und abwechslungsreiches Spektakel werden, natürlich mit vielen Pferden, historischen Kostümen und alten Bekannten. Ludger Beerbaum und Isabell Werth mit den Erfolgspferden Ratina und Gigolo, 50 Kinder auf Ponys, alte Hackneys und Flachwagen sowie viele Oldtimer mit Legenden des Reitsports - von Nelson Pessoa bis Piero d´Inzeo - werden auf den Rängen für so manches "Weißt Du noch?" sorgen. Begleitet von den Ausschnitten ihrer größten Erfolge auf der Leinwand. Und auch alte Prüfungsformen leben wieder auf. Wer erinnert sich noch an das Paarspringen, bei dem die Hindernisse synchron übersprungen werden mussten? Oder an die Dressur im klassischen Damensattel? Die Dürener Schlagersängerin Margot Eskens wird die Besucher außerdem mit einem Medley ihrer größten Hits auch musikalisch in die 50er und 60er Jahre versetzen. Bevor dann in den folgenden Tagen - bis zum 21. Mai - beim CHIO 2006 erneut Aachener Reitsportgeschichte geschrieben wird.

SPRINGPFERDE
                  
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